Trockenheit macht Landwirten und Gärtnern zu schaffen

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War der gestrige Regen der Auftakt zum von Landwirten und Gärtnern lang ersehnten Ende der Trockenperiode? Wochenlang fiel kaum Regen vom Himmel, und die Felder sind ausgetrocknet. (Foto: Thiele)
 
Bei lang anhaltender Trockenheit empfehlen Gärtner sukzessives Gießen, bis die Erde vollgesaugt ist.

War der gestrige Regen der Auftakt zum von Landwirten und Gärtnern lang ersehnten Ende der Trockenperiode? Wochenlang fiel kaum Regen vom Himmel. „Es ist ein Trauerspiel“, sagt Landwirt Norbert Klöcker aus Henrichenburg. „Wir bauen auf drei Hektar Kürbisse an, und die Pflanzen schreien nach Wasser.“ Landwirten und Gärtnern macht die Trockenheit der vergangenen Wochen gleichermaßen zu schaffen. Da hilft auch der ein oder andere bisherige Schauer nicht viel.

„Von der Menge her war das ein Witz. Das war kein Regen, sondern ein Hauch“, sagt Ulf Drippe von der gleichnamigen Gärtnerei über die Wassermenge, die etwa in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fiel. „Da reden wir über drei bis sechs Liter pro Quadratmeter“, schätzt er, was aber nach der langen Trockenheit zu wenig sei. Zum Gedeihen bräuchten Pflanzen eher 50 Liter pro Quadratmeter, aber nicht auf einmal. „Es müsste ein schöner langsamer, sanfter Landregen über drei Tage sein“, so Drippe. Schauer, wie etwa am gestrigen Freitag, würden keine Linderung bringen.
Auch Norbert Klöckers Kürbisse leiden unter der Trockenheit. Vor drei Wochen hat er sie gelegt. „Es sind noch viele Lücken da, und die Pflanzen sind sehr kümmerlich“, sagt er über die bisherige Entwicklung der Kürbisse. Wenn sie zu wenig Wasser bekommen, „wachsen sie nicht richtig aus der Erde heraus oder werden unregelmäßig“.

Selbst wässern nicht machbar

Das Kürbisfeld selbst zu wässern sei kaum machbar, so der Landwirt. Dazu sei die Fläche einfach zu groß. Dasselbe gilt für die Felder, auf denen er Gras für die eigene Bullenmast sowie Gerste anbaut. Beim Gras sei der erste Schnitt noch sehr gut gewesen, aber für den zweiten Ende Juli rechnet Klöcker aufgrund des Wassermangels mit einem um die Hälfte reduzierten Ertrag.
Auch bei der Gerste geht er von einem geringeren Ertrag pro Hektar Anbaufläche aus. „Wenn Wasser fehlt, stirbt die Pflanze ab und die Körner werden kleiner“, erläutert Klöcker. Und auch die Erdbeeren, die der Landwirt in Horneburg anbauen lässt, fallen bei der anhaltenden Trockenheit kleiner aus. „Da holt man nicht so viele Doppelzentner vom Hektar Land wie üblich runter.“
An Wassermangel leiden die Pflanzen von Ulf Drippe nicht, denn sie gedeihen im Gewächshaus. Die insgesamt 350.000 Liter großen Becken, in denen er Regenwasser sammelt, mit dem er normalerweise seine Pflanzen gießt, sind allerdings schon seit mehr als zehn Tagen leer. „Wir haben vor fünf, sechs Jahren einen Brunnen gebohrt, mit dem wir die Becken auffüllen.“ Hintergrund sei gewesen, dass der Gärtner festgestellt hatte, dass die „Tendenz der trockenen Frühjahre“ immer mehr zunehme. „Vorher haben wir Leitungswasser zum Wässern genommen, aber das war sehr teuer.“

Kunden bringen Fotos und Blätter vorbei

Auch den Pflanzen seiner Kunden macht die Trockenheit zu schaffen. „Viele Kunden kommen mit Fotos von ihren Pflanzen oder auch mit Blättern oder Ästen zu uns“, erzählt Drippe. „Trockenschaden“ lautet dann meist seine Diagnose, wo gegen er „Erhaltungsgießen“ empfiehlt. „Denn so zu wässern, wie es eigentlich der liebe Gott kann, schaffen wir nicht.“
Das Gießen von Gräbern auf Friedhöfen macht zurzeit eine der Hauptbeschäftigungen von Rüdiger Melzner und seinem Team von Blumen Melzner aus. „Drei Tage die Woche sind wir mit dem Gießen beschäftigt.“
Das Problem sei, dass das Wasser nur drei bis vier Zentimeter tief in den Boden einziehe, wenn die Erde erst einmal richtig trocken sei. „Der Rest des Gießwassers fließt weg“, so Melzner. Dann sähe es „obenauf nass aus, aber direkt darunter ist es trocken“. Allen, die Gräber oder ihren Garten wässern wollen, gibt er daher den Rat, sukzessive zu gießen, so dass sich der Boden vollsaugen könne.
Neben dem Wassermangel sorge aber auch die Sonne für Probleme, weiß Melzner. „Selbst der Ilex fängt an, Brandflecken zu bekommen.“ Scheine etwa nach einem kurzen Regenschauer direkt wieder kräftig die Sonne, „steht das Wasser wie ein Brennglas auf den Blättern“. Brandschäden an den Blättern sind dann die Folge.
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