Als Castrop noch viel grüner war: Ein Blick in den Bereich Vermessung und Geoinformation

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Noch grüner als heute sahen die Stadt Castrop und ihre Umgebung 1925 aus.
 
Bereichsleiter Matthias Kraemer mit zwei Vermessungsgeräten: Das elektronische Tachymeter (links) wird heute genutzt, während der Theodolit mit elektronischem Entfernungsmesser in den 1950er/60er Jahren im Gebrauch war.

Als Stadt im Grünen rühmt sich Castrop-Rauxel. Dass die Stadt früher sogar noch viel grüner war, zeigt ein Stadtplan aus dem Jahr 1925. Er findet sich im Bestand des Bereichs Vermessung und Geoinformation – genauso wie ein Plan von 1934, der daran erinnert, dass die Lange Straße während der Zeit des Nationalsozialismus Adolf-Hitler-Straße hieß.

Viel Stadtgeschichte lässt sich an den Plänen ablesen. „Sie dokumentieren zum Beispiel, wie sich Straßennamen verändert haben“, nennt Bereichsleiter Matthias Kraemer einen Aspekt. Hauptsächlich spiegeln sie jedoch die Entwicklung der Stadt wider, erzählen von neu entstandenen Wohngebieten sowie dem Auf- und Niedergang der Bergbauindustrie.
Der älteste Castroper Stadtplan, über den der 1928 gegründete Bereich Vermessung und Geoinformation verfügt, ist bereits auf das Jahr 1925 datiert – damals natürlich ohne Rauxel und erst recht ohne Henrichenburg. Und auch wenn der Plan ein deutlich grüneres Stadtbild als heute zeigt, sind in ihm aber industrielle Hochburgen Castrops sowie der Umgebung verzeichnet: die Zechen Erin, Schwerin und Victor sowie das Chemiewerk Rüttgers.

Maßband und Messlatte

Mit Maßband oder noch früher mit Messlatte seien damals Straßen und Grundstücke vermessen worden, weiß Kraemer. Heute nutzt man dazu ein elektronisches Vermessungsgerät. „Das stellt man auf, richtet es aus und drückt aufs Knöpfchen“, schildert der 45-Jährige, wie sich die Zeiten geändert haben, auch wenn eigentlich jeder Vermessungsingenieur mit Maßband und Messlatte umgehen können sollte. „So etwas kann bei steilem Gelände manchmal noch interessant sein.“
Erscheint ein neuer Stadtplan, baut dieser auf dem vorherigen auf. Dazu arbeitet der Bereich mit dem Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) zusammen. „Wir schicken Änderungen ein, wenn es eine neue Straße gibt.“ Ein Beispiel dafür ist das Neubaugebiet Scheitensberg. Auf der Basis der Bebauungspläne und des Aufmaßes, wenn die Straßen fertig sind, erstellt der Bereich eine Vorlage, die dann beim RVR eingepflegt wird.
Stadtpläne entstehen heute digital. „Früher hat man mit Tusche und Bleistift kartiert. Ich habe das selbst noch gelernt“, erinnert sich Kraemer an seine Ausbildung im Jahr 1990.

"Wir vermessen, was zu vermessen ist"

Doch nicht nur für die Erstellung von Stadtplänen werden die Vermessungsingenieure und -techniker aktiv. „Wir vermessen für die Stadt, was zu vermessen ist“, erklärt Kraemer. Ihre Hilfe ist gefragt, wenn es zum Beispiel um die Aufstellung eines Bebauungsplans geht, den Ausbau einer Straße oder auch den Umbau des Altstadtmarkts. „Da haben wir abgesteckt, wo die bewirtschaftete Fläche hin soll.“
Einen Eindruck von der Historie der Vermessungstechnik kann man auf dem Flur des Bereichs Vermessung und Geoinformation gewinnen. In mehreren Vitrinen finden sich hier unter anderem ein Nivelliergerät, das um 1910 zur Höhenmessung verwendet wurde, Kurbelrechenmaschinen sowie diverse Utensilien zur Kartierung. Darunter sind neben Zirkel und Tuschesatz auch ein Planimeter, mit dem man Flächen ausmessen kann, sowie ein Pantograph, der benutzt wurde, um Pläne zu verkleinern oder zu vergrößern.
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1 Kommentar
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Armin von Preetzmann aus Castrop-Rauxel | 05.09.2016 | 18:08  
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