Friethsgraben Rest der Freyheit Castrop

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Gibt es hier im Erdreich noch Spuren der alten Ortsbefes-tigung der Freyheit Castrop? Das Landesdenkmalamt in Münster hält das für möglich.

Noch haben die Bauarbeiter am Markt in der Altstadt keine historischen Funde freigelegt. Ob sie überhaupt fündig werden, ist ja auch nicht klar. Aber nicht unmöglich.

Das Landesdenkmalamt mit Sitz in Münster hatte dem EUV im Vorfeld der vor zwei Wochen begonnenen Kanalbauarbeiten den Hinweis gegeben, wonach ein so genannter Friedsgraben im Erdreich verborgen sein könnte. Wenn, dann würden die Bauarbeiter auf den ersten 25 Metern der Baustelle fündig werden.

Stadtarchivar Thomas Jasper hat für den Stadtanzeiger zusammengetragen, was in den Geschichtsbüchern der Stadt zum Thema zu finden ist:
„Bei dem Friethswall und dem Friethsgraben handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um Überreste der alten Befestigungsanlage der Freyheit Castrop.

Die Freyheit Castrop war im Grunde die erste politische Organisationsform der Ortschaft Castrop aus dem Spätmittelalter. Eine Freyheit wird auch als ,Minderstadt‘ bezeichnet im Gegensatz zu einer Vollstadt.
So gab es in einer Freyheit keine Zünfte, und auch die Ortsbefestigung war genau definiert. Eine Freyheit durfte somit keine steinerne Stadtmauer besitzen, sondern nur Stadttore (in Castrop gab es drei) und einen Wall mit einer darauf verlaufenden Holzpalisade.

Vor diesem Wall befand sich ein Graben, der aber nicht mit Wasser gefüllt war, also ein Trockengraben oder trockener Graben.

Um Reste dieses Grabens und Walls der ehemaligen Ortsbefestigung von Castrop handelt es sich wahrscheinlich bei den eventuellen Hinterlassenschaften am Castroper Marktplatz.“

Jasper weiter: „Ich bin aber in der Annahme sehr vorsichtig, ob man diese alten Bodenformationen heute noch nachvollziehen kann. Pläne über den Verlauf dieser alten Befestigungsanlage existieren nicht.

Der Marktplatz in der heutigen Form ist erst im ausgehenden 19. Jahrhundert bzw. zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschaffen worden.“

Beim Landesdenkmalamt hatte es geheißen, in einer Beschreibung aus dem Jahr 1724 sei die Rede von einer Stadtmauer und einem trockenen Graben gewesen. 1913 habe ein Teil des Grabens, der von der ehemaligen Synagoge quer über den Marktplatz in Richtung Mühlengraben verlaufen ist, noch offen gelegen. Genaue geografische Angaben gebe es allerdings nicht.
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