Henrichenburg: Neue Kita auf altem Friedhof

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Zu sanierungsbedürftig sei der AWO-Kindergarten an der Hedwig-Kiesekamp-Straße, um noch darin zu investieren. Deswegen möchte die AWO stattdessen eine neue Kita bauen. (Foto: Thiele)
 
Seit 1974 besteht der Kindergarten an der Hedwig-Kiesekamp-Straße. Nun ist ein Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofs geplant. (Foto: Thiele)

Am 1. August 2016, zum Beginn des Kindergartenjahres, würde die AWO-Kindertageseinrichtung „Henrichenburg“ gern ihre Arbeit in einem neuen Gebäude an der Hedwig-Kiesekamp-Straße aufnehmen. Die Baupläne der AWO stoßen nicht nur auf Gegenliebe. Doch während der letzten Sitzung des Bauausschusses beschlossen die Mitglieder einstimmig, eine Abrundungssatzung aufzustellen.

Diese Satzung war erforderlich, da eine Bebauung des 2.100 Quadratmeter großen Geländes planungsrechtlich unzulässig war, „da das Baugrundstück keine Baulandqualität besitzt“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Erst durch die Aufstellung der Abrundungssatzung wurden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau der neuen Kita geschaffen.
Ratsherr Josef Berkel (CDU) gehört zu denen, die die Pläne, auf dem alten Friedhof von Henrichenburg eine Kita zu errichten, mit Skepsis betrachten. „Ich kann nicht verstehen, warum die St. Lambertus-Gemeinde das Grundstück veräußern will.“ Berkel geht davon aus, dass sich bei der Henrichenburger Bevölkerung Widerstand gegen den Neubau formieren wird, um die Grünfläche an der Hedwig-Kiesekamp-Straße zu erhalten.
Oliver Lind (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, erklärte dagegen während der Sitzung, dass man den Neubau guten Gewissens verwirklichen könne, „weil keine Grünfläche zerschnitten wird und das Grundstück von Bebauung umgeben ist“. Zudem betonte Lind, dass es bei diesem Bauprojekt um Kinder gehe, und wies darauf hin, dass die Verpflichtung bestehe, den Altbau zurückzubauen, so dass sich eine ausgeglichene Ökobilanz ergebe.
Seit 1974 ist die alte Kita an der Hedwig-Kiesekamp-Straße in Betrieb. „Aber sie ist so sanierungsbedürftig, dass wir keinen Cent mehr investieren können“, erklärt Kerstin Fromm, Fachbereichsleiterin für Kindergärten beim AWO-Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen.
Die bisherigen Räumlichkeiten entsprächen langfristig weder den Brandschutzbestimmungen noch den Vorgaben des Raumprogramms. Dies sieht zum Beispiel getrennte Räume für die unterschiedlichen Altersgruppen, einen Mehrzweckraum sowie einen separaten Schlafraum vor. Der geplante Neubau dagegen solle entsprechend der heutigen Gegebenheiten umgesetzt werden, so Fromm.
Zurzeit besuchen 65 Kinder in drei Gruppen (0 bis 3 Jahre, U3 (2 bis 6 Jahre) sowie Ü3) die Kita an der Hedwig-Kiesekamp-Straße. Dies soll auch in den neuen Räumlichkeiten so bleiben. „Aber die Gruppentypen werden sich ändern, so dass mehr U3-Kinder aufgenommen werden können“, erläutert Fromm. Denn hierfür gebe es vermehrt Bedarf.
Die AWO wird als Träger der neuen Kita fungieren, nicht jedoch als Bauherr. Den Kauf des Grundstücks und den Bau des Gebäudes werde ein Investor übernehmen, so Kerstin Fromm.
Bis dahin sind jedoch noch viele Verfahrensschritte erforderlich. Nachdem nun die Abrundungssatzung beschlossen wurde, wird zunächst ein Planentwurf für die öffentliche Auslegung erarbeitet. Dann folgt der Beschluss über die öffentliche Auslegung des Satzungsentwurfs. Dieser wird voraussichtlich im ersten Quartal 2015 erfolgen.
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