Holperstrecken: Warten auf das Geld zum Löcher stopfen

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Nicht nur tief liegenden Boliden, sondern auch Fahrzeugen mit größerer Bodenfreiheit bereiten Castrop-Rauxels Straßen wegen ihrer Schlaglöcher Schwierigkeiten. Zurzeit erstellt der EUV ein Sanierungsprogramm in der Hoffnung, möglichst bald die schlimmsten Straßendecken sanieren zu können. (Foto: Thiele)
 
Wenn Geld in die Haushaltskasse fließt, sollen unter anderem Straßen saniert werden. (Foto: Möhlmeier)

Reichlich Schlaglöcher und Holperstrecken gibt es auf Castrop-Rauxels Straßen. Mit Blick auf die zu erwartende Finanzhilfe vom Bund erstellt der EUV zurzeit ein Sanierungsprogramm, das die Straßen berücksichtigt, die vorrangig instand gesetzt werden müssten.

Von den knapp 300 Kilometern an städtischen Straßen fielen etwa zehn Kilometer in die höchste Schadensklasse 7/8, erläutert EUV-Chef Michael Werner. Hier bestünde dringend Handlungsbedarf, hatte der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung betont. Hinzu kämen viele Straßen in der Schadensklasse 5/6, die auf dem Sprung seien, zu Klasse 7/8 zu werden, so Werner.
Wie viele Straßen in das Sanierungsprogramm aufgenommen werden könnten, vermag der EUV-Chef zurzeit nicht zu sagen. Denn noch steht nicht fest, wie hoch der Anteil Castrop-Rauxels am 3,5 Milliarden Euro schweren Investitionsfonds für finanzschwache Städte ist. „Wird das Ruhrgebiet priorisiert? Wie sieht der Verteilungsschlüssel aus? Muss die Stadt einen Eigenanteil leisten?“, nennt Werner einige der noch unbekannten Variablen.

Mittel sollen sollen bis Mitte des Jahres kommen

„Die Infrastrukturmittel sollen kurzfristig bis Mitte des Jahres kommen“, weiß Bürgermeister Johannes Beisenherz. Dieses Geld sei überwiegend für investive Maßnahmen bestimmt. Wesentlicher Punkt sei hier der Bereich Bildung, zum Beispiel frühkindliche Einrichtungen und Offene Ganztagsschulen, die steigenden Raumbedarf hätten.
Ein weiterer Aspekt sei die Straßensanierung. „Da haben wir einen riesigen Stau“, erklärt Beisenherz.
EUV-Chef Werner würde sich wünschen, wenn die Stadt schnell und ohne große Bürokratie finanzielle Mittel erhalten könnte. Nach Ostern wird er im Rathaus Geld für die Reparatur der Straßenschäden anfordern, die während des Winters hinzugekommen sind. Zurzeit werte der EUV die Schäden aus, doch „es hat viele Straßen erwischt“, so Werner.
Es wäre passend, wenn die Höhe der Zusage über finanzielle Mittel vom Bund zeitgleich geklärt werden könnte, erklärt er. „Damit wäre uns sehr geholfen.“
Denn zurzeit erledigt der EUV lediglich Sofortmaßnahmen mit Kaltasphalt. „Das hält auf Dauer nicht.“ Stattdessen müssten die Straßen mit Heißasphalt saniert werden.
Daneben hofft Werner auf eine möglichst schnelle Zusage wegen der Bundesmittel, da es nur relativ wenige Tiefbaufirmen gebe, die Asphaltdecken machten. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Dies wirke sich zudem auf den Preis aus.
Einen Quadratmeter Straßendecke zu erneuern, koste etwa 35 Euro. Bei einer üblichen Straßenbreite von sechs Metern betrügen die Kosten für eine Sanierung von 200 Metern Straße inklusive einiger weiterer damit verbundener Arbeiten leicht 50.000 Euro. „Wenn wir beispielsweise 500.000 Euro bekommen, reden wir also von zehn Abschnitten à 200 Meter“, erläutert Werner die Schwierigkeit zu entscheiden, wie die möglichen finanziellen Hilfen verteilt werden könnten.

Weitere finanzielle Mittel

- Inwieweit die Stadt von der ab 2017 vorgesehenen Entlastung beim Kreis Recklinghausen profitieren könne, stehe noch nicht fest, so Bürgermeister Johannes Beisenherz. „Das ist keine direkte Zuweisung. Da müssen wir erstmal abwarten.“
- Er hofft auf eine geringere Kreisumlage. Dies werde sich jedoch frühestens bei den Haushaltsberatungen des Kreises im September oder Oktober entscheiden.
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