"Irgendwo sind Grenzen": Anwohner, Polizei, Politik und Verwaltung diskutierten über die Situation am Kulturplatz Leo

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Um über die Situation am Kulturplatz Leo zu sprechen, hatte die CDU Castrop-Süd zum Ortstermin eingeladen.

Lärm, Dreck, Vandalismus, Alkoholexzesse und Drogenhandel durch Jugendliche beklagen die Anwohner des Kulturplatzes Leo in der Altstadt vor allem an den Wochenenden. Daher wünschen sie sich in den Abendstunden mehr Kontrollen durch die Polizei oder das Ordnungsamt.

Die CDU Castrop-Süd hatte am Donnerstag (20. Juli) zu einem Ortstermin eingeladen, um die Situation direkt am Leoplatz zu erörtern. "Wir haben den Eindruck, dass der Platz mehr und mehr zu einem Angstraum wird", fasste Ortsverbandschef Michael Schneider das Problem zusammen.
"Wir haben nichts gegen Jugendliche", betonten die Anwohner, und es sei ihnen auch bewusst, dass sie in der Innenstadt wohnten. "Aber irgendwo sind Grenzen", machte ein Mann deutlich, und eine Frau wünschte sich: "Ich möchte mal wieder vor 22 Uhr auf dem Balkon sitzen und in Ruhe ein Buch lesen können."

Polizei bestätigt Anwohnerbeschwerden

Polizeihauptkommissar Frank Rösler, Leiter des Bezirks- und Schwerpunktdiensts, bestätigte regelmäßige Anrufe bei der Polizei und häufige Einsätze. Zugleich räumte er ein, dass es sicherlich vorkomme, dass die Jugendlichen die Musik dann nur für eine halbe Stunde leiser stellen würden. "Aber wir können nicht permanent einen Streifenwagen hinstellen."
Mit Geld- und Personalmangel hat man bekanntlich auch beim Ordnungsamt zu kämpfen. Zwar würden die bereits ausgewählten beiden neuen Mitarbeiter irgendwann nach den Sommerferien ihren Dienst aufnehmen und der Verwaltung schwebe vor, 2019 und 2021 je zwei weitere einzustellen, so Bereichsleiter Thomas Roehl, "aber in Gänze können wir das Problem wahrscheinlich nie beseitigen".
Ebenfalls mit dem Hinweis aufs fehlende Geld erteilte Rechtsdezernent Michael Eckhardt der Idee eines Anwohners, zwischenzeitlich einen Sicherheitsdienst zu engagieren, eine Absage.

Mehr kulturelle Veranstaltungen

Andere Vorschläge der Anwohner gingen in die Richtung, den Kulturplatz Leo wie ursprünglich vorgesehen wieder vermehrt für Veranstaltungen zu nutzen. "Die fangen ja eher an und gehen bis 22 Uhr. Dann ist der Platz besetzt", hoffte eine Anwohnerin, dass die Jugendlichen den Platz dann aufgeben würden.
Eine andere Frau, die schilderte, dass es die meisten Probleme schon zu ihrer Schulzeit am Adalbert-Stifter-Gymnasium vor 30 Jahren gegeben habe, regte an, die Jugendlichen mit einzubeziehen und etwa Bands auf dem Platz eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten.
Ein konkrete Lösung kristallisierte sich bei dem Ortstermin nicht heraus. Wie Sozialdezernentin Regina Kleff jedoch erklärte, sei das Thema in der Stadtverwaltung angekommen und es würden bereits Gespräche, zum Beispiel mit der Polizei, geführt. "Es muss ein Maßnahmenkatalog sein", verdeutlichte sie, dass nicht ein Bereich allein die Situation am Kulturplatz Leo klären könne, und CDU-Ratsherr Michael Breilmann plädierte dafür, das Problem in einer interfraktionellen Runde zu besprechen.
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