Lehrermangel auch in Castrop-Rauxel: Schulen sind unterschiedlich gut ausgestattet

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Der landesweite Lehrermangel macht auch vor Castrop-Rauxels Schulen nicht Halt. Zwar sind, wie die Bezirksregierung Münster mitteilt, im Sommer sieben Lehrkräfte eingestellt worden – je eine an Grundschule und Gymnasium, zwei an der Willy-Brandt-Gesamtschule sowie zwei Seiteneinsteiger im Real- und einer im Sekundarschulbereich – aber damit sind nicht alle Stellen besetzt.

Grundschulen: Sie sind zu 94,18 Prozent besetzt. Ausfälle darüber hinaus sind durch langfristige Erkrankungen, Mutterschutz oder Elternzeit bedingt. „Wir haben dort acht Elternzeitstellen vertretungsweise besetzt, davon drei mit sogenannten ,Nichterfüllern', das heißt Lehrkräfte ohne abgeschlossene Lehrerausbildung“, erklärt Andreas Winnemöller von der Pressestelle der Bezirksregierung.
Fünf Leitungs- und fünf Konrektorenstellen sind nicht besetzt. Die Vertretung erfolge durch Abordnung von Schulleitern, Steuergruppen oder die Konrektoren in der kommissarischen Schulleitung.
Hauptursache für den landesweiten Lehrermangel in der Grundschule seien die Verlängerung der Lehrerausbildung und der zusätzliche Lehrkräftebedarf zur Beschulung von Kindern aus Zuwandererfamilien, so Winnemöller. „Die Landesregierung hat derzeit verschiedene Maßnahmen initiiert. Unter anderem wird ein ,Seiteneinstieg' in den Fächern Kunst, Musik, Sport und Englisch zugelassen, und Lehrer mit einer Sek. II-Ausbildung können vorübergehend eingestellt werden.“

Willy-Brandt-Gesamtschule: Hier liegt die Ausstattungsquote bei den Lehrern unter 100 Prozent. „Es sind vier Stellen zur unbefristeten Einstellung zugewiesen worden, zwei davon konnten zum 25. August besetzt werden“, sagt Winnemöller. „Zusätzlich wurde eine Stelle über das benachbarte Gymnasium mit der Auflage der Abordnung an die Gesamtschule ausgeschrieben. Hier liegt eine Zusage einer Lehrkraft zum 1. November vor. In Nebenfächern erfolgte teilweise eine Unterrichtskürzung, um den Matheunterricht zu gewährleisten. Aktuell fällt der Informatikunterricht aus.“

Sekundarschule Süd: Die Ausstattungsquote beträgt deutlich unter 100 Prozent. „Es sind sieben Stellen zur unbefristeten Einstellung zugewiesen worden. Eine davon konnte zum 25. August mit einer Seiteneinsteigerin besetzt werden. Unterrichtsausfall liegt nur in noch akzeptablem Umfang vor. Dies konnte durch Umverteilung und Mehrarbeit erreicht werden“, erklärt Winnemöller.

Fridtjof-Nansen-Realschule: Die Stellenbesetzung liegt bei 93,75 Prozent. „Eine Lehrkraft, die zum 1. Oktober eingestellt wurde, ist hierbei noch nicht berücksichtigt. Eine Stelle wird zum 1. November ausgeschrieben.“ Unterrichtsausfall sei nicht bekannt.

Adalbert-Stifter- und Ernst-Barlach-Gymnasium: Sie haben zum Stand 1. Februar 2018 keinen Lehrermangel. Krankheits- und Mutterschutzzeiten werden durch Vertretungskräfte aufgefangen. Am EBG ist die stellvertretende Schulleiterstelle vakant. Die Aufgaben werden von einer kommissarischen stellvertretenden Schulleiterin übernommen.

Martin-Luther-King-Schule: Hier gibt es eine unbesetzte Stelle. „Die Differenz zwischen Bedarf und Personalausstattung liegt aber dennoch bei null“, so Winnemöller.

Hans-Christian-Andersen-Schule: Der Unterhang liegt bei -1,36 Stellen. Der Unterricht werde aber trotzdem ohne Ausfall gewährleistet.

Berufskolleg Castrop-Rauxel: Zum 1. Februar 2018 gibt es keinen Lehrermangel. Zum 1. November konnten drei Stellen mit Referendaren und drei mit Lehrkräften besetzt werden. „Weitere 15 Stellen stehen für eine Besetzung zum 1. November zur Verfügung und befinden sich in der Bearbeitung“, erläutert Winnemöller. „Krankheitszeiten und Mutterschutzzeiten werden durch Vertretungskräfte aufgefangen.“

An den drei weiterführenden Schulen, die im Sommer 2018, schließen, ist kein Unterrichtsausfall bekannt. Die Ausstattungsquote beträgt an der Franz-Hillebrand-Hauptschule 103,77 Prozent, an der Johannes-Rau-Realschule 114,07 Prozent und an der Janusz-Korczak-Gesamtschule 118,15 Prozent.
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