Mit neuer Wärmemarktstrategie CO2 verringern

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159.800 Tonnen Kohlendioxid (CO2) entstehen jährlich bei der Deckung des Wärmebedarfs im privaten Wohnungsmarkt in Castrop-Rauxel. In den kommenden 15 Jahren könnte diese Menge um 48.433 t CO2, etwa 30 Prozent, reduziert werden.

Dies sagte Konstantin Herr von der Nymoen Strategieberatung aus Berlin während der Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag (9. Juni). Dort stellte er den Schlussbericht des Klimaschutzkonzeptes „Wärmemarktanalyse der Stadt Castrop-Rauxel und Entwicklung von innovativen Strategien zur CO2-Emissionsminderung“ vor.
Wie Herr erläuterte, seien mehr als 75 Prozent der Gebäude in Castrop-Rauxel über 35 Jahre alt. „Damit ist die Gebäudemasse durchschnittlich älter als in Nordrhein-Westfalen.“ Ob Erkenntnisse vorlägen, bei wie vielen der alten Häusern der Besitzer gewechselt hätte und die Häuser bereits saniert seien, wollte die Ausschussvorsitzende Notburga Henke wissen. Herr musste einschränken, dass dies nicht bekannt sei und das Gebäudealter lediglich ein Indiz für seinen Energiebedarf sei.

Co2-Emission höher als Bundesdurchschnitt

Er verwies jedoch auch auf die jährliche CO2-Emission pro Kopf in Castrop-Rauxel, die mit 2,13 t höher als der Bundesdurchschnitt sei. Dieser liege bei 1,79 t. „Hier gibt es Potential, um etwas zu machen“, so Herr.
Der von Nymoen erarbeitete Umsetzungsfahrplan sieht vier Maßnahmepakete vor: Steigerung der Energieeffizienz, erneuerbare Wärme (zum Beispiel Biogas, Solarthermie), Energieberatung sowie Gebäudesanierung. Konkrete Einzelmaßnahmen sollen schwerpunktmäßig in den 15 Castrop-Rauxeler Stadtteilen umgesetzt werden.
Für Habinghorst etwa ist dies der Ausbau der Fernwärmeversorgung, die hier genau wie in Rauxel bereits teilweise vorhanden ist. Zurzeit hat Fernwärme bei der Deckung des Wärmebedarfs im privaten Wohnungsmarkt Castrop-Rauxels einen Anteil von 16 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/a). Der Gesamtbedarf beträgt rund 630 GWh/a.

Fernwärme für die Lange Straße

Auf der Lange Straße könnte die Versorgung mit Fernwärme nun ausgebaut werden. Nach der Abschaltung des Kraftwerkes Knepper nahmen Rütgers Infratec und E.on Fernwärme Ende Januar eine neue Fernwärmestation in Betrieb. „Der Vorteil ist, dass man hier vorhandene Industrieabwärme nutzen kann“, so Herr.
E.on wird circa 50 Hauseigentümern auf der Lange Straße anbieten, ebenfalls Fernwärme zu nutzen. Die Rohre dafür seien bereits vorhanden, erklärte EUV-Chef Michael Werner am Rande der Sitzung. Sie stammten aus der Zeit des Kraftwerks Rauxel.
Nach Modellrechnungen, wann sich die Umstellung auf ein anderes Heizsystem für Hausbesitzer rechne, erkundigte sich Ulrich Werkle (Grüne). Wie Herr erläuterte, liege die Amortisationszeit einer neuen Heizung bei zehn bis 15 Jahren, da deren Lebensdauer 15 bis 20 Jahre betrage und zudem der Wärmeverbrauch günstiger würde.
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