Ohne Barrieren: Mehr als 130 Bushaltestellen müssen bis 2022 ausgebaut werden

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Der Ausbau der Haltestelle Katholisches Krankenhaus steht mit ganz oben auf der Prioritätenliste.

Anders als noch vor einigen Wochen lauten die Zahlen der Stadt im Bezug auf den nach dem Personenbeförderungsgesetz vorgeschriebenen barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen. Billig wird die Umsetzung für die Stadt aber trotzdem nicht.

Die Ergebnisse einer Bestandserfassung, bei der eruiert wurde, wie der aktuelle Ausbauzustand der Bushaltestellen in Castrop-Rauxel ist, stellten der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt und EUV-Chef Michael Werner jetzt in einem Pressegespräch vor, bevor die Fachausschüsse – darunter der Bauausschuss am 29. September – darüber diskutieren.
Bis Ende 2021 müssen die Haltestellen barrierefrei ausgebaut sein. In Castrop-Rauxel gibt es insgesamt 300 Stationen, von denen 149 in städtischer Verantwortung liegen. Die wenigsten davon sind nach den aktuellen Vorgaben ausgebaut – nämlich nur 16 an der Vincke-, Bladenhorster und Lange Straße.
80 Haltestellen sind überhaupt nicht barrierefrei, andere wiederum nur zum Teil. Hinzu kommt, dass die Vorschriften geändert wurden. "Früher hat man geriffelte Steine verbaut, jetzt müssen es welche mit Noppen sein", nannte Dobrindt ein Beispiel.

Prioritätenliste erstellt

Aufgrund dieser Daten wurde nun eine Prioritätenliste für den Ausbau erstellt. Hierbei wurde neben dem Zustand berücksichtigt, ob die Station etwa neben einem Seniorenheim oder einem Ärztehaus liegt und von wie vielen Menschen sie genutzt wird.
Eine der Haltestellen, die auf der Basis dieser Priorisierung mit an die Spitze der Liste gerutscht ist, ist die Haltestelle Katholisches Krankenhaus. Das gleiche gilt für die Bussteige am Münsterplatz. "Sie sind die nächsten, die dran kommen müssen", so Werner.
Eh schon vorgesehen für dieses Jahr waren die Haltestellen Lange Straße (Fridtjof-Nansen-Realschule), Waldfriedhof sowie Hochstraße, deren Ausbau nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz gefördert wird.

Hoffnung auf Fördergelder

Fünf bis sieben Umbauten stemmt die Stadt zurzeit pro Jahr. Nach der derzeitigen Lage der finanziellen Förderung könnte so bis zum Jahr 2022 nur weniger als ein Drittel der Haltestellen ausgebaut werden. Denn hierin besteht die Crux: Es fehlt das Geld, um zügig alle Stationen umzugestalten, auch wenn aktuell Fördermittel für den Ausbau weiterer Haltepunkte beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr beantragt sind und für das Städtebauförderprogramm bis zum Stichtag im November ein Antrag gestellt werden soll.
Wieviel der gesamte Ausbau kosten wird, vermag die Stadt nicht zu sagen. "Der Marktpreis für den Ausbau einer Station liegt bei 15.000 bis 20.000 Euro", so Werner. Für ein Wartehäuschen, die aber nicht überall vorgesehen seien, kämen noch einmal etwa 20.000 Euro hinzu. "Glas ist teuer geworden", erläuterte der EUV-Chef die Ursache für die gestiegenen Zahlen.
Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, den Umbau einzelner Stationen mit einer entsprechenden Begründung zu unterlassen. "Das darf nicht das Ziel sein", betonte Dobrindt jedoch, dass die Stadt plane, alle Haltestellen barrierefrei auszubauen.
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