Preisunterschiede: Bund der Steuerzahler NRW untersuchte Abfall- und Abwassergebühren

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In einigen kreisangehörigen Städten ist es billiger, Abfall zu entsorgen, als in Castrop-Rauxel.

Gegen den Trend läuft Castrop-Rauxel, denn während der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW im Vergleich zu 2015 im Landesdurchschnitt leicht gestiegene Abfall- und Abwassergebühren feststellte, sind sie hier gleich geblieben. Was die Höhe der Gebühren angeht, gibt es jedoch günstigere Städte als Castrop-Rauxel.

Alle Städte des Kreises Recklinghausen liefern ihren Restmüll zur Verbrennung nach Herten ins Abfallkraftwerk "Rohstoffrückgewinnungs-Zentrum Ruhr", und pro Tonne Hausmüll müssen sie ein Entgelt von 141,14 Euro zahlen. Diese Summe fließe zu 40 bis 45 Prozent, so EUV-Chef Michael Werner, in die Abfallgebühren ein, die die Bürger zahlen und die in Castrop-Rauxel bei der 14-täglichen Leerung einer 120l-Tonne bei 222 Euro liegen.
"Das ist unter dem Landesdurchschnitt", betont Werner. Dieser beträgt 267 Euro, doch innerhalb des Kreises zahlt man laut BdSt in Gladbeck sogar nur 175,96 Euro. Den Vergleich der Städte untereinander lässt Werner aber nicht ganz gelten, da Castrop-Rauxel in der Liste mit einem Teilservice aufgeführt sei, obwohl es sich um einen Vollservice handele. Zudem müsse man in manchen Städten die Biotonne extra bezahlen. Daneben verweist Werner auf weitere Leistungen des EUV, wie Recyclinghof, Umweltbrummi, Abfallberatung und Laubsammlung. "Das ist ein Gesamtpaket."
Der restliche Anteil der Gebühren von 55 bis 60 Prozent ergibt sich aus der Beförderung durch den EUV. Hier fallen zum Beispiel Kosten für Fahrzeuge, Müllgefäße, Mitarbeiter, Autobahngebühren, Unfallkasse NRW und Arbeitsschutzkleidung an.

Vertraglich an Herten gebunden

An der Entsorgung des Restmülls in Herten lässt sich aktuell nichts ändern. "Der Kreis hat einen Vertrag mit Herten", so Werner, und der Kreistagsbeschluss gelte bis über 2020 hinaus. "Erst danach gibt es die Möglichkeit, neu auszuschreiben." Ob es bei den 141,14 Euro bleibt, ist zurzeit offen. Im Oktober wird der Kreis einen Entwurf für die Kreisabfallgebühr vorlegen. Schon jetzt stehe fest, dass es für 2017 eine Tarifanpassung um zwei Prozent geben werde, so Werner. Dies könne der EUV vielleicht kompensieren, macht er Hoffnung, dass es zu keiner Gebührenerhöhung für die Bürger kommt. "Ziel ist immer eine Preisstabilität."
Wer Geld sparen möchte, dem rät Werner, Müll zu vermeiden und von einer 120l- auf eine 80l-Tonne umzusteigen.

Abwassergebühren

Neben den Abfallgebühren hat der BdSt die Abwassergebühren unter die Lupe genommen. Sie sind zwar in Castrop-Rauxel dieses Jahr nicht gestiegen, aber während hier pro Kubikmeter Schmutzwasser 2,39 Euro anfallen, verlangt Recklinghausen mit 2,16 Euro den kreisweit niedrigsten Preis. Beim Quadratmeter Niederschlagswasser ist Datteln mit 0,64 Euro am günstigsten, wohingegen in Castrop-Rauxel 1,12 Euro fällig werden.
Eine Ursache für diese Unterschiede sieht Werner im Zuge des Emscherumbaus in der unterschiedlichen Anzahl der Einleitungen in die Emscher pro Stadt. Rund 40 Prozent der Abwassergebühren flössen an die Emschergenossenschaft. Durch den Umbau betrage die durchschnittliche jährliche Preissteigerungsrate fünf Prozent. "Sie konnten wir durch unsere Kapitalpolitik kompensieren."
Hausbesitzern, die ihre Gebühren senken möchten, empfiehlt Werner, ihr Niederschlagswasser abzukoppeln. "Bei einem Dach von 100 Quadratmetern macht das 112 Euro pro Jahr aus."
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