Rodungen im April an der Brandheide: Leserin hinterfragt Zeitraum

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Verwundert zeigt sich Stadtanzeiger-Leserin Andrea Vierhaus über die Ankündigung von EUV-Vize Thorsten Werth-von Kampen, dass im April Rodungsarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Deponie Brandheide erledigt werden sollen. Sie verweist auf §39 Bundesnaturschutzgesetz, und fragt, warum solche durch Bauprojekte klar planbare Rodungsmaßnahmen außerhalb des erlaubten Zeitraumes vom 1. Oktober bis 28. Februar zulässig seien.

„Wir hatten die Genehmigung, im Februar die gesamte Fläche zu roden“, erklärt Werth-von Kampen auf Stadtanzeiger-Nachfrage. Dies habe der AAV (Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung) als Projektträger zeitlich aber nicht hinbekommen, sondern hätte die Arbeiten erst Monate später erledigen können.
„Dann hätten wir erst im Herbst mit der Sanierung der Deponie beginnen können, und dann fängt man Tiefbauarbeiten nicht an“, erläutert Werth-von Kampen, dass man so ein ganzes Jahr verloren hätte. Um dies zu vermeiden, sei mit der Unteren Landschaftsbehörde besprochen worden, dass im April in bestimmten Bereichen des Geländes ein Rückschnitt in kleinerem Umfang erfolgen dürfe. „Jetzt lassen wir etwas für die Tiere übrig“, so Werth-von Kampen.
Später würden aber auch diese Bereiche im Zuge der Sanierungsarbeiten gerodet.

"Höherwertiges Gewässer"

Das Entgegenkommen der Unteren Landschaftsbehörde, im April einen Teil der Rodungen vornehmen zu dürfen, habe nicht zuletzt damit zu tun, dass die Deponiesanierung ein höheres Gemeingut als der temporäre Schutz von Flora und Fauna darstelle, erläutert der EUV-Vize. „Wir beseitigen hier eine recht große Gefahr und stellen ein ökologisch höherwertiges Gebiet und Gewässer her“, sagt Werth-von Kampen über die Maßnahme, die durch das Ökologieprogramm im Emscher-Lippe-Raum (ÖPEL) gefördert wird und bei der das Gelände renaturiert und der verrohrte Mühlenbach offengelegt werden sollen.
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