Sanierung oder Abriss? – Was passiert mit Castrop-Rauxels marodesten Brücken?

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Die Frage nach Sanierung oder Abriss stellt sich auch bei der Erinbrücke. (Foto: Nina Möhlmeier)

Weil sie bei der Brückenprüfung 2013 sehr schlecht abschnitt, wurde die marode Brücke am Bennertor Anfang 2014 abgerissen. Laut den Ergebnissen der neuesten Brückenprüfung fallen weitere acht von insgesamt 26 städtischen Brücken in die höchste Schadensklasse.

„Im nächsten Jahr wollen wir die acht Brücken stabilisieren. Das ist unser Ansatz“, sagt EUV-Chef Michael Werner über das geplante Sanierungskonzept, das laut des am 1. Juni gefassten Beschlusses des Bauausschusses zeitnah vorgelegt werden sollt. Bei manchen Bauwerken stehen aber auch alternativ Abriss und Neubau im Raum.
Rund 2,26 Millionen Euro würden für die Sanierung aller Brücken anfallen, allein 1,5 Millionen Euro für die acht mit den größten Schäden. Demgegenüber stehen dem EUV in diesem Jahr etwa 75.000 Euro für die laufende Unterhaltung zur Verfügung. Sie werden eingesetzt, um Dehnungsfugen zu säubern, Geländer nachzuschweißen und Widerlager zu schmieren.
„Wir konnten keine Brücken grundsätzlich ertüchtigen“, blickt Werner auf den Zeitraum seit der Brückenprüfung 2013 zurück. Denn bekanntlich hat die Stadt kein Geld, „und Brücken werden nicht gefördert, es sei denn in Zusammenhang mit ihrer Verkehrsbedeutung“. 60 Prozent der Kosten würden dann übernommen.

Fördermittel für Brücke an der Horststraße?

Darauf setzt Werner bei der Brücke Horststraße, die auf der Ergebnisliste an dritter Stelle steht, seine Hoffnung. Für die Brücke, die seit 2011 auf 3,5 Tonnen beschränkt ist, will der EUV bis zum nächsten Stichtag am 30. Juni 2018 Fördermittel beantragen. Zwar wurden schon erste Gespräche mit der Bezirksregierung geführt, und auch ist man dabei, Planungen abzustimmen, aber für den diesjährigen Stichtag „reicht das Zeitfenster nicht mehr“, so Werner. Ziel der Sanierung sei es, die Tonnage der Brücke wieder auf 30 Tonnen hinaufsetzen zu können.
Was die Sanierung der Erinbrücke angeht, liegt zwar noch ein hoher Buchwert auf der Mitte der 1990er Jahre errichteten Brücke, aber der EUV-Chef bringt einen Neubau ins Spiel, denn nach der aktuellen Berechnung würde eine Sanierung 450.000 Euro kosten, weil die gesamte Stahlkonstruktion eingehaust werden müsste. „Das wird eher noch teurer, und man muss sich die Frage stellen, ob eine Sanierung dann noch zielführend ist.“ Daher gelte es, die Alternativen gegenüber zu stellen und die Politik darüber diskutieren zu lassen.

Neubau am Schwarzen Weg empfohlen

Ein neues Bauwerk empfiehlt der EUV auch im Fall der Brücke Schwarzer Weg (B235). „Das ist eine wichtige Wegebeziehung und die einzige Querung, die barrierefrei ist“, so Werner. Möglicherweise 2018/19 könnte sich hier seiner Einschätzung nach etwas tun. „Wir müssen die Mittel kalkulieren, mit Straßen.NRW die Sperrpausen für die B235 absprechen und ein Verkehrsplanungskonzept erstellen“, nennt er die Vorbereitungsarbeiten für einen Brückenneubau. „Das geht nicht so schnell.“
Nicht unter den acht am schlechtesten eingestuften Brücken, aber doch überraschend schlecht im Vergleich zu 2013, ist die erst 2011 errichtete Brücke an der Waldenburger Straße eingestuft. „Der Wert ist uns unverständlich“, sagt Werner. Deswegen will der EUV zur Klärung das Gespräch mit dem beauftragten Brückenprüfer suchen.
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