Stadt möchte zwei Trauerhallen schließen

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Die Trauerhalle in Henrichenburg (Foto) soll genau wie die in Pöppinghausen geschlossen werden. (Foto: Möhlmeier)

Die Trauerhallen auf den städtischen Friedhöfen in Pöppinghausen und in Henrichenburg sowie 17 von 26 Leichenzellen möchte die Stadtverwaltung aus Kostengründen schließen. Stattdessen wird auf die Einrichtungen in Bladenhorst und Habinghorst verwiesen.

Zugleich sollen erneut die Gebühren erhöht werden. Während der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag (19. November) segneten die Mitglieder die Beschlussvorlage der Verwaltung ohne Diskussionsbedarf mit nur einer Gegenstimme (Linke) ab. Nun muss noch im Rat darüber entschieden werden.

Nachfrage ist zurückgegangen

Begründet wird die Schließung der Trauerhallen sowie der Leichenzellen in den Unterlagen der Verwaltung mit einem weiteren Rückgang der Nachfrage. Hochgerechnet für 2015 betrage der Rückgang für die Trauerhallen -5,23 Prozent, wobei die Halle in Pöppinghausen gar nicht und die in Henrichenburg einmal belegt worden sei. Bei den Leichenzellen betrage der hochgerechnete Rückgang -51,02 Prozent. Die Gebühren für die Nutzung sollen 2016 für eine Trauerhalle bei 340 Euro (2015: 283 Euro) und für eine Leichenzelle bei 366 Euro (2015: 435 Euro) liegen.
Bei den Nutzungsgebühren sieht die Bedarfsberechnung für 2016 verschiedene Erhöhungen vor. So steigen etwa die Gebühren für ein Reihengrab von 1.675 auf 1.748 Euro und für ein Urnengrab von 893 auf 932 Euro. Für die erst in diesem Jahr eingeführte Baumbestattung soll die Gebühr auf 2.330 Euro (2015: 2.233 Euro) angehoben werden.

Hunde künftig erlaubt

Die von den Mitgliedern des Bauausschusses beschlossene neue Friedhofssatzung erlaubt es künftig, einen angeleinten Hund auf die städtischen Friedhöfe mitzunehmen, sofern er nicht im Sinne des NRW-Hundegesetzes als gefährlich gilt. Wie Klaus Breuer, Leiter des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen, auf Anfrage von Rüdiger Melzner (SPD) erklärte, werden „selbstverständlich ausreichend Hundekotbeutel vorhanden sein“.

Kostenlose Reihengräber für alle Bürger

Die Linke stellte einen Antrag, allen Bürgern ein kostenloses Reihengrab zur Verfügung zu stellen. „Dies wird in der Schweiz seit vielen Jahren mit großem Erfolg praktiziert“, so Ingo Boxhammer. Zwar räumte er ein, dass es dadurch zunächst einen Gebührenausfall geben werde, verwies aber auf den zu erwartenden Haushaltsüberschuss von gut 300.000 Euro im kommenden Jahr.
Klaus Breuer geht von einem Verlust von 90.000 bis 100.000 Euro im ersten Jahr aus und erklärte, dass es in den Folgejahren einen Sogeffekt geben werde, der kaum kalkulierbar sei. Zudem zweifelte er an, dass es rechtlich einwandfrei sei, die Reihengräber kostenlos anzubieten.
Wie der Ausschussvorsitzende Oliver Lind (CDU) erläuterte, sei es nicht möglich, ein kostenloses Grab anzubieten, das andere Friedhofsnutzer mit ihren Gebühren finanzieren müssten. Und haushaltsrechtlich sei es nicht möglich, dass die Stadt einspringe.
Letztlich stimmten nur Linke und FWI für den Antrag.
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2 Kommentare
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Andrea Schütz aus Castrop-Rauxel | 21.11.2015 | 20:02  
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Roland Nelke aus Castrop-Rauxel | 22.11.2015 | 00:34  
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