Überflutung: Querrinnen an der Christinenstraße sollen Regenwasser stoppen

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Obercastroper Anwohner, SPD-Mitglieder sowie Vertreter des EUV an der Stelle am Wirtschaftsweg oberhalb der Christinenstraße, an der die südliche Querrinne gebaut werden soll.
 
Dieses Bild zeigt, welche Fließwege das Regenwasser nimmt, bevor es sich im neuralgischen Punkt im Bereich Christinen- und Elisabethstraße sammelt. (Foto: EUV)

Bei starken Regenfällen werden tieferliegende Teile Obercastrops immer wieder überflutet. Nachdem der SPD-Ortsverein Obercastrop-Ost deswegen im Mai schon zu einem Bürgerforum eingeladen hatte, folgte nun am Donnerstag (9. Juli) ein Ortstermin an der Christinenstraße.

Regnet es heftig, fließt das Oberflächenwasser sowohl die gesamte Christinenstraße als auch aus der Richtung Elisabeth-, Marien- und Hedwigstraße hinunter, um sich im Bereich Christinen-, Born- und Cottenburgstraße zu sammeln. „Im vergangenen Jahr an Pfingstmontag war hier ,Land unter‘“, erinnert sich der Ortsvereinsvorsitzende Udo Behrenspöhler.
Sowohl Bürgerforum als auch Ortstermin sollten dazu dienen, Möglichkeiten zu diskutieren, so dass die Anwohner der unteren Christinenstraße künftig vor Überflutungen besser geschützt werden können.

Oberer Straßenabschnitt ist nicht ausgebaut

Das Problem der häufigen Überflutungen in Obercastrop beruht zum einen darauf, dass der obere Abschnitt der Christinenstraße – etwa ab der Franzstraße – nicht ausgebaut ist. Zwar gibt es, unmittelbar bevor der Wirtschaftsweg beginnt, drei Sinkkästen, „aber das reicht nicht, da es sehr steil ist“, erläutert Michaela Ringelkamp, Mitarbeiterin Stadtentwässerung. Das Regenwasser fließt über die Gullys hinweg.
Deswegen will der EUV im Bereich des Wirtschaftswegs mit zwei Maßnahmen gegensteuern. Die Pläne sehen vor, eine 30 bis 50 Zentimeter tiefe, mit einem Gitter abgedeckte Querrinne anzulegen, um das Wasser auf eine neben dem Weg gelegene städtische Grünfläche in Richtung der früheren Müllkippe umzuleiten, wo es versickern soll. Dazu müssten auf der Fläche jedoch zuvor noch die vom Pfingststurm „Ela“ zerstörten Bäume entfernt werden. „Außerdem müssen wir die Fläche profilieren, um das Wasser gebremst zurückhalten zu können“, so Ringelkamp.
Eine zweite Querrinne über den Wirtschaftsweg soll weiter südlich etwa auf der Höhe der alten Tongrube entstehen.

Bau der nördlichen Rinne noch 2015

Der Bau der nördlichen Rinne soll noch 2015 erfolgen. „Bei der südlichen Rinne müssen wir uns zunächst mit dem Eigentümer auseinandersetzen“, so Ringelkamp, denn die angrenzende Fläche, auf der das Wasser dann versickern würde, gehört dem Regionalverband Ruhr. Beide Maßnahmen würden im Rahmen der Unterhaltung erledigt werden, erläutert EUV-Chef Michael Werner.
Eine weitere Maßnahme, die ebenfalls dazu beitragen könnte, dass künftig weniger Überflutungen in Obercastrop auftreten, wäre dagegen deutlich aufwändiger. Dabei handelt es sich um den Ausbau des bisher noch unausgebauten Abschnitts der Christinenstraße oberhalb der Franzstraße.

Straßenausbau: Bürger müssten Kosten mittragen

„Wenn wir das machen, wäre das eine erstmalige Erstellung“, betont Ringelkamp. Das heißt, dass die Grundstückseigentümer nach Kommunalabgabengesetz 90 Prozent der Kosten tragen müssten. „Der Stadt gehören noch nicht alle Teile des Straßenabschnitts“, ergänzt Werner. Man versuche aber, sie zu bekommen, macht der EUV-Chef deutlich, dass es das langfristige Ziel der Stadtverwaltung sei, den Straßenabschnitt auszubauen.
Die zukünftig angedachten Maßnahmen sind nicht die ersten an der Christinenstraße. Im Bereich unterhalb der Gertrudstraße ist vor etwa zehn Jahren der Parkstreifen mit flachen Rinnen versehen worden. Ohne nennenswerten Erfolg: Der Splitt der wassergebundenen Decke des Streifens „löst sich bei jedem starken Regen“, weiß ein Anwohner, und Ringelkamp ergänzt, dass die Straße zu abschüssig sei, so dass das Regenwasser auf den nicht versiegelten Parkstreifen gar nicht versickern könne.

Problemzone Christinen-, Elisabeth- und Bornstraße

Gleich doppelt vom heranrauschenden Oberflächenwasser sind Anwohner wie Willi Kückelmann betroffen, der auf der Ecke zur Elisabeth­straße wohnt. Hier kommt neben dem Wasser der Christinenstraße das aus der Richtung Elisabeth-, Marien- und Hedwigstraße hinzu. Zwar hat Kückelmann seine Kellerfenster schon mit kleinen Aufkantungen versehen, aber sie bieten nur bedingt Schutz, wenn das Wasser über Bordstein und Bürgersteig fließt. Eine höhere Aufkantung entlang seines Grundstücks „wäre eine bessere Idee, aber es könnten Schulkinder darauf herumklettern und sich verletzen“, hat Kückelmann Bedenken. Ringelkamp schwebt als Variante eine Trockenmauer, die man bepflanzen könnte, vor. „Sie lädt nicht so zum Klettern ein.“
Zudem will man beim EUV überlegen, welche entwässerungstechnischen Maßnahmen helfen könnten, die Situation an der Straßenkreuzung zu entspannen. „Man könnte an der Elisabethstraße unterhalb der Hedwigstraße das Wasser mit einer Rinne einfangen und der Kanalisation zuführen“, erläutert Werner. Dabei würde dann auch die kleine Grünfläche auf der Straßenecke als Versickerungsfläche miteinbezogen. Dies wäre eine investive Maßnahme. Sie solle nun geprüft werden, da auch berücksichtigt werden müsse, dass die Strecke vom ÖPNV genutzt werde, so Werner.

Hochwasserrückhaltebecken geplant

Weniger zum Schutz Obercastrops, sondern vor allem der Altstadt ist ein Hochwasserrückhaltebecken im Bereich Gertrudstraße/Im Siepen geplant. „Das Becken muss kommen“, betont der EUV-Chef. Der Wunsch der Stadt sei es, 2017/18 bauen zu können. Dies solle im Konsens mit den Anwohnern geschehen.
Wie bei dem Ortstermin deutlich wurde, ist eine einvernehmliche Lösung jedoch noch nicht gefunden worden. Ein betroffener Grundstückseigentümer äußerte seinen Unmut darüber, dass die Planungen für das Becken vorsehen, einen Teil seines Grundstücks zu überfluten, während an der Straße Im Siepen eine Mauer geplant sei. „Das Privateigentum dieser Anwohner wird geschützt, meines nicht“, kritisiert er und befürchtet eine Entwertung seines Grundstücks.
Er schlägt daher vor, das Hochwasserrückhaltebecken tiefer auszuheben und den Bodenaushub dazu zu verwenden, einen Wall zu seinem Grundstück zu errichten.
Wie Werner dem Eigentümer versicherte, werde man seine Hinweise aufgreifen. Zudem werde es vor dem Bau des Beckens ein Genehmigungsverfahren geben, „bei dem auch Ihre Stimme gehört wird“. Und Ringelkamp sagte zu, den Vorschlag des Eigentümers mit dem zuständigen Ingenieurbüro absprechen zu wollen.
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