Umstrittene Grenzwerte: Ulrich Häpke (Die Linke) widerspricht Verwaltung

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Als besorgniserregend bezeichnet Ulrich Häpke, sachkundiger Bürger für Die Linke im Umweltausschuss, in einem Schreiben an die Stadtanzeiger-Redaktion die Ergebnisse des Bodengutachtens für das Bebauungsplangebiet „Am Hasenwinkel“ (siehe Artikel). Seiner Meinung nach weisen die entnommenen Bodenproben, die zum Teil zu vier Mischproben vermengt wurden, eine zu hohe Konzentration an Blei, Cadmium und Benzo(a)pyren (BaP) auf.

Den von Häpke genannten Grenzwerten hatte Philipp Röhnert, Leiter des Bereichs Stadtplanung, aber schon während der Sitzung des Bauausschusses in der vergangenen Woche widersprochen. Damit reagierte er auf die Bedenken von Ingo Boxhammer (Die Linke), der die Werte mit Bezug auf seinen Parteifreund vorgetragen hatte.
Laut Häpke liege der Messwert von BaP in einer der Mischproben bei 2,5 mg/kg und „übertrifft sowohl den Grenzwert für Nutzgärten (1 mg/kg) als auch den für Kinderspielflächen (2 mg/kg)“. Röhnert nannte jedoch Grenzwerte von 2 mg/kg für Kinderspielflächen sowie 4 mg/kg für Wohnbereiche. „Damit bewegen wir uns in einem Grenzbereich“, räumte er ein.

Blei und Cadmium

Deutlicher fallen die Unterschiede bei den genannten Werten für Blei und Cadmium aus. Die Blei-Belastung liege in allen vier Mischproben mit 13 bis 58 mg/kg deutlich über dem Grenzwert von 0,1 mg/kg für Nutzgärten, teilt Häpke in seinem Schreiben mit. Röhnert hatte dagegen während der Bauausschuss-Sitzung einen Wert von 200 mg/kg für Kinderspielflächen genannt. „Damit liegen die Messwerte drei- bis vierfach niedriger“, so der Bereichsleiter.
Auch bei den Grenzwerten für Cadmium hatte Röhnert einen höheren Wert genannt. Während er von einem Grenzwert von 2 mg/kg für Kinderspielflächen sprach, geht Häpke von einem Wert von 0,1 mg/kg aus, den die Messwerte dreier Mischproben von 0,3 bis 0,7 mg/kg somit überträfen.
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