Warteliste für Kitaplätze / Stadt plant Neubau am Meisenweg

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Eltern steht Schadenersatz zu, wenn eine Kommune ihnen keinen Kitaplatz für ihr Kind anbieten kann und sie dadurch einen Verdienstausfall haben. Das hat der Bundesgerichtshof jetzt entschieden. In Castrop-Rauxel haben bisher keine Eltern geklagt. Das heißt aber nicht, dass es genügend Kitaplätze gibt.

2.100 Plätze, davon 1.600 für Kinder über drei Jahren, sind es, die die 38 Kindergärten bereithalten. Ausreichend ist diese Anzahl nicht. „In den vergangenen Jahren standen jedes Jahr etwa 50 Kinder auf der Warteliste. Die wurde dann abgearbeitet“, sagt Regina Kleff, Leiterin des Bereichs Kinder, Jugend und Schule. „Durch die Flüchtlingskinder sind es jetzt circa 50 mehr.“ Hier setzt die Stadt auf Brückenprojekte, die den Kindern einen späteren Übergang in eine Kita ermöglichen sollen.
Doch nicht nur die Flüchtlingskinder sorgen für eine höhere Nachfrage nach Kitaplätzen, auch die zunehmende Geburtenrate trägt dazu bei. Die Stadt reagiert darauf mit dem geplanten Neubau einer Kita am Meisenweg, die 2018 eröffnet werden soll. „Wir sind gerade dabei, die Trägervergabe zu regeln. Es gibt drei Bewerber“, erläutert Kleff. Fünf Gruppen für 75 bis 90 Kinder sollen in der neuen Kita entstehen.

Kitas überbelegt

Was weitere Maßnahmen angeht, um die Zahl der Plätze aufzustocken, „sind wir noch in der internen Beratung“, so Kleff. Im Ü3-Bereich fehlen nämlich etwa 140 Plätze. Dieses Defizit fängt die Stadt in Absprache mit dem Landesjugendamt dadurch ab, dass Kitas überbelegt werden. „Diese Provisorien gibt es in anderen Städten auch“, sagt Claudia Wimber, Abteilungsleiterin Kinderförderung. „Man hat sich auf den U3-Ausbau konzentriert und Ü3 dabei etwas vernachlässigt.“
Eines dieser Provisorien in Castrop-Rauxel war die Unterbringung von Kindern in einer Turnhalle, bevor sie im Juni in einen neuen Anbau der „Villa Kunterbunt“ ziehen konnten. Neue Plätze sind hier aber nicht geschaffen worden. Zwar entstanden 22 Plätze dadurch, dass eine zusätzliche Gruppe der Kita Swabedoo in die frühere Grundschule Grüner Weg zog, aber die AWO-Kita in Henrichenburg, die zurzeit gebaut wird, stellt ebenfalls keine Erweiterung dar.
Zugleich ist die AWO-Kita in Dingen bekanntlich seit diesem Sommer geschlossen. „Hier gab es nur neun Anmeldungen. Damit funktioniert der Betrieb nicht mehr“, erläutert Kleff. Die Kinder wechselten in die AWO-Kita Deininghausen, wo im Sommer 2015 eine zusätzliche Gruppe geschaffen worden sei.
Etwa 100 Castrop-Rauxeler Kinder, für die es zurzeit keinen regulären Kitaplatz gibt, besuchen stattdessen eine Kindertagespflege. „Das erfüllt bei Kindern im Alter von null bis drei Jahren den Rechtsanspruch“, sagt Wimber.

Bisher keine Klagen von Eltern

Apropos Recht: Klagen von Eltern auf einen Kitaplatz gab es in Castrop-Rauxel bislang nicht. Eine Prognose für die Zukunft möchte Regina Kleff aber nicht abgeben. Grundsätzlich setzt man beim Bereich Kinder, Jugend und Schule darauf, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen und gemeinsam mit den Kita-Trägern individuelle Lösungen zu finden. „Wir wissen, dass der Druck in der Elternschaft groß ist und die Eltern auf Plätze angewiesen sind“, betont die designierte Sozialdezernentin, dass man die Anliegen der Eltern ernst nehme.
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