600 Badewannen ausgebaut: Wohnberatung hilft seit 15 Jahren beim barrierefreien Umbau

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Wohnberaterin Monika Paul hat bisher 819 Haushalten in Castrop-Rauxel geholfen. (Foto: www.zuhause-leben-im-alter.info)

450 WCs versetzt, 600 Badewannen ausgebaut und sieben Kilometer Handlauf montiert – ungefähr so sieht die Bilanz von Wohnberaterin Monika Paul aus. Seit mittlerweile 15 Jahren gibt es die Wohnberatung im Kreis Recklinghausen, und Monika Paul von der Lebenshilfe Waltrop stand seitdem 819 Haushalten in der Europastadt zur Seite.

Vor 20 Jahren sei man beim Kreis zu der Erkenntnis gelangt, „dass spätestens 2018 im sozialen Bereich die Lichter ausgehen“, erzählt Paul. Denn die durchschnittlich 2.000 Euro, die pro Monat für eine Heimunterbringung anfielen, würden die meisten Menschen nur etwa anderthalb Jahre aufbringen können, und dann müsse der Kreis die Unterbringungskosten zahlen. Daher wurde die Wohnberatung geschaffen, „um am effektivsten eine Heimeinweisung zu verhindern“.
Ganz konkret heißt das, dass die Architektin jeden Bürger – egal ob Besitzer oder Mieter – kostenlos berät, der Haus oder Wohnung barrierefrei gestalten möchte. „Das ist nicht immer so einfach, wenn der Herr des Hauses früher viel selbst gemacht hat und sich nun damit abfinden muss, dass er das nicht mehr kann“, erläutert sie, dass auch emotionale Aspekte in die Beratung hineinspielen.

Bad und Stufen

An erster Stelle steht bei den Nachfragen das Bad, das nicht barrierefrei oder dessen Tür zu schmal ist. Den zweit häufigsten Problembereich stellen Stufen beim Zugang zur Wohnung dar. „Früher hat man grundsätzlich Häuser mit Hochparterre gebaut. Da sind dann mindestens drei Stufen, also mindestens 60 Zentimeter. Das bedeutet eine Rampe von zehn Metern, die man erst einmal unterbringen muss“, erläutert Paul die Schwierigkeit, hier Lösungen zu finden.
Nach einem ersten telefonischen oder persönlichen Gespräch folgt „in 90 Prozent eine aufsuchende Beratung“. Beim Hausbesuch bespricht sie mit dem Bewohner die Möglichkeiten und schreibt dann einen entsprechenden Antrag, der von der Pflegekasse genehmigt werden muss.

Hilfe bei Kredit und WG-Gründung

Neben baulichen Aspekten informiert Paul auch über die Möglichkeit, bei der NRW.Bank oder der KfW einen Kredit zu bekommen. Und wenn sich mehrere Senioren zusammenfinden, um eine WG zu gründen, hält Paul auch für sie Tipps parat.
Zu 70 bis 80 Prozent wird die Wohnberatung im Rahmen der ambulanten, komplementären Dienste vom Kreis finanziert. „Den Rest trägt der Arbeitgeber, in meinem Fall die Lebenshilfe“, erläutert Paul.
Ratsuchenden steht Monika Paul unter Tel. 02309/787832 sowie an jedem zweiten und vierten Dienstag von 10 bis 12 Uhr im Rathaus am Europaplatz zur Verfügung.
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