Angeschafft und ausgesetzt

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Junge Hunde werden oft spontan und unüberlegt angeschafft. Foto: Archiv
Kleintiere sind offenbar ein besonders beliebtes Weihnachtsgeschenk. Denn laut Roswitha Heise vom Tierheim am Deininghauser Weg sind es in erster Linie Meerschweinchen und Kaninchen, die im Januar ausgesetzt oder aufgrund von Überforderung wieder abgegeben werden.

Um dem vorzubeugen, gibt es beim Deininghauser Tierheim eine klare Regel. Von Mitte Dezember bis Anfang Januar findet keine Vermittlung statt.
Die vier süßen Mischlingswelpen, die zurzeit im Deininghauser Tierheim auf einen neuen Besitzer warten, sorgen für einiges Aufsehen. „Die Leute sind sofort hellauf begeistert, wenn sie die jungen Hunde sehen, und möchten sie am liebsten gleich mitnehmen“, erzählt Roswitha Heise. Genau dort liege allerdings das Problem. Denn in vielen Fällen lasse die spontane Begeisterung schnell wieder nach, sobald man sich bewusst mache, wie viel Verantwortung mit dem Halten eines Haustieres verbunden ist.

Entscheidung gründlich überdenken

„Wenn jemand einen Hund mitnehmen möchte, vereinbaren wir deshalb zunächst einen Termin für den darauffolgenden Tag und empfehlen, die Entscheidung bis dahin noch einmal gründlich zu überdenken“, so Heise. In vielen Fällen genüge dies bereits, um Menschen von ihrer Idee wieder abzubringen. „60 Prozent der Leute kommen nicht wieder. Viele nehmen sich noch nicht einmal die Zeit, den vereinbarten Termin telefonisch wieder abzusagen“, so ihre Erfahrung.
Ähnlich verhalte es sich oft mit Tieren, die zu Weihnachten verschenkt werden. Die Entscheidung werde spontan und unüberlegt getroffen, und wenn das Kind das Interesse verliere, sei für das Tier plötzlich kein Platz mehr da.
Es gebe allerdings noch einen weiteren Grund für den Vermittlungsstopp vor und während der Feiertage. „Die Weihnachtsfeiertage – wenn viel Besuch kommt – und insbesondere auch Silvester sind für Hunde purer Stress“, erklärt Heise. Einen Hund in einer solchen Zeit einer für ihn noch fremden Umgebung auszusetzen, sei für das Tier eine Zumutung.
Eltern, deren Kinder sich einen Hund oder ein anderes Tier zu Weihnachten wünschen, empfiehlt sie, das Tier vorab auszusuchen, sich gründlich zu informieren und dann einfach zunächst ein Foto des Tieres zu verschenken. Bereits Anfang Januar würden wieder Tiere vermittelt. Bei den Hunden werde dabei zunächst ein weiterer Besuchstermin mit einem begleiteten Spaziergang vereinbart. Im Anschluss dürfe die Familie den Hund bis zum darauffolgenden Wochenende zum sogenannten „Probewohnen“ mit nach Hause nehmen. „Wenn das alles klappt, fahren wir vorbei, schauen uns das Umfeld an, und wenn es dem Tier gut geht, kann der Vertrag unterzeichnet werden.“
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Renate Sültz aus Lünen | 25.12.2013 | 06:04  
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