Kolumne: Happy birthday im Januar...?

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  Der Januar als solcher ist ein Monat, der sich bei niemandem besonderer Beliebtheit erfreut. Die Feiertage haben ihre Spuren hinterlassen, gute Vorsätze wurden gefaßt und wieder verloren. Das Wetter ist eindeutig grau und ungemütlich, die Konten sind leer – das alles kann einen ganz schön mürbe machen.

„Was macht das jetzt mit dir“ würden meine psychologisch ausgebildeten Freunde jetzt fragen, wenn sie denn die Gelegenheit dazu hätten. Die Antwort würde lauten „durchaus nichts, ich kenne das ja schon“.
Als im Januar Geborene muss ich mir diesen Monat ja schon etwas länger irgendwie hinbiegen, schließlich fällt mein persönlicher Ehrentag ja hinein in diese gräuliche Zeit. Mitten im Januar habe ich also Geburtstag, bin folglich ein Steinbock erster Güte. Ich teile bzw. teilte dieses Datum mit Maria Schell und Meret Becker und habe nun die Auswahl, ob ich mich – im Abgleich - als ‚extrovertiertes Seelchen‘ oder ‚beseelte Extrovertierte‘ einordnen möchte. Nicht so einfach, wie ich finde. Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ein Steinbock nicht einfach nur langweilig, sondern in gewisserweise auch humorvoll sein kann. Natürlich auf eine recht ernsthafte Art und Weise. Außerdem ist der Steinbock von Hause aus eigentlich viel zu rational, um an Astrologie zu glauben, möchte man meinen. Bei mir ist das jedenfalls anders. In meiner DNS gibt es eine astrologische Komponente – und die bereitet mir viel Freude, immer schon. Schon als kleiner Steinbock konnte ich meinen Eltern das Wort Verwirrung etwas näherbringen. Ein ordentliches Kleinkind, das mit Spuckefingern seine Lackschuhe von Schmutz freihält, lieber mit Oma auf der Parkbank sitzt als mit Gleichaltrigen im Sand zu toben, hätte mich als Mutter auch befremdet. Mit vier Jahren die Puppenstube tapeziert, mit 14 angefangen Aphorismen zu sammeln – immer hilfbereit und nett. Total langweilig? Was soll ich jetzt dazu sagen? Eigentlich nicht. Ich finde es nicht langweilig, mir Gedanken um meine Familie und Freunde zu machen. Ich stehe gerne auch mal um vier Uhr auf, um einem Freund beim Abschleppen seines Wagens zu helfen. Es interessiert mich wirklich, wie es den mir wichtigen Menschen so geht. Und so gerne ich rede, so gerne höre ich auch zu. Dass der Steinbock eine gewisse Struktur in allen Dingen liebt, macht das Alltägliche mit ihm vielleicht sogar einfach ‚einfach‘. Lasst ihn doch Handtücher nach Farben ordnen oder die Bude wischen, weil er das Knirschen unter den Schuhen so schlecht erträgt. Das sind zwar kleinliche Kleinigkeiten, aber dafür würde ein Steinbock im Gegenzug niemals einen Geburtstag seiner Freunde vergessen oder das, was ihnen wichtig ist. Einzig die Veränderung kann der Steinbock nicht so gut leiden – oder kennen Sie einen Steinbock, der oft seine Frisur oder seinen Kleidungsstil verändert hat? Ich nicht.
Steinböcke sind halt ‚oldfashioned‘, halten gerne an Dingen, die sie wertschätzen fest. Sie lesen Tageszeitung und Bücher, mögen Musik und kulturelle Dinge. Und wenn ich hier nicht langsam die Kurve kriege, schläft mir doch noch der eine oder andere beim Lesen ein. Aber doch bitte nicht an meinem Geburtstag!
Ich habe vor ein paar Tagen Radio gehört und bin im Auto sitzengeblieben, weil das eingesprochene Promihoroskop von Sven Regener, den ich gar nicht auf dem Schirm hatte, mich so sehr belustigt hat, dass ich es einfach mal aufschrieb. Ich möchte Ihnen nicht vorenthalten, was den Mann aus dem Norden und mich astrologisch so verbindet... Übrigens ist meine Lieblingsfarbe die Farbe ‚Grau‘, wie passend an einem grauen Januartag! Ich brauche jetzt kein astrologisches Gutachten, um festzustellen, dass es wichtigerweise immer etwas geben muss zwischen Schwarz und Weiß, oder? In diesem Sinne:

Sven Regener ( geb. am 01.Januar),
Promihoroskop auf WDR 2

“Liebe Steinböcke! 2015 wird ein gutes Jahr für die Steinböcke, insofern als es genauso ein Mist wird, wie die Jahre davor. Das ist verläßlich und beruhigt – und Ruhe und Verlässlichkeit sind dem Steinbock das Allerwichtigste. Denn wir müssen der Sache ins Auge blicken: der Steinbock ist ein Langweiler vor dem Herrn, ein Bausparer und Schattenparker allererster Ordnung.
Die ihm Übelwollenden nennen ihn geizig, kleinlich, pessimistisch, stur und introvertiert. Die ihm Wohlwollenden sagen, er sei verantwortungsbewußt, produktiv, ehrgeizig, geduldig und fleißig – wobei die positiven Eigenschaften ja eigentlich noch schlimmer sind als die negativen. Ist doch der geizige Mensch wenigstens ein bißchen exentrisch, wohingegen der ehrgeizige und dabei geduldige und fleißige Mensch doch die Pest an sich ist. Gerade weil er ja von allen gebraucht wird - und sei es nur, um die Bausparkasse am Laufen zu halten.
Das Einzige, was den Steinbock vor dem sozialen Verderben rettet, ist seine Introvertiertheit, denn der Steinbock hält die Schnauze. Er prahlt nicht, er nervt nicht. Er zeigt seinen Bausparvertrag nicht herum. Und er behält seine Erkenntnis, dass alles böse enden wird für sich. Ein grundsympathischer Zeitgenosse, solange ihn keiner anspricht und ausfragt, denn das kann er nicht leiden – und das ist sein gutes Recht!“
In diesem Sinne..
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