Silvester - „Same procedure as every year“?

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  Silvester: „Same procedure as every year“? Auf gar keinen Fall!
In diesem Jahr machen wir es vielleicht mal ganz anders. Ein Blick auf Silvester-Rituale in anderen Ländern offenbart noch dazu ganz neue Möglichkeiten. Einzige Voraussetzung: Etwas abergläubig sollte man schon sein. Und nicht zu ernsthaft.


Jedes Jahr das gleiche Spiel: Silvester steht vor der Tür und man hat irgendwie bis zum Schluss nicht so recht etwas geplant. In froher Erwartung 'linselt' man in Richtung Freundeskreis, aber auch der sitzt es geflissentlich aus. Maskenball oder Mega-Party, Spieleabend oder doch ein Dinner-for-one , das ist dann die Frage. Die Antwort darauf ist natürlich so individuell wie jeder von uns.

In diesem Jahr bin ich ja mal ein wenig neidisch, aber nur im allerbesten Sinn. Eine gute Bekannte feiert nämlich den Jahreswechsel in Amsterdam auf einem dekadent-schönen Maskenball in einem 5-Sterne-Hotel. Die Frauen tragen lange Kleider, die Männer Smoking – und alle eigens besorgte Masken, nur für die Augen, das versteht sich wohl von selbst. Vier-Gänge Menü und hinterher Tanz bis in die frühen Morgenstunden. Da hätte man ja auch selbst drauf kommen können – ist man aber nicht. Andere Freunde und Bekannte fahren zum wiederholten Male an die See, feiern in geselliger Runde und freuen sich auf das große Feuerwerk am Strand. Auch eine schöne Idee. Der Rest von uns macht es sich vielleicht eher gemütlich: Kleines Fondue oder der eingangs erwähnte Spieleabend mit Familie oder Freunden. Ist doch in der Regel auch immer ganz nett. Und wenn gar nichts geht, bleibt immer noch die Rolle des Couch-potatoes mit Chipstüte vor der Glotze. Alles kann, nichts muss – so die Devise.

Eines dürfte uns allen gemein sein: Um Mitternacht stoßen wir einem Glas an und 'bommern' mit großem Geknalle die bösen Geister weg , um frohgemut ins neue Jahr starten zu können. Denn darum geht es ja bei unseren Feuerwerken. Wir knallen und ‚raketen’ ja nur, um den Weg frei zu machen für all das Gute, das uns geschehen könnte im neuen Jahr. Will man sein vermeintliches Glück lieber nicht aufs Spiel setzen, kann man scheinbar eine ganze Menge dafür tun – einzige Voraussetzung: Etwas abergläubig sollte man schon sein. Aber: „Auch wenn Rituale ihre Versprechungen nicht halten, so bringen sie doch auf jeden Fall eine Menge Spaß“ (Associated Press). Und darum geht es doch.

Bräuche und Silvester-Rituale

Die Bräuche und Rituale anderer Länder übertreffen das heimische Bleigießen und die Böller und Raketen um Mitternacht schon ein wenig:
In Amerika isst man zu Silvester z.B. Linsen, egal in welcher kulinarischen Zubereitung. Da Linsen ein wenig aussehen wie Münzen, versprechen sie Geldsegen oder einen tollen Job, oder gar beides.
In Italien, Brasilien und Chile tragen die Frauen rote Unterwäsche, um in Sachen Liebe glücklich und erfolgreich ins neue Jahr zu gelangen.
In China werden aus den gleichen Gründen Mandarinenschalen ins Meer geworfen, (wollen wir hoffen, dass Gartenteich oder Bachlauf zum Nachahmen ausreichen).
In Spanien schiebt man sich zu jedem Glockenschlag um Mitternacht eine Weintraube in den Mund. Anschließend darf man sich etwas wünschen.
In Bulgarien klopft man sich gehaltvoll auf den Rücken, das verspricht Gesundheit und Reichtum. „Für diesen weit verbreiteten Brauch wird ein Ast des Kornelkirschbaums bunt geschmückt. In der Silvesternacht oder am Neujahrstag gehen Kinder von Haus zu Haus und schlagen damit die Bewohner auf den Rücken“. Das verspricht ein glückliches, reiches neues Jahr. Die Kinder erhalten dafür kleine Geschenke oder Süßigkeiten.
In Brasilien trägt man zu Jahreswechsel die Farbe Weiß, als Symbol für Frieden, Reinheit und Unschuld und für einen glücklichen Start ins neue Jahr.
Griechen „zocken“ Silvester: Karten- und Würfelspiele stehen hoch im Kurs. Wer gewinnt, soll das ganze Jahr über Glück haben, die Verlierer dürfen jedoch, wie könnte es anders sein, auf Glück in der Liebe hoffen.
In Frankreich und Großbritannien hingegen ‚rutscht’ man sehr ruhig ins neue Jahr. Zumeist abseits ausgelassener Feste im Kreise von Verwandten und Freunden. Private Feuerwerke gibt es kaum.

Jetzt frage ich mich, wie ich all diese glückverheißenden Maßnahmen in mein heutiges Silvester-Abendprogramm einbaue. Ich bin in diesem Jahr mal ganz „für die Revolte – und ich tu auch was dafür“, so hat es Comedian Robert Griess mir ja im Adventszelt vermittelt. Das nahezu gleichnamige kubanische Ballett ‚La Revolucion’ im Konzerthaus Dortmund wird hoffentlich mein Herz bis ins neue Jahr hinein erfreuen. Die rote Unterwäsche wäre ja nicht das Problem… Aber Linsen und Weintrauben nehme ich vielleicht lieber später zu mir. Und ob mein Mann die richtigen Ideen entwickelt, wenn ich ihm (bulgarisch)beherzt auf den Rücken schlage, sei mal dahingestellt. Stellen Sie sich mal vor, der ‚kloppt’ zurück… da komme ich doch vielleicht gar nicht mehr dazu, meine Mandarinenschalen in den Teich zu werfen…

Es könnte alles so einfach sein, …. Guten Rutsch!!
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