2.146 Kilometer in 24 Stunden geschwommen

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Insgesamt stürzten sich mehr als 300 Besucher beim 24-Stunden-Schwimmen ins Becken des Hallenbads.
 
Während die DLRG-Mitglieder die Bahnen der Schwimmenden zählen, warten weitere Schwimmer darauf, ins Becken zu können.

Die Besucher meinten es ernst, die am vergangenen Wochenende zum 24-Stunden-Schwimmen ins Hallenbad kamen. Zwar handelt es sich dabei um eine Breitensportveranstaltung, aber planschen wollte niemand. Zehn, 20 oder gar 35 Kilometer im Wasser zurückzulegen lautete das Ziel so einiger Teilnehmer. Letztlich schwammen die 318 Besucher eine Gesamtstrecke von 2.146 Kilometern.

Zum sechsten Mal seit 1998 hatte die DLRG zusammen mit der Sportjugend im Stadtsportverband Castrop-Rauxel zum 24-Stunden-Schwimmen eingeladen. Von 15 Uhr am Samstag (27. Februar) bis um 15 Uhr am Sonntag (28. Februar) konnte jeder so viele Kilometer schwimmen, wie er wollte und schaffte. Die Teilnehmer bekamen jeweils eine Startkarte, auf der ihr Pensum vermerkt wurde. Dafür sorgten Bahnenzähler der DLRG, die darauf achteten, welcher Schwimmer gerade die wievielte Bahn zurücklegte.
„Beim letzten Mal bin ich fünf Kilometer geschwommen, jetzt habe ich mir zehn vorgenommen“, erzählt Angelique Kramer. Das 33-jährige Mitglied des SC Hellas hat zum einen Spaß am Dauerschwimmen, freut sich zum anderen aber auch darauf, am Ende eine Anerkennung dafür zu bekommen. Urkunden und Medaillen warten nämlich auf jeden, der ein bestimmtes Soll erfüllt hat.

Feldbetten in der Umkleide

Von der DLRG Waltrop war gleich eine15-köpfige Gruppe angereist. Eine Umkleide im Hallenbad bekam sie als Quartier zugewiesen, wo sie ihre Feldbetten aufstellte, denn ganz ohne Schlaf ging es nicht. Andere Sportler hatten sich auf der Tribüne eingerichtet und dort Kissen ausgebreitet, um die 24-Stunden durchzuhalten. Wobei es kein Muss war, die ganze Zeit über da zu bleiben.
Extra aus Leipzig reiste Daniel Krieg, Mitglied der dortigen DLRG, an. „Ich habe schon zweimal bei einem 24-Stunden-Schwimmen in Lippstadt mitgemacht, da mein Bruder dort wohnt.“ Weil es in Mittel- und Ostdeutschland solche Veranstaltungen kaum gebe, trat er nun in Castrop-Rauxel an, mit dem Ziel die 35 Kilometer zu knacken. „Mindestens zwei Stunden schwimmen, maximal zwei Stunden Pause“, erklärt er seine Taktik. Diese ist aufgegangen, denn am Ende legte er 41,25 Kilometer zurück und war damit Sieger der Einzelwertung der Männer. Den Rekord hat er damit aber nicht geknackt. Der liege bei 56 Kilometern und sei gleich beim ersten 24-Stunden-Schwimmen aufgestellt worden, weiß DLRG-Mitglied Martin Baak, der zu den rund 60 Helfern während der Veranstaltung gehörte.

Extrabahnen für trainierte Schwimmer

Den besten Wert bei den Frauen erschwamm diesmal Grith Sigsgaard aus Almere/Holland mit 34,05 Kilometern. Sie war Baak gleich aufgefallen, und dank seines geübten Blicks hatte er sie schon nach drei Stunden als potentielle Siegerin ausgemacht hat. Genau wie einige andere gut trainierte Sportler schwamm sie auf der ersten Bahn. „Sie ist für schnelle Kraulschwimmer“, erklärt Baak. Die zweite Bahn war schnellen Brustschwimmern vorbehalten, während die übrigen Bahnen den Breitensportlern zur Verfügung standen.
Dort lieferten sich Michael Goltz und sein 20-jähriger Sohn Frederik einen Vater-Sohn-Wettkampf. Zunächst gelang dem 52-Jährigen der schnellere Start, während sein Sohn noch einige Bahnen schwimmen musste. „Abgerechnet wird am Schluss“, deutet Goltz jedoch an, dass sich das Blatt in den folgenden Stunden noch gewendet haben könnte.

Schwimmen für die Agora

Möglichst viele Bahnen wollten auch Alexander Scheidle, Christian Schubert und David Benkhäuser zurücklegen, denn auf Initiative Scheidles hatten sie Sponsoren dafür gewonnen, das Kulturzentrum Agora zu unterstützen. „Stühle, Billardqeues und Brettspiele“, nennt Scheidle einige Dinge, die vom erschwommenen Geld für den Jugendraum finanziert werden sollen.
Die Einnahmen des 24-Stunden-Schwimmens kommen übrigens der Vereinsarbeit der DLRG zugute und dienen außerdem zur Kostendeckung. Denn beispielsweise wird für die Nutzung des Hallenbads die Sportstättengebühr fällig, die die DLRG tragen musste.

Weitere Gewinner:

- Männliche Jugend: Felix Koch (9.000 Meter)
- Weibliche Jugend: Finnia Kozma (7.500 Meter)
- Jüngster Teilnehmer: Finn Lohmeyer (fünf Jahre, 750 Meter)
- Jüngste Teilnehmerin: Finnja Stiller (vier Jahre, 300 Meter)
Sie und die übrigen Gewinner erhielten von der Stadtsportjugend gestiftete Pokale.
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