Tierschutzverein: Johannes Beisenherz bestätigt / Vier Vorstandsmitglieder zurückgetreten

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Hier saßen alte und neue Vorstandsmitglieder des Vereins Tierschutz Castrop-Rauxel noch zusammen.

Während Johannes Beisenherz, der bisherige kommissarische Vorsitzende des Vereins Tierschutz Castrop-Rauxel, und die kommissarischen Beisitzer Süheyla Collinet und Frank Feller während der Mitgliederversammlung am Dienstag (31. Mai) als Vorstandsmitglieder gewählt wurden, verlor der Vorstand zugleich vier Mitglieder. Nach Protesten durch viele der 85 anwesenden Vereinsmitglieder erklärten Werner Potthoff (Geschäftsführer), Gerald Hagemann (Rechnungsführer) sowie die beiden Beisitzer Erika Wiedenbruch und Kornelia Birkenhauer ihren Rücktritt.

Wer gehofft hatte, dass sich der Verein nach dem Rücktritt der langjährigen Vorsitzenden Roswitha Heise Ende Februar nun in ruhigem Fahrwasser bewegen würde, wurde eines besseren belehrt. Zwar mögen die schlimmsten Stürme vorbei sein, aber wie sich während der Versammlung zeigte, gibt es nach wie vor Themen, die heftige Wellen schlagen.

Vorgefundene Misstände

Zunächst listeten Beisenherz und die zweite Vorsitzende, Kristina Rummeld, noch einmal auf, welche Missstände man vorgefunden habe, nachdem man das Ruder übernommen habe.
- Personalführung: "In neun Jahren sind circa 15 Vorstandsmitglieder verschlissen worden", so Beisenherz. Zudem habe die frühere Vereinsvorsitzende ständig in das operative Geschäft des Tierheims eingegriffen.
- Finanzanlagen: Wegen einer Erbschaft habe die Lage immer als solide gegolten. Doch wie Beisenherz erklärte, "übersteigen die Ausgaben Monat für Monat die Einnahmen". Zugleich sei kein Versuch der Konsolidierung zu erkennen.
- Bautätigkeit: Es habe Bauarbeiten am Dach des Tierheims gegeben, ohne vorher Kontakt mit dem Bauordnungsamt der Stadt aufzunehmen, erläuterte Rummeld. Zudem habe der Architekt, mit dem der Verein bisher zusammengearbeitet habe, einiges an Geld bekommen, ohne eine Leistung dafür zu erbringen.
Weitere Missstände betreffen zum Beispiel die unzureichend geführte Mitgliederdatei, steuerrechtliche Ungereimtheiten, die etwa das Ausstellen von Spendenquittungen betreffen, sowie die Einfuhr von Auslandshunden ohne korrekte Papiere und Impfnachweise. "Hier gehe ich von einem juristischen Nachspiel aus", erklärte Beisenherz.
Nach diesen Bekanntmachungen schlug den Vorstandsmitgliedern, die schon zu Roswitha Heises Zeiten ihr Amt innehatten, teils heftige Kritik entgegen, da sie trotz mehrmaliger Aufforderung keine Mitverantwortung für die Situation übernehmen wollten. Daher wurden Forderungen nach einem Misstrauensvotum oder einem Rücktritt laut. Letzterer kamen die vier Vorstandsmitglieder schließlich nach und legten unter viel Applaus ihre Ämter nieder.

Neue Vereinssatzung

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die einstimmig erfolgte Verabschiedung der neuen Vereinssatzung. Auf ihrer Basis soll nun im Herbst während der Jahreshauptversammlung über die Neubesetzung der vakanten Vorstandsposten entschieden werden.
"Mit diesem Verlauf habe ich nicht gerechnet, aber ich bin nicht unglücklich", gestand Beisenherz am Ende der Mitgliederversammlung ein und zeigte sich optimistisch, dass der neue Vorstand konstruktiv zusammenarbeiten wird.
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