Die Rauschenburg: Frauenschicksale im Vest

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Die Rauschenburg als Gemälde von Dorus Ladner um 1908. (Foto: Stadtarchiv Olfen)

Aus dem Schatten der Legende hat Rita Möcklinghoff-Kohts ein Ereignis geholt, das fast völlig vergessen ist, und mit historisch belegbaren Fakten angereichert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Rauschenburg an der Lippe, ihre Aufsitzer und vor allem darauf lebende Frauen.

Die Hobby-Historikerin Möcklinghoff-Kohts hatte bereits im vergangenen Jahr im Rahmen des Vestischen Kalenders die Geschichte der Horneburg und die damit verbundenen Frauenschicksale beleuchtet. Die Fortsetzung im jetzt vorgelegten Vestischen Kalender 2015 geht von der Rauschenburg aus, die direkt an der Lippe an der heutigen Bundesstraße 235 auf Olfener/Münsteraner Gebiet liegt.

Nur noch Ruinen erinnern daran, dass sie über Jahrhunderte eine strategische und geschichtlich wichtige Burganlage auch für das Vest war. An dieser Stelle der Lippe kreuzten sich Heer-, Handels- und Pilgerwege. Das zu zahlende Wege- und Brückengeld sowie Zölle und Schiffsgebühren waren bedeutende Einnahmequellen für die Landesherren in Münster und Köln.

Auch eine Gerichtsstätte direkt vor der Rauschenburg auf vestischem Gelände hatte weitreichende und überregionale Akzeptanz. Da die Rauschenburger die einzuziehenden Abgaben oftmals brutal und mit starkem Druck eintrieben, hatte sie lange Zeit den Ruf einer „Raubritterburg“.

Rita Möcklinghoff-Kohts hat in ihrem Beitrag besonders die Frauenschicksale untersucht, die mit der Rauschenburg verbunden waren. Am Beispiel der Heirat von Margareta von Morrin, Tochter des Erbmarschalls von Nordkirchen, geht die Verfasserin auf Heiratsverträge, Erbauseinandersetzungen, eheliche Untreue und familiäre Streitigkeiten ein, bei denen die Frauen oftmals diskriminiert und betrogen wurden.

Diese und viele weitere Geschichten aus dem Vest kann man im Vestischen Kalender 2015 nachlesen. Dieser ist im örtlichen Buchhandel erhältlich.
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