In den Fußstapfen der Kinder: Dattelner Elternorchester ist seit mehr als 30 Jahren aktiv

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Unterhaltungsmusik in all ihren Facetten spielt das Dattelner Elternorchester, das bei seinen Proben die Veranstaltungshalle an der Gottlieb-Daimler-Straße zum Beben bringt.
 
Geselligkeit und regelmäßige gemeinsame Fahrten gehören beim DEO dazu. (Foto: privat)

Nicht allzu selten übernehmen Kinder ein Hobby von ihren Eltern. Beim Dattelner Elternorchester (DEO) war es genau anders herum. Im Sommer 1983 taten sich Eltern, deren Kinder im Jugendorchester der Musikschule spielten, zusammen, um die Instrumente ihrer Kinder zu erlernen. Daraus entstand das Elternorchester, das längst nicht mehr nur aus Eltern besteht.

„Wir waren damals alle blutige Anfänger“, erzählt Karl Hölscher, der wenige Wochen nach der Entstehung des DEO dazustieß. Er entschied sich allerdings gegen die Querflöte seiner Tochter, sondern wählte stattdessen die Tuba. Erstes Ziel war es, bis Weihnachten 1983 zusammen spielen zu können. „Das hat geklappt“, erinnert sich der heute 68-Jährige.
Die Leitung des neuen Orchesters übernahm Johann Becker, der damals auch das Jugendorchester leitete. Aus den ursprünglich sieben, acht Musikern, die Trompete, Saxophon, Posaune, Tuba, Schlagzeug, Klarinette und Querflöte spielten, wurden schnell mehr Mitglieder, so dass Anzahl und Stimmlagen der Instrumente erweitert werden konnten. Zurzeit zählt das Orchester 53 aktive Mitglieder.
Bis über 80 Jahre reicht ihr Alter, aber auch einige Jugendliche sind darunter, zum Beispiel Gerrit, dessen gesamte Familie sich im DEO engagiert. Der 15-Jährige hat sich für das Baritonhorn entschieden – „das schönste Instrument der Welt“, wie er sagt.

Von Musical über Schlager bis Swing

Musikalisch ist das Dattelner Elternorchester breit aufgestellt. Das Repertoire reicht von Musical- und Operettenmelodien über Filmmusik, Schlager und einem gelegentlichen Marsch bis zu Rock, Pop und Swing. „Klassik spielen wir eher weniger“, sagt Dieter Sonntag, Diplom-Orchestermusiker, der nun als Heilerziehungspfleger arbeitet und seit 18 Jahren das Orchester leitet. Das Hauptthema aus dem Präludium des „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier, besser bekannt als Eurovisions-Hymne, haben sie aber auch schon gespielt.
Regelmäßig ist das DEO in Datteln zu erleben. Zu den festen Auftritten gehören ein Konzert am 1. Mai am Schiffermast am Kanal, eines auf der Hohe Straße in der Fußgängerzone der Dattelner Innenstadt (26. Juni) sowie das Jahreskonzert, das diesmal am 24. und 25. November in der Stadthalle stattfindet. „Dafür werden nur neue Stücke eingeübt“, verrät Saxophonistin Anne Sonntag. Die Proben für das 18. Jahreskonzert des Elternorchesters haben bereits begonnen.

Fahrten und Auftritte

Doch nicht nur die Musik, sondern auch die Geselligkeit liegt den Musikern am Herzen. So spielen sie regelmäßig bei den Geburtstagen der anderen Orchestermitglieder auf und unternehmen gemeinsame Fahrten. Diese führten sie zum Beispiel in die englische Partnerstadt Cannock und nach Südfrankreich, wo sie spontan auf einem Marktplatz auftreten wollten. „Einige von uns verhandelten noch mit dem Bürgermeister, aber wir haben die Nerven verloren und einfach losgespielt“, erinnert sich Karl Hölscher. Nach fünf Stücken war der Auftritt dann wieder beendet.
Ein besonderes Erlebnis für das DEO war auch ein Auftritt auf dem Kölner Weihnachtsmarkt auf der Domplatte vor vier Jahren. Ganz kurzfristig ergab sich die Gelegenheit dazu. „Das war eine Granate“, sagt Hölscher über das Konzert, bei dem er die Dudelsackmelodie „Highland Cathedral“ in der Bläck-Fööss-Version „Du bes die Stadt“ sang.
Seit drei Jahren kümmert sich das DEO auch verstärkt um eine Jugendarbeit, und am vergangenen Wochenende reisten die jungen Mitglieder in die Jugendherberge Burg Altena. Neben Proben stand der Besuch eines Freizeitbades auf dem Programm.
„Unsere anderen Fahrten sind doch eher etwas für die Älteren. Da gibt es auch mal Alkohol“, erzählt Klarinettistin Sonja Choyka mit einem Augenzwinkern. Die jährliche Orchesterfahrt inklusive Auftritt vor Ort geht in diesem Jahr in den Herbstferien nach Nordfrankreich.

Musiker gesucht

Weitere Musiker vom Posaunisten bis zum Keyboarder sind im Dattelner Elternorchester willkommen. Besondere Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich. „Man muss ein Instrument halten und tragen können“, nennt Dieter Sonntag die einzige Bedingung, um Mitglied zu werden. Dann sind aber durchaus Engagement und der Wille zum Üben gefragt, denn schließlich proben die Musiker jeden Mittwoch von 19 bis 21 Uhr in der Veranstaltungshalle an der Gottlieb-Daimler-Straße 2 für ihre Auftritte.
Wer mitmusizieren möchte, kann sich unter Tel. 02363/356797 oder per E-Mail an anne.sporty@gmx.net an Koordinatorin Anne Sonntag wenden.
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