Mit Herz bei der Sache

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Mary Marcellus ist Integrationsbeauftragte mit Herz und großem Aufgabenfeld. (Foto: Stadt Olfen)

"Wir haben hier zwei Hausmeister aus den Reihen der Flüchtlinge benannt. Und die kümmern sich ganz besonders", lacht Mary Marcellus, die in ihrem Büro im ehemaligen Marienheim an der Oststraße gerade die Füße hochnehmen muss. Heute ist Putztag und die beiden jungen Männer sind eifrig dabei, ihren Dienst an Besen und Wischer auszuüben.

Seit dem 1. April ist die gebürtige Dattelnerin mit tamilischen Wurzeln in Olfen als Integrationsbeauftragte beschäftigt. Nach ihrem erfolgreichen Master-Studium der Personal- und Organisationsentwicklung mit den Zusatzfächern Weiterbildung und Erwachsenenbildung hat sie zunächst in der Vinnumer Notunterkunft gearbeitet. "Dann wurde mir die Stelle in Olfen ans Herz gelegt und es hat sofort geklappt". Mary Marcellus ist damit die erste Integrationsbeauftragte in Olfen und hatte zunächst die Aufgabe, die vorhandenen Strukturen zu ordnen bzw. neue zu schaffen.
Dabei ist für sie der persönliche Kontakt und Einfühlungsvermögen für die verschiedenen Problemlagen und kulturellen Hintergründe der derzeit rund 100 Flüchtlinge, die aus den unterschiedlichsten Ländern nach Olfen gekommen sind, besonders wichtig. Dazu gibt es regelmäßige Sprechzeiten. Aber Mary Marcellus ist auch außerhalb dieser Zeiten immer ansprechbar und besucht die Flüchtlinge auch regelmäßig in den unterschiedlichen Unterkünften.
"Ich bin Ansprechpartnerin für wirklich alles", erzählt Mary Marcellus. Und dabei wird nicht selten mit Händen und Füßen kommuniziert. "Ich spreche neben deutsch fließend englisch und tamilisch. Aber das hilft oft auch nicht weiter. Bisher habe ich mich mit viel Geduld auf beiden Seiten aber immer verständigen können". Besonders nervös seien die ausländischen Gäste vor der offiziellen Befragung, die darüber entscheidet, ob sie in Deutschland bleiben dürfen. Auch hier gibt Mary Marcellus moralische Unterstützung.

Kommunikation mit Händen und Füßen


Hilfe bei ihrem großen Aufgabenbereich, der auch die Suche nach Arbeitsstellen, Wohnungsangelegenheiten und Unterstützung bei Behördengängen beinhaltet, hat sie unter anderem vom Olfener Arbeitskreis Asyl, der Kleiderkammer Olfen, der Volkshochschule, der Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung Lüdinghausen, dem Arbeitsamt und verschiedenen Olfener Bürgern.
Darüber hinaus ist sie auch bei der Bewältigung des täglichen Lebens der Flüchtlinge zuständig. Dazu gehören die Erstellung von Belegungsplänen für die Olfener Wohnanlagen, Erstellung von Namenslisten für Postkästen, Organisation von Freizeitaktivitäten bis hin zur Erstellung von Putzplänen. "Die meisten Bewohner sind verrückt nach Sauberkeit und da gab es schon mal Streit über das richtige Maß an Putzeinheiten."
Besonders gefreut hat sich Mary Marcellus, dass sie als junge Frau von 26 Jahren von den zumeist jungen männlichen Flüchtlingen in der Gänze respektiert wird. "Ich bin Anlaufpunkt für alle und meine Entscheidungen werden akzeptiert". Ziel sei es aber immer, gemeinsam Lösungen und Ansätze zu finden. Dies gelte sowohl in der Konfliktbewältigung wie auch im Gemeinschaftsleben.
Und das ist ihr besonders wichtig: "Die Menschen möchten sich unbedingt integrieren und suchen dabei den Kontakt zu den Olfenern. Tolle Arbeit hat dabei schon der Arbeitskreis Asyl geleistet", sagt Marcellus. So werde auch das "Café international" gerne besucht. Darüber hinaus solle es aber weitere Aktivitäten geben, die die Olfener und ihre Gäste zusammenbringen und die für schöne Gemeinschaftserlebnisse, Kontaktaufnahme und noch mehr gegenseitiges Verständnis sorgen.
So sind zum Beispiel gemeinsame Koch- oder Grillabende oder gemeinsame Ausflüge innerhalb Olfens angedacht. "Es gibt noch eine Menge für diese Menschen zu tun und ich freue mich über jede Initiative, die auch aus den Reihen der Olfener Bürger kommt. Jede Idee ist willkommen".
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