Ab in den Garten und raus mit dem Spaten

Fröhlich bunt oder Ton in Ton: Zwiebelblumen und Stauden sind schöne Partner, die sich auch aus gestalterischen Gründen gut ergänzen. Wer sich an einem blühenden Garten erfreuen möchte, muss fleißig sein. Foto: AST
„Märzengrün, das lasst euch sagen, soll man mit dem Schlegel in die Erde schlagen“, sagt eine Bauernregel. Die kann Heribert Werner, Fachberater des Bezirksverbandes Recklinghausen der Kleingärtner, nur bestätigen: „Wer glaubt, Kleingärtner sind nur im Sommer fleißig, der irrt“, schmunzelt er. Denn gerade jetzt gibt es viel zu tun in der eigenen Parzelle.
Obstbäume, Hecken und Sträucher warten jetzt auf ihren ersten Schnitt. „Damit die sich noch ein wenig erholen und dann austreiben können“, erklärt Gärtnermeister Werner. Bis Mitte März sollte diese Arbeit erledigt sein. Wer zu spät kommt, den bestraft der Garten. Damit das nicht passiert und weil der richtige Schnitt das A und O ist, bietet der Bezirksverband nicht nur Informationsveranstaltungen, sondern auch Beratungen vor Ort an.
Wer denkt, danach kehrt erst mal Ruhe ein bei den Kleingärtnern, der irrt: Sobald die erste trockene Phase beginnt und der Boden nicht mehr feucht ist, wird umgegraben. „Besonders da, wo das Gemüse hinkommt!“ Und dann darf auch schon gesät werden: Möhren und Zwiebeln zum Beispiel. Und die Stauden müssen auch bald darauf zurückgeschnitten werden.
Doch auch, wer sich jetzt schon eine blühende Oase wünscht, kann loslegen: Primeln, Stiefmütterchen und Osterglocken sind echte Frühlingsboten und erfrieren auch nicht mehr. Die machen, bevor dann die Sommerblumen gepflanzt werden, auch auf dem Balkon oder der Terrasse Spaß und lassen einen schnell das Wintergrau vergessen.
„Die Natur steht geradezu in den Startlöchern und wartet nur darauf, dass es losgeht“, weiß Heribert Werner. Und sie duldet auch keine Nachlässigkeit. Nachdem geschnitten, gegraben und gesät wurde, ist die richtige Zeit fürs Düngen mit biologischen Mitteln - zum Beispiel mit Hornspänen - und Kalken gekommen.
Was so ein richtiger Gartenfreund ist, der hat eigentlich fast immer Saison. Heribert Werner verrät, dass es den ein oder anderen sogar im Winter in sein kleines Paradies zieht. „Warum nicht auch im Winter grillen, an Silvester zum Beispiel, oder mal ‘ne Eisbar bauen. Das macht schon Spaß“, pflichtet er den „Winterharten“ bei. An Eis und Schnee denkt aber nun längst keiner mehr. Der Frühling klopft an und bald hat ein jeder vergessen, wie lang der Winter wieder einmal war.
Wer nach der längeren Pause nun ein bisschen Nachhilfe in Sachen Baumschnitt braucht oder seinen Grünen Daumen schulen möchte, kann sich jederzeit an den Bezirksverband wenden. Unter Tel. 0174/4535134 hilft Werner, der selbst Kleingärtner bei der „Fröhlichen Morgensonne“ ist, gern weiter.
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