Datteln: Schwangerschaftsberatung des SkF Datteln stellt Jahresbericht vor

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Das Team der Schwangerschaftsberatung steht ratsuchenden Frauen zur Seite. (Foto: privat)

Auch im Jahr 2016 gab es eine Zunahme schwangerer Flüchtlingsfrauen in Deutschland, die sich auch in der verstärkten Inanspruchnahme der Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Datteln zeigte. Im jetzt vorgelegten Jahresbericht wird deutlich, dass ein großer Teil der ratsuchenden Frauen von Arbeitslosigkeit und finanziellen Schwierigkeiten sowie mangelnder beruflicher Qualifikation betroffen sind.

"Schwangerschaftsberatung beinhaltet auch Armutsbekämpfung, so dass Maßnahmen zur Existenzsicherung auch im Jahr 2017 ihren hohen Stellenwert behalten werden", so die Beratungsstelle, die Schwangere und junge Mütter aus Datteln, Waltrop und Oer-Erkenschwick unterstützt. Mit jeweils einer Halbtagsstelle ausgestattet versorgen die beiden Beraterinnen die Schwangeren und Mütter in den drei Städten mit Rat und praktischer Hilfe. Hier sind sie seit Jahren mit steigenden Beratungszahlen konfrontiert, so dass sie mit dem erneuten Zuwachs um 17 Prozent an ihre Grenzen stoßen.
Insgesamt suchten im vergangenen Jahr 540 Frauen und Familien Rat und Unterstützung, davon leben 264 in Datteln, 160 in Oer-Erkenschwick, 84 in Waltrop und 32 in umliegenden Orten. Im Mittelpunkt jeder Beratung steht immer das persönliche Gespräch mit dem Ziel, gemeinsam mit den ratsuchenden Menschen die Situation zu analysieren und Strategien zur Verbesserung der Lebenssituation zu erarbeiten.

540 kamen letztes Jahr in die Beratungsstelle

Viele Frauen und Familien kommen dabei zunächst, um sozialrechtliche Fragen zu klären oder einen Antrag auf finanzielle Beihilfen zu stellen. Neben Problemen mit Behörden waren erneut Stromschulden oder bereits drohende Stromsperren häufige Anliegen. Über die Alltagsnöte hinausgehend wurden im Verlauf der Beratungsgespräche häufig weitere psychosoziale Probleme offensichtlich, wie Beziehungskonflikte oder Gewalterfahrungen, die zum Teil längerfristige Beratungsprozesse erforderten.
Die Arbeit der Schwangerschaftsberatung war im vergangenen Jahr deutlich durch die starke Zuwanderung von EU-Bürgern, Flüchtlingen und Asylbewerbern geprägt. "In unseren Beratungszahlen sieht man die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen", betont Schwangerschaftsberaterin Anetta Uhlenberg. Bei den beratenen Frauen waren insgesamt 34 verschiedene Staatsangehörigkeiten vertreten. Der Anteil ausländischer Klientinnen liegt bei 36 Prozent; werden Frauen mit deutschem Pass und Migrationshintergrund hinzugezählt, beträgt der Anteil 47,4 Prozent.
Um die Flüchtlingsfrauen mit ihren Familien adäquat zu unterstützen und Integration gelingen zu lassen, hat auch die Schwangerschaftsberatung ihren Anteil daran. "Es war und ist uns ein großes Anliegen, den oftmals traumatisierten Frauen kultursensibel und respektvoll zu begegnen", so die Beraterinnen. Hier wird die Schwangerschaftsberatung in Kooperation mit den örtlichen Migrationsdiensten und ehrenamtlichen Netzwerken neue Wege beschreiten.
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