Schwangerschaftsberatung des SkF Datteln stellt Jahresbericht 2012 vor

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Stellten den Jahresbericht der Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Datteln vor: die Schwangerschaftsberaterinnen Anetta Uhlenberg und Franka Bodin sowie Geschäftsführerin Karin Müller. Foto: SkF
320 Frauen erhielten im vergangenen Jahr Rat und Hilfe durch die Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Datteln. 178 von ihnen leben in Datteln, 98 in Oer-Erkenschwick, 43 in Waltrop. Dies geht aus dem Jahresbericht 2012 der Schwangerschaftsberatung hervor, der jetzt vorgestellt wurde.

„Ich freue mich auf mein Kind. Aber ich weiß nicht, wie ich alles bezahlen soll.“ „Ich möchte meine Ausbildung nach der Geburt des Babys beenden. Schaffe ich das und wovon soll ich dann leben?“ „Mein Freund hat sich von mir getrennt. Wie soll es nun weitergehen?“

„Dieses sind typische Fragestellungen, mit denen sich schwangere Frauen im letzten Jahr an die Schwangerschaftsberatung des SkF wandten“, erläutert Franka Bodin, Schwangerschaftsberaterin in Datteln. Meist ergaben sich aber nach einem ersten Gespräch weitere Problemlagen, für die die beiden Beraterinnen umfassende Hilfen anbieten konnten. Dazu zählten problematische Wohnsituationen, Schwierigkeiten im Beruf oder in der Ausbildung, psychische Belastungen, Sorgen um die Kinderbetreuung und Partnerschaftsprobleme.

„Die Lebensperspektive der schwangeren Frau auch in schwierigen Lebenslagen möglichst positiv zu gestalten und sie bei der Bewältigung ihrer Alltagsprobleme zu unterstützen, das ist der Schwerpunkt unserer Beratungsarbeit“, betont die Schwangerschaftsberaterin Anetta Uhlenberg. Für diese umfassende Beratung kamen die meisten Frauen mehrfach in die Beratungsstelle. In 2012 wurden insgesamt 1258 Beratungskontakte gezählt.
„Die Gesamtberatungszahlen im Gebiet des SkF (Ostvest) sind im Vergleich zum Vorjahr um etwa elf Prozent gesunken, wobei die Erstberatungszahlen jedoch unverändert geblieben sind“, berichtet SkF-Geschäftsführerin Karin Müller. Ergänzend weist sie auf die nach wie vor hohe Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und der Frauen ohne Berufsabschluss hin.

Thematisiert wurden in den Beratungsgesprächen von vielen Frauen die gestiegenen Energiekosten und die Schwierigkeiten im Umgang mit den Jobcentern. Daher hat der SkF die verschiedenen Mitarbeiter der Jobcenter im Ostvest zu einem Kooperationstreffen eingeladen; die ersten Absprachen für ein gemeinsames Vorgehen zur Verbesserung der Lebenssituation von schwangeren, arbeitslosen Frauen konnten getroffen werden.

Ein zunehmender Beratungsbedarf ist im Bereich der Gesundheitsvorsorge und Pränataldiagnostik festzustellen. Viele schwangere Frauen würden von Ärzten unter Druck gesetzt, IGEL Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen, deren Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen werden) in Anspruch zu nehmen und seien nicht ausreichend über Vor- und Nachteile der einzelnen Untersuchungen aufgeklärt worden.

Ausgebaut wurde im letzten Jahr das Engagement im Netzwerk der „Frühen Hilfen“, der Zusammenarbeit unterschiedlicher Dienste und Einrichtungen zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdungen in Datteln. In Zusammenarbeit mit der Schwangerschaftsberatung und anderen Institutionen, die frühzeitig in Kontakt mit Familien stehen, werden Familien mit all ihren Fragen und Sorgen unbürokratisch unterstützt.

„Die Beratungsstelle für Schwangere bietet einen frühen, nicht stigmatisierenden Zugang zu belasteten Familien und stellt somit einen grundlegenden Baustein im Netzwerk der frühen Hilfen dar“, erläutert Geschäftsführerin Karin Müller.

Krisentelefon
Der SkF Datteln hat sich auch im Jahr 2012 an dem Kooperationsprojekt „Krisentelefon für Schwangere und Mütter mit Neugeborenen im Kreis Recklinghausen“ beteiligt. Das „Krisentelefon“ ist ein rund um die Uhr erreichbares, anonymes Beratungsangebot für Frauen, die sich vor oder nach der Geburt eines Kindes in einer Krisensituation befinden.

Tel. 01805/236123
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