Was ist ein "Fault Sniffer"?

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Bernd Hölscher (l.) und Frederick Selbach (r.), beide vom Netzbetrieb Datteln, demonstrieren den Fault Sniffer. Foto: privat

Für eine sichere und zuverlässige Strom- und Gasversorgung in der Stadt Datteln sorgen die Westnetz-Mitarbeiter des Netzbetriebs in Datteln an der Aachener Straße 15. Der Netzbetrieb betreut neben Datteln auch die Städte Oer-Erkenschwick und Waltrop. Johannes Hatkämper, Leiter Netzbetrieb im Regionalzentrum Recklinghausen, und Bernd Hölscher, verantwortlicher Meister in Datteln, stellten die Aufgaben des Netzbetriebs im Rahmen eines Pressegesprächs vor.



Die Techniker vor Ort kümmern sich im Stadtgebiet von Datteln um die regelmäßige Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung von rund 760 km Stromleitung, zirka 170 km Gasleitung und rund 220 technischer Anlagen und sichern die reibungslose Energieversorgung der Dattelner Bürger. Daneben betreuen die Mitarbeiter im Netzbetrieb regelmäßig Auszubildende der Westnetz in den Berufen Elektroniker für Betriebstechnik, Anlagenmechaniker und Mechatroniker.
Da das Versorgungsnetz tagtäglich vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt ist, ist es nicht gegen Störungen gefeit. Tritt eine Störung auf, ist der Netzbetrieb in Datteln bestens gerüstet und das rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Wenn Kunden bei der Technischen Störungsannahmestelle, kurz TSA (Strom 0800/4112244 und Gas 0800/793427), Störungen melden, werden die Kollegen vor Ort umgehend darüber informiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Störung in der Strom- oder in der Gasversorgung handelt, denn die Monteure und Meister des Netzbetriebs sind ausgebildete Kombifachkräfte und kennen sich in beiden Sparten der Energieversorgung aus. Nicht länger als 30 Minuten vergehen, bis die Techniker mit ihrem Entstörungsfahrzeug am Einsatzort sind. Das Fahrzeug ist mit Messtechnik, Werkzeug sowie Ersatz- und Reparaturteilen ausgestattet, so dass kleinere Störungen schnell behoben werden können. Außerhalb der regulären Arbeitszeit kümmert sich der Bereitschaftsdienst um technische Notfälle oder Störungen.

Störungsstelle ermitteln


Um die genaue Störungsstelle zu ermitteln, kommt unterschiedliche Technik zum Einsatz. Ein modernes Gerät ist der Fault Sniffer, ein handliches Messgerät, das Fehler an Verbindungsmuffen und Kabeln ortet. Es kann mögliche Fehlerstellen buchstäblich „riechen“. Der Fault Sniffer spürt Verbrennungsgase auf, die bei unterirdischen Störungen im Netz auftreten, da bei jedem Kabelfehler Isolationsmaterial verbrennt. Die Gase sind noch nach Tagen messbar. Dazu müssen in Abständen kleine Löcher in den Bürgersteig gebohrt werden, die dem Prüfgerät den Zugang ins Erdreich unmittelbar oberhalb des Kabels ermöglichen. Dort, wo das Messgerät die größte Konzentration an Verbrennungsgase erkennt, befindet sich die Fehlerstelle. Tiefbauunternehmer und Kabelmonteure rücken an, der Schaden wird repariert und das Netz ist wieder voll funktionstüchtig.
Der Vorteil für den Stromkunden liegt beim Einsatz des Fault Sniffers darin, dass es bei der Fehlersuche nicht grundsätzlicher zu einer Versorgungsunterbrechung kommt, da der Monteur bei diesem Verfahren meist nicht in jedes Haus hinein und die Hausanschlusssicherung für die Zeit der Messung entfernen muss. Die Trefferquote des Fault Sniffers ist beachtlich. Das Gerät wird im Netzgebiet des Regionalzentrums Recklinghausen bereits seit über einem Jahr eingesetzt.
Bei komplizierteren Störungen kommt der Kabelmesswagen zum Einsatz. Er verfügt über eine komplette Ausrüstung an digitaler Technik zum Aufspüren von Kabelfehlern. Aus technischen Gründen muss beim Einsatz des Kabelmesswagens die gesamte betroffene Kabelstrecke vom Netz getrennt und alle Kundenanlagen einzeln ab- und nach der Schadensbehebung wieder angeschaltet werden.
Der Kabelmesswagen wird zum Beispiel bei Mittelspannungsstörungen an die nächstgelegene Ortsnetzstation angeschlossen. Dann erzeugen die Aggregate im Wagen elektrische Impulse, die auf das fehlerhafte Kabel gegeben und die an der Fehlerstelle reflektiert werden. Oder es wird gezielt ein Kurzschluss erzeugt, um den Fehlerort eingrenzen zu können. Anschließend sucht ein speziell geschulter Mitarbeiter mit einem Körperschall-Mikrophon den Boden im eingegrenzten Bereich ab und lauscht den Signalen in seinem Kopfhörer. Sobald er die Fehlerstelle geortet hat, wird sie markiert. Tiefbauunternehmer und Kabelmonteure rücken an: Der Schaden wird repariert und das Netz ist wieder voll funktionstüchtig.

Erdbewegungen bereiten Probleme


Größere Störungen sind eher selten. „Den Leitungen machen Erdbewegungen, beispielsweise in Bergsenkungsgebieten, zu schaffen. Durch Erdbewegungen jeglicher Art können unsere Verbindungsmuffen beschädigt werden und es kommt zu einer Störung", sagt Hölscher. Auch käme es des Öfteren vor, dass ein Bagger bei Bauarbeiten im Straßenbereich die unterirdischen Leitungen trifft und beschädigt. Der Großteil der Störungen könne aber kurzzeitig wieder behoben werden.
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