260 Figurenunter Tage - Neue Ausstellung im DIZeum: Miniatur-Bergbauparade

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Der Freundeskreis DIZeum möchte ab Dezember einen ganz besonderen Einblick in einen Teil des Bergmannslebens geben: in die Bergbauparade. (Foto: Ulrike Henkemeyer)
Dinslaken: DIZeum | von Sarah Dickel

Die Besucher des DIZeums erwartet mit einer neuen Miniatur-Bergparade ganze besondere Einblicke.

Alljährlich am letzten Sonntag vor Weihnachten wird die Stadt Annaberg-Buchholz im Erzgebirge zu einem wahren Pilgerort für sämtliche Bergmannsvereine und zahlreiche Besucher. Grund dafür ist die traditionelle Bergparade, die schon seit dem Mittelalter von Bergarbeitern veranstaltet wird, wie Andreas Klare vom Freundeskreis DIZeum berichtet: „Diese Paraden boten auch die Möglichkeiten, auf Missstände aufmerksam zu machen.“
Einer, der sich ausführlich mit den Paraden beschäftigt hat, ist Lothar Senf. Der Dinslakener hat sich zu Hause anstelle eines Weihnachtsbaumes eine Miniatur-Bergbauparade aufgestellt: „Alles in allem ist die Parade 40 Jahre lang gewachsen und stetig sind neue Figuren dazugekommen“, so Senf. Mittlerweile gehören zu dem Gerüst aus Styropor, das eine alte Stadt und die Schächte unter Tagen zeigt, 260 Figuren. „Jetzt ist es aber an der Zeit, dass die Bergbauparade einen neuen Standort kriegt“, brachte Senf den Stein ins Rollen.
Im Freundeskreis des DIZeums war man sich schnell einig: „Das ist ein absolutes Highlight für unsere Ausstellung“, erklärt Silvo Magerl, Sprecher des Freundeskreises DIZeum, mit leuchtenden Augen. Da die Bergparade einen wichtigen Teil des Bergmannlebens zeige, passe sie perfekt in die Ausstellung, so Magerl. Von Dezember bis Januar soll sie im Lohberger Ledigenheim zu sehen sein.

"Tradition ist nicht Aufbewahren der Asche, sondern Weitertragen des Feuers"

Bis dahin steht dem Freundeskreis aber noch viel Arbeit bevor, wie Janet Rauch, Geschäftsleiterin der Stiftung Ledigenheim, verrät: „Wir wollen das Grundkonzept zwar beibehalten, aber einige Veränderungen sind durchaus möglich.“ So könne man sich vorstellen, anstatt der idyllischen Erzgebirgsstadt als Grundlage Dinslaken zu nehmen. Dafür wird aber Hilfe benötigt: „Wir suchen Menschen, die uns fachmännisch unterstützen können. Am besten Modellbauer“, so Rauch.
Für den Freundeskreis des DIZeums geht mit dem neuen Ausstellungsstück ein kleiner Traum in Erfüllung, wie Magerl gesteht: „Alle Museen haben ja mit einem Besucherschwund zu kämpfen und durch dieses neue Highlight erhoffen wir uns natürlich neue Besucher.“ Insbesondere für Kinder sei die Miniatur-Welt auch eine schöne Möglichkeit, einen Einblick in das Leben eines Bergmannes zu kriegen. Letzten Endes gehe es aber vor allem darum, die Tradition weiterzugeben, damit sie nicht in Vergessenheit gerät: „Wir können den Besuchern noch aus echter Erfahrung von der Arbeit unter Tage erzählen. Tradition ist schließlich nicht Aufbewahren der Asche, sondern das Weitertragen des Feuers“, so Magerl abschließend. Die traditionelle Bergparade wird schon seit dem Mittelalter von Bergarbeitern veranstaltet.
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