40 Jahre AWO-Kita Hardtfeld: 10 Stufen bis zur Matsch-Maschine

Die Kita im Hardtfeld darf sich offiziell "Haus der kleinen Forscher" nennen.
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Die AWO-Kita am Hardtfeld feiert am Samstag 21. September ihren 40. Geburtstag. Wenn Gisela Klasen-Horak von „ihren Kindern“ schwärmt, dann geht
einem das Herz auf.

Seit 1982 arbeitet sie hier in der AWO-Kita im Hardtfeld, die damals noch gegen viele Vorurteile kämpfen musste. Und auch heute noch, sagt Gisela vorsichtshalber am Telefon den Eltern bei Anmeldungsgesprächen: „Von außen sehn wir etwas unscheinbar aus. Aber drinnen ist es sehr gemütlich.“ Was eine bescheidene Untertreibung ist. Das zweistöckige Haus ist eine richtige „Villa Kunterbunt“: Pippi Langstrumpf würde sich dort sofort wohlfühlen. Und der Michel aus Lönneberga auch.

Spielerisch lernen

Kinder spielen und „forschen“ in offenen Gruppen. Es gibt die unterschiedlichsten Themen-Räume zum Malen und Basteln, Snuselen, Ausruhen, Bücher betrachten, Toben, Bauen, Werken, Rollenspiel mit Klamotten zum Verkleiden. Und einen riesigen Außenbereich mit Rutsche, Schaukel, Matsch-Maschine im Grünen unter einem blauen Segel. (Was auf jeden Fall auch als Piratenschiff durchgeht). Innen gibt es auf jeder Etage eine Küche zum Frühstücken und Mittagessen. Und damit alle gleich richtig zählen lernen, sind die Treppen-Stufen nach oben mit großen bunten Ziffern von 1 bis 10 beklebt.

Das neunköpfige Erzieherinnen-Team erarbeitet mit den Kindern spielend viele Themen, die auch von den Kindern vorgeschlagen werden. Fernglas, Lupe und was zum Ausmessen benutzen die Kleinen dann auch zuhause mit Begeisterung. Viel Spaß hatten sie beim Forscherthema Archäologie. Zur Zeit ist der Wald das große Thema. Baumsorten, Vögel und viele andere Tiere finden die Kinder total spannend.Wenn jetzt im Herbst dann noch die bunten Blätter, Kastanien oder Eicheln dazu kommen, wird gesammelt, was das Zeug hält. Damit auch bei schlechtem Wetter genug zu tun bleibt.
„Wir besprechen in den Gruppen, was die Kinder interessiert und beschäftigt. Auch wie alles organisiert werden soll. Und wir sind immer wieder überrascht, welche guten Ideen da raus kommen.

Spielerisch Verantwortung übernehmen und selbständig werden, das ist das Ziel. Auch bei Konflikten, da wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Und die werden meistens auch ganz schnell gefunden.“

Die Kinder haben eine feste Bezugsgruppe, können aber immer auch in andere Gruppen gehen. Oder mit Freunden eine eigene aufmachen. Sich zum Toben oder in der Baugruppe zum Büdchenbauen verabreden oder in der Musikgruppe zusammen singen. „Wir nutzen jeden Winkel und jede Ecke für Spielmöglichkeiten aus.“

Wieviel Löffel Sand passen in eine Flasche?

Im Flur gibt es kleine Sandkisten in Tischhöhe, wo man z.B. prima rauskriegen kann, wieviel Löffel Sand in eine Flasche passen. Und wie lang der Sand braucht, um wieder rauszurinnen. Die Kinder werden in der Regel ab 7.30 Uhr gebracht, einzelne kommen auch 15 Minuten vorher, alle werden bis 16.30 Uhr „im Ganztag“ betreut. Manche gehen zum Mittagessen auch nach Hause. Oder nehmen nur an bestimmten Tagen nachmittags an Spielgruppen teil. „Wir sind da sehr flexibel und richten uns nach Möglichkeit nach den Familien.“, erläutert Leiterin Gisela Klasen-Horak. Rund 70 Kinder sind derzeit im Hartfeld. Und viele heutige Eltern waren vor Jahrzehnten selbst schon hier!

Und freuen sich, dass ihre Kleinen nun auch hier die ersten Schritte in die Selbständigkeit machen können. Auch der nächste Schritt, der in die Schule, wird hier zusammen mit der Moltkeschule nebenan praktisch vorbereitet. Man besucht sich gegenseitig und lernt sich schon mal kennen. Und so ist der Wechsel dann ganz normal und einfach.

40 Jahre Kita Hardtfeld

Am Samstag 21.September wird ab 11 Uhr groß Geburtstag gefeiert. Die Hardtfeld-Kids haben ein buntes Programm mit akrobatischen und musikalischen Darbietungen und Überraschungen vorbereitet. Frettchen und Greifvögel zum Anfassen. Grill-Würstchen und Waldcocktails. Herzlichen Glückwunsch! Ach, wieviel Löffel Sand sind es denn eigentlich, die in eine Flasche passen?

Runder Tisch Barmingholten

Seit 2005 engagieren sich viele Bürger ehrenamtlich beim „Runden Tisch Barmingholten“ für ihren Stadteil. Der im Krieg sehr unter Bombardement gelitten hatte und nach dem Krieg eine Obdachlosensiedlung beherbergte. Heute betreibt die Caritas mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer dort eine Notunterkunft für Wohnungslose oder sozialschwache Menschen. Auch Gisela Klasen-Horak ist nach Feierabend für ihre Kita-Kinder beim Runden Tisch aktiv. Auch Doro Mörsfeld (Leiterin der Moltkeschule, verhinderte mit dem Runden Tisch die Schließung der Schule), Tanja Krüger, Maritta Heisterkamp, Lilo Wallerich, Steffi Opitz, Sebastian Girrulis, Helge Schreiber, Elke Brabender, Friedhelm Stahl, u. v. a. Sie treffen sich mindestens 4 bis 5 Mal im Jahr (bei Notfällen auch öfter) und bringen ihren Stadteil voran. Danke! Das ist einfach große Klasse!

Autor:

Caro Dai aus Essen-Werden

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