Altstadtsommer? Dritte Veranstaltung sorgte für Fragen bei den Besuchern

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Katinka konnte mit ihrer schrägen Show die Besucher zum Lachen bringen. Foto: Heike Cervellera
Das Wetter meinte es anfangs nicht wirklich gut mit den Besuchern des Altstadtsommers, denn von Sommer konnte bei strömendem Regen keine Rede sein. Dass die Darbietungen, die an sich sehr gelungen waren, nicht viele Passanten erreichten, lag aber nicht (nur) am Wetter.
Mein erstes Mal Dinslakener Altstadt. Ich bin gespannt, was mich erwartet, schließlich ist die Altstadt meist ein ganz besonderer Teil einer Innenstadt. Ein Teil, der das Herz einer Stadt ausmacht und zum Verweilen einlädt. Was das angeht, werde ich von der Altstadt auch nicht enttäuscht. Auch wenn der Regen dem Altstadtsommer einen Strich durch die Rechnung macht, kann mich die Altstadt mit ihren schönen Gassen und Geschäften durchaus begeistern.
Was mich allerdings rätseln lässt, ist die fehlende Einbindung der gesamten Altstadt in den Altstadtsommer. Zwar höre ich aus der Ferne Musik, zu der ich mich daraufhin hinbegebe, aber bis zur Gaststätte „König am Altmarkt“, ist vom Altstadtsommer nichts zu merken. So kommt es auch, dass lediglich eine gute Hand voll Passanten bei den Musikern Mark Gillespie und Tom Drost stehen, obwohl ihre Musik weit mehr verdient hätte: Die für ihre Street-Sessions bekannten Musiker überzeugen mit atemberaubenden Stimmen, wie auch Veronika Zilligen und Monika Beszynski finden: „Das ist richtig gute Musik, was die Jungs hier machen“, so Zilligen.
Schade sei es allerdings, dass der Altmarkt so wenig in den Altstadtsommer eingebunden sei. Die beiden Dinslakenerinnen „gucken immer nach kulturellen Angeboten in unserer Stadt,“ erklärt Beszynski. Mit dem Angebot durch das Fantastival und dem Altstadtsommer sind die Beiden zufrieden, allerdings „muss insbesondere der Altstadtsommer viel mehr beworben werden. Es ist so toll, wenn in der Provinz mal etwas stattfindet und dann sollte auch dementsprechend Werbung dafür gemacht werden“, sind sich die beiden Frauen einig.
Als ich weiter in Richtung Altmarkt laufe, verstehe ich, was die beiden Frauen meinen. Ein sehr schöner Platz, der leider komplett leer und nicht eingebunden in den Altstadtsommer ist. Neben mir stehen drei weitere Frauen, die sich verwundert unterhalten: „Wo soll denn hier etwas los sein? Hier ist doch gar nichts“, stellt Brigitte Kromarek fest. Für sie ist der Begriff Altstadtsommer „irreführend, denn hier am Altmarkt findet überhaupt nichts statt.“
Auch ihre Freundinnen, Heike Böer und Karin Niehues, können dem nur beipflichten: „Das kulturelle Angebot in Dinslaken ist ja wirklich super, insbesondere, was das Theaterensemble alles auf die Beine stellt, aber die Einbindung der Altstadt in den Altstadtsommer könnte besser sein“, so Böer. Niehues schlägt lachend vor „die Straßenbahn muss umgelegt werden, damit auch hierher Passanten kommen.“
Erst bei dem weiteren Gang Richtung Neutorgalerie treffe ich auf die zwei menschlichen Vögel, die durch die Innenstadt laufen und dem Regen trotzen. Die Künstler bewegen sich elegant und hohen Fußes durch die Eppinghovener Straße. Den weiteren Gang Richtung Neutorplatz hätte ich mir jedoch sparen können, da dort nichts mehr zu finden war. Als ich wieder an der Gaststätte „König am Altmarkt“ angekommen bin, tritt gerade die Künstlerin Katinka auf und kann mit ihrer schrägen Show den Besuchern einige Lacher entlocken.
Mein Fazit des dritten Dinslakener Altstadtsommers ist nicht vom Wetter beeinflusst, das etwas später sogar noch besser wurde. Viel mehr kann ich mich allerdings den Besuchern nur anschließen, dass die Altstadt viel mehr in dieses Event eingebunden werden müsste. Die Künstler waren nämlich durchaus sehens- und hörenswert und es ist schade, dass nur so wenig Bürger in den Genuss ihrer Darbietungen kamen. Zwischen Phantasie und Wirklichkeit. Bei diesen Wesen wurde das Thema gut umgesetzt.
Foto: Heike Cervellera Text: Sarah Dickel
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