Dinslaken startet in die Gartensaison

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Internationale Wanderausstellung „Gardens around the World“ macht Halt im Museum Voswinckelshof

Zusammen mit dem französischen Verein „Textile-Résonance“ präsentiert die Deutsche Afghanistan Initiative ein neues Ausstellungsprojekt in Dinslaken. Eröffnung heute.

Der Färbergarten an der ehemaligen Stadtmauer vor dem Stadthistorischen Zentrum ist herausgeputzt. Langersehnte Sonnenstrahlen erwärmen die Luft, Bienen schwirren um die ersten Blüten und die Menschen zieht es wieder nach draußen. Wer einen Garten hat, kann den Frühling im wahrsten Sinne des Wortes kommen sehen. Das Thema Gärten behandelt auch die Ausstellung „Gardens around the World“, die ab heute im Museum Voswinckelshof gezeigt wird.
Zwei Frauen, eine lebt in Europa und die andere in Afghanistan. Gemeinsam gestalten diese zwei Frauen mit Garn, Stoff und Nadel ein gemeinsames Bild. Die Idee zu diesem Stickprogramm hatte Pascale Goldenberg vom Verein Deutsch-Afghanische Initiative, der regelmäßig Hilfsgüter nach Afghanistan bringt. Vor Ort stellt Goldenberg 2004 fest, dass afghanische Frauen oft in schwierigen Situationen leben und nur selten finanziell unabhängig sind. Dabei hat die Stickerei in diesem Land eine lange Tradition. Und diese, dachte Goldenberg, müsste man einsetzten um den Frauen mehr zu ermöglichen.
Schon 2014 wurde in Dinslaken das Projekt mit dem Thema „Aus der Küche“, in einer Ausstellung die Ergebnisse eines interkulturellen Austauschprojekts gezeigt. Ab heute haben Interessierte bis zum 12. Mai die Möglichkeit, weitere wunderschöne und farbenfrohe Stickbilder zu sehen. Die in Europa angefertigten Rohlinge wurden von den afghanischen Stickerinnen nach ihren Vorstellungen von einem Garten - einer Oase - weitergearbeitet. Sodass, zurück zum Ursprung nach Europa, das Bild mit letzten Nadelstichen fertiggestellt werden konnte. Beim näheren Betrachten der einzelnen Exponate zeigt sich weitaus mehr als nur raffiniertes Handwerk, es ist vielmehr ein Treffen zweier Kulturen, die auf einer gemeinsamen „Leinwand“ mit Garn kommunizieren. Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen der viele Detailaufnahmen der Stickbilder zeigt, aber vor allem die drei Phasen der Bearbeitung dokumentiert. Verantwortlich für die Ausstellung und das Begleitprogramm in Dinslaken zeigen sich drei engagierte Frauen aus dem Netzwerk sevengardens – Färbergärten Dinslaken, Sigrun Kampen, Leiterin der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt, Cordula Hamelmann, Museumspädagogin und Lucie-Maria Rodemann, Agendabüro Dinslaken. So gibt es bereits am 19. April einen Workshop namens „Blumen - Lese - Zeichen“ im Museum. Von 15 bis 17 Uhr zeigt Referentin Heike Terbeck wie man aus bunter Merinowolle kleine Blüten filzen und mit Perlen und Bändern schöne Lesezeichen herstellen kann. Der Workshop ist für Menschen ab zehn Jahren geeignet, um telefonische Anmeldung wird unter Tel. 02064/2449 gebeten. „Nur fliegen ist schöner“: Am 21. April können mit Referentin Karin Burhenne von 11 bis 13 Uhr kleine Vögel aus afghanischen Stickbildern gefertigt werden. Auch hier ist die Teilnehmerzahl begrenzt und um telefonische Anmeldung unter der oben genannten Nummer wird gebeten. Am 22. April heißt es „Färbergärten aus aller Welt entdecken“. Andreas Maurer und Gundula Kerekes führen von 15 bis 17 Uhr durch den Färbergarten am Dinslakener Museum und reisen um die Welt der Färberpflanzen. Um telefonische Anmeldung wird unter Tel. 02064/2449 gebeten. Im Filzworkshop am 23. April können „Gartenskulpturen“ für den eigenen Garten oder Balkon mit Künstlerin Heike Terbeck gefertigt werden, um eine Anmeldung wird unter Tel. 0203/478070 gebeten. Rund um den Granatapfel, in Afghanistan eine typische Färberpflanze, geht es am 6. Mai im Museum. Gemeinsam mit Sigrun Kampen und Peter Reichenbach können die TeilnehmerInnen von 15 bis 17 Uhr Wissenswertes erfahren und mit Farbe experimentieren. Am 12. und 13. Mai ist Pascale Goldenberg zu Gast in Dinslaken. In einem zweitägigen Workshop mit dem Titel : Fädenlegen – mal streng, mal verspielt, zeigt Goldenberg den TeilnehmerInnen eine traditionelle Technik aus dem Orient (12. Mai von 14 bis 19.30 Uhr und 13. Mai von bis 16 Uhr). Abschließend wird sie in ihrem Vortrag “Wie afghanische Stickerinnen die Schriftsprache entdecken“ am 13. Mai, ab 19 Uhr in der Kostbar über ihre Erfahrungen in Afghanistan berichten. Für beide Veranstaltungen Anmeldung über die VHS Dinslaken, Tel. 02064/41350 oder für den Vortrag direkt in der Kostbar an der Duisburger Straße 26. Die Ausstellung wird von der Künstlerin Samirah Al-Amrie musikalisch und vom stellvertretenden Bürgermeister Eyüp Yildiz in Wort um 16.30 Uhr im Museum Voswinckelshof, Elmar-Sierp-Platz eröffnet.
Text: Jana Perdighe
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