Hier war Kunst drin - KSL 2017 mit Versteigerung und Straßenfest

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Die Dinslaken-Banan von Stephan Brusche: das wohl meist fotografierte Ausstellungsstück von KSL 2017. (Foto: Jana Perdighe)
Von Jana Perdighe

Eine Woche Kunstfest KSL in Dinslaken ist vorüber. Gelungene Veranstaltungen, zufriedene Künstler und viele geflashte Besucher: „Kunst tut nicht weh!“

Dinslaken. „Ich bin noch nicht angekommen in der 'normalen' Welt." Auch am Montagmorgen fühlt sich Ben Perdighe, Organisator, Kurator und Ideengeber von "Kunst statt Leerraum (KSL)", als Hotelier. Denn das abrissreife Haus des Handwerks an der Friedrich-Ebert-Straße war in der vergangenen Woche nicht nur Ausstellungsfläche sondern auch Schlafplatz für die teilnehmenden Künstler aus der ganzen Welt. Hotel-KSL eben.
Was in den vergangenen Jahren in leerstehenden Ladenlokalen der Dinslakener Innenstadt passierte, fand 2017 unter einem Dach auf 900 Quadratmetern statt. Das Haus des Handwerks bekam ein Eigenleben und beim Rundgang spürte man, dass es ihm gefällt. Schon im Treppenhaus bekam man eine Idee davon, was einen in den Wohnungen erwartet. Wie kleine Ameisen belebten die Künstler das Abrisshaus. „Kreative Menschen aus der ganzen Welt (Südamerika, Lanzarote, Niederlande und Portugal) kommen in Dinslaken zusammen und wollen auch im nächsten Jahr wieder dabei sein“, berichtet Perdighe. „Es ist mir völlig klar, dass es nicht selbstverständlich ist, so ein Kunstfest in einer Stadt zu ermöglichen. Ich bin Svenja Krämer von der Wirtschaftsförderung der Stadt Dinslaken für die Unterstützung zutiefst dankbar.“ Der krönende Abschluss von KSL wurde am Samstag mit einem kleinen Straßenfest auf der Kolpingstraße gefeiert. Kampf der Kapellen, Kinderspielecke im Garten des Hexenhauses, Kreidewerkstatt, mobiler Skatepark und Kunst in jedem Winkel des Hauses.
Zum ersten Mal bei KSL dabei war Stephan Brusche (Isteef) aus Rotterdam. Der Bananen-Schnitzer hinterlässt beeindruckende Spuren auf den gelben Früchten. Da schnell vergänglich, hat er eine schöne Auswahl an Bildern/Fotografien mitgebracht und auch während der Besuchertage gearbeitet. Das wohl meist fotografierte Ausstellungsstück 2017: die Dinslaken-Banane. Er bezeichnet seine Kunst selbst als „fruitdoodling“.
Als bester Künstler 2017 wurde Denis Klatt „Hifi one“ aus Dortmund ausgezeichnet. Er brachte innerhalb von drei Tagen und Nächten einen Hai umringt von Schlüsseln an die Wand. Von der Decke hing ein Schloss. Das Bild symbolisiert die vielen Möglichkeiten, die wir fortwährend haben, aber nur ein Schlüssel öffnet das Schloss. Er freute sich sehr über die Auszeichnung und sagte lächelnd: „Da haben sich die drei Tage und Nächste mit ingesamt zehn Stunden Schlaf gelohnt." Der Kurzfilmpreis „kleiner Hercules“ ging an AreaUrbex und Kampf der Kapellen gewannen „meine Güte Nairolf“. Die Kunstauktion war das diesjährige Pilotprojekt. Die Versteigerung war ein voller Erfolg - alle Exponate kamen, auch Dank der unglaublichen Rhetorik Perdighes, „unter den Hammer“.
Am Sonntag hat das Haus des Handwerks seine Kurzzeitbewohner verabschiedet und es kehrt wieder Ruhe ein.
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