Ruhrtriennale in Lohberg: Mit "Damages Goods" wird Zentralwerkstatt zu „Projecting [Space[“

Wann? 31.08.2017 20:00 Uhr

Wo? Zeche Lohberg, Hünxer Straße, 46539 Dinslaken DE
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Die Gruppe "Damaged Goods", Meg Stuart, Thomas Pieperhoff und Ömür Hafizoglu an der Zentralwerkstatt Lohberg. (Foto: Jana Perdighe)
Dinslaken: Zeche Lohberg | von Jana Perdighe

Dinslaken. Zehn Stunden Busfahrt liegen hinter "Damaged Goods", einer von Meg Stuart zusammengestellten Gruppe aus Performens-Künstlern und Tänzern. Kaum in Dinslaken angekommen, geht es für die Männer und Frauen zur Zeche Lohberg; dem Ort, der in den kommenden Tage ihre Bühne sein wird, wenn die Ruhrtriennale, das Festival der Künste, ab 31. August für vier Termine in die Zentralwerkstatt kommt. Erst einmal wurde der Gruppe jedoch im Schnelldurchlauf die 100-jährige Geschichte der Zeche und der Gartenstadt auf der anderen Seite der Hünxer Straße näher gebracht.
Die Ruhrtriennale wird auch in diesem Jahr wieder in Dinslaken-Lohberg spielen; die Zentralwerkstatt dabei an vier Tagen zu einem „Projecting [Space[“. „Damaged Goods – eine bunte Gruppe von Künstlern, Performern und Fachleuten – arbeitet einen Monat lang vor Ort und nutzt dabei die Zentralwerkstatt der Zeche Lohberg. Sie bauen eine sich kontinuierlich ändernde Umgebung, die sich für unterschiedliche Künste und Präsentationsformen eignet. In wirklichen und imaginären Räumen entfalten sich kollektive, verletzliche Formen der Begegnung: mit lebendigen Körpern, mit Klebeband und Holz, mit herangetragenen Tönen und Geräuschen aus der Stadt. "Betreten auf eigene Gefahr!“ So beschreiben Choreografin Meg Stuart, Dramaturg Jeroen Peeters und Bühnenbildner Jozef Wouters das Stück. Dass hört sich spannend an und lässt doch viele Fragen offen. Beantwortet werden diese am 31. August und 1. September um jeweils 20 Uhr sowie am 2. und 3. September um 16 Uhr.
Zurück zum Rundgang durch die Straßen von Ömür Hafizoglu, der sich im Verein Parkwerk engagiert. Er begrüßt etwas aufgeregt die Reisegruppe. Er hat im letzten Jahr viele Interessierte durch die Gartenstadt geführt und kann noch mehr Geschichten über sie erzählen, doch das erste Mal in Englisch lässt ihn hin und wieder stocken. „Wie heißt das nochmal in Englisch?“ Ömür berichtet von der Veränderung des Zechengeländes, von der Öffnung der Mauer, von der Errichtung des Bergparks und von den vielen Projekten. Als die Tänzer mehr über die Nutzung der Zentralwerkstatt wissen wollten, bringt sich Thomas Pieperhoff mit ein. „In der Halle wurden die großen Maschinen repariert und instand gesetzt.“
Die Schließung war ein wichtiger Wandel für die Generation nach den Zechenarbeitern. Interessiert hören Tänzer zu und fragen nach, warum die Menschen in Lohberg geblieben sind. Günstige Immobilien und ein Heimatgefühl sind zwei Gründe. „Die neue Zukunft, eine neue Identität. Integration passiert einfach, denn die Bewohner Lohbergs müssen Ihren Stadtteil verlassen um zur Arbeit zu fahren, eine Schule zu besuchen oder einzukaufen“, ergänzt der Stadtteilführer. Er berichtet von Zusammenhalt und Freundschaft.
Für die Tanzgruppe war diese (Ein)-Führung Lohbergs ein wichtiger Teil ihrer Performance, denn nur wer die Geschichte des Ortes kennt, kann spielen als wäre man einer von ihnen.
Karten kosten 25 Euro, ermäßigt 12,50 Euro und sind auf www.ruhrtriennale.de erhältlich. Online finden sich auch weitere Informationen zu der Veranstaltung sowie zu Veranstaltungen in anderen Städten. Mit einem Shuttlebus ist es möglich, verschiedene Spielorte anzufahren.
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