Der Kniff mit der Tragluft - Freibadverein Hiesfeld e.V. will Ausbau des Freibads

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Beim Besuch in der Redaktion begründeten die engagierten Schwimmer ihr Anliegen und verwiesen darauf, dass das Hiesfelder Freibad durch ehrenamtliche Kräfte unter Regie des Vereins betrieben werden könnte, um Kosten zu sparen. Auch das wäre nach Gladbecker Vorbild. ^Foto: Landgraf
 
Bei einer ersten Besichtigung der Traglufthalle in Gladbeck mit Peter Zocher (v.l.) und Ulrich Heitfeldt aus Gladbeck waren die Hiesfelder Thomas Giezek, Rosa und Rainer Horstmann von Grund auf begeistert. Links zu sehen: der Tunnel, durch den die Besucher in die luftdichte Halle gelangen.Foto: Roland Weber

Dem Freibadverein Hiesfeld e.V. geht nicht die Puste aus. Im Gegenteil: Der Vorstand möchte generell das Freibad langfristig erhalten und schlägt eine Installation einer Traglufthalle über einem 50 Meter Becken vor. Das ist mehr als heiße Luft: In Gladbeck existiert eine solche, die am Mittwoch, 18. Januar, um 17 Uhr besichtigt werden kann.

"Das Freibad im Herzen Hiesfelds zwischen Mühlenteich und Naturschutzgebiet Hohe Mark kennt jeder", sind sich Vorsitzender Thomas Giezek und Kassierer Rainer Horstmann sicher. Im näheren Umfeld liegen sieben Schulen und das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche in Dinslaken sei ohnehin dürftig. Daher stellte der Freibadverein Hiesfeld e.V. nun einen Bürgerantrag gemäß Paragraf 24 der Gemeindeordnung. Ziel ist ein wettkampffähiges 50 Meter Freibadbecken mit einer Traglufthalle für den Betrieb im Winter.
Eine solche Traglufthalle besteht eigentlich nur aus einer mehrschichtigen PVC-Hülle, die von eingeblasener Luft getragen wird. Als Giezek und Horstmann die vorbildliche Traglufthalle in Gladbeck erstmals besichtigt haben (Foto), waren sie hellauf begeistert. "Das Bad wird in Gladbeck mit Fernwärme betrieben. Wir haben vor Ort auch Fernwärme", erklärt Giezek.

Ihren Enthusiasmus wollen sie nun teilen und unternehmen eine neue Besichtigung, an der auch Vertreter der Dinslakener Stadtwerke und der Politik teilnehmen. "Wir erhoffen uns ein Umdenken nach Ablehnung eines ähnlichen Antrags der FDP", sagt Giezek, der auch Vorsitzender (SPD) im Jugendhilfeausschuss ist.

Für Rainer Horstmann ist ein Erhalt des Hiesfelder Freibades unabdingbar. "Dort haben wir unsere Jugend verbracht. Ich bin Jahrgang 1952. Bei 17 Grad sind wir damals schwimmen gegangen." Und Giezek (Jahrgang 1964) erinnert sich noch an die "Angst vor dem Bademeister" und ans "Müllsammeln als Strafe", wenn man Mist gebaut hatte.

Dieses "absolute Sommerhighlight", das damals nur 20 Pfennig Eintritt kostete, soll unter dem Mehrgenerationen-Aspekt langfristig weiter bestehen - zumindest wenn es nach dem Freibadverein geht, der dort übers Jahr verteilt verschiedene Kurse anbietet. Würde man es schließen, ist man sicher, steige das Risiko von Badeunfällen an den umliegenden Seen, wo schwimmen verboten ist.
1922 war das Freibad durch eine Bürgerinitiative gegründet worden. Aus dem einstigen Matschloch von 1924 wurde 1925 ein Betonbecken dank der Mithilfe der belgischen Besatzungsmacht. Das Wasser kam vom Rotbach. Eine Heizung gab es erst ab 1967. Die letzte Renovierung wurde durch Neubau von Umkleidekabinen 2004 vorgenommen.

Wer mit nach Gladbeck fahren möchte, kann Fahrgemeinschaften absprechen per Mail an Dinslaken-Hiesfeld@freibad-hiesfeld-ev.de.


1992 haben sich einige engagierte Hiesfelder Bürger zusammengetan und den Freibadverein gegründet, da damals die Existenz des Bades gefährdet war. Dieses Jahr besteht der Verein 25 Jahre. Unter anderem wird die Umbenennung in Freibadverein Dinslaken-Hiesfeld e.V. angestrebt. Zurzeit hat der Verein circa 700 Mitglieder. Fakten
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1 Kommentar
Dirk Bohlen aus Wesel | 11.01.2017 | 17:37  
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