Dinslaken: Hilfe im Begriffs-Dschungel

Anzeige
Die Checkliste ist für Seh- und Hör-Behinderte aufbereitet: Hier z.B. rote Wort-Umrahmungen, die dem selbst seheingeschränkten Städtischen Behindertenbeauftragten Dieter Holthaus (l.) beim vergrößerten Lesen helfen.
Dieter Holthaus, Behindertenbeauftragter der Stadt Dinslaken, stellt neue Checkliste für barrierefreies Bauen vor.

Wir alle sind von Barrieren und Hindernisse im Alltag umgeben.
Das gilt nicht nur für Eltern mit Kinderwagen, sondern auch für Sehbehinderte, die nach einem für sie lesbaren Hinweisschild suchen. Oder Menschen mit Leseschwäche, die vor dem Fahrscheinautomaten kapitulieren.

An Dinslakens Bahnhof verzweifeln regelmäßig Rollstuhlfahrer oder Reisende mit Gepäck (nach Dienstschluss der Treppenhelfer), weil der Bau des Fahrstuhls zum Gleis immer wieder, zuletzt auf 2016, verschoben wurde.

Wir alle werden älter und ein Unfall kann das ganze Leben verändern.

Deutschland hat 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben. Die soll auch behinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft ermöglichen.

Das ist leichter gesagt, als getan.

Geldmangel und Unkenntnis stehen der schnellen Umsetzung oft im Wege. Da ist die neue Checkliste „Bauen für alle - barrieerefrei“ ein echter Lichtblick im Begriffs-Dschungel. Seit 2001 wird sie herausgegeben. Zuletzt 2012.

Der rund 160- Seiten umfassende Ratgeber, den Dieter Holthoff als kostenlosen Service der Stadt für alle Betroffenen, aber auch Bauträger, Stadtverwaltungen und Politiker ausführlich überarbeitet hat, beeindruckt durch anschauliche Bilder. Und durch multimediale Anbindung, wie sie das Internet heute bietet.

So ist die Checkliste nicht nur ab sofort als gedruckte Broschüre, sondern auch als pdf-Version auf der Internetseite der Stadt Dinslaken unter: www.dinslaken.de abrufbar. Suchwort: Behindertenbeauftragter. Wenn am PC gelesen, mit zahlreichen Links zu ausführlichen Hintergrundinformationen verbunden. Am Bildschirm können auch Hör- und Sehbehinderte die Seiten gut vergrößert und mit roten Wort-Umrandungen markiert, selbst lesen. Auch im Daisyformat (gelesene Version) für blinde Menschen erhältlich.

Verständlich und übersichtlich werden Begriffe erklärt: Denn „barrierefrei“ bedeutet etwas anderes als „behinderten gerecht“ oder „barrierearm“. Für neue öffentliche Gebäude und Anlagen ist Barrierefreiheit vorgeschrieben. Die entsprechenden Bauvorschriften, die ja auch die Grundlage zur Beantragung möglicher Fördermittel sind, wie etwa kontrastreiche Eingänge und markierte Treppen (Darstellung Mitte) kann man hier gut nachlesen.

So sind Drehtüren für Rollstuhlfahrer, schlechtsichtige Menschen oder Kleinkinder eine Katastrophe: Sie können steckenbleiben und eingequetscht werden. An edel verspiegelt Glasfronten suchen Betroffene oft ohne Ergebnis nach dem Eingang. Wie groß sollte der Rollstuhl-Wendekreis in Behindertentoiletten sein? Haben Treppen-Handläufe die richtigen Höhe und sind sie über die Treppenstufen hinaus mit nach unten abgebogenen Enden versehen? Damit auch Blinde besser die letzte Treppenstufe erkennen können?

Weitere Infos bei Dieter Holthaus, Telefon: 02064 - 66477 oder per E-Mail: dieter.holthaus@dinslaken.de
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.