Fred Spiegel: Zeuge der Wahrheit / Witness of Truth

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Fred Spiegel - Witness of Truth (Zeuge der Wahrheit). Foto: Adnan G. Köse.
 
Die Geschwister Edith, Fred nach ihrer Rettung wiedervereint mit Mutter Elise Spiegel in England. Foto: Familie Spiegel
Regisseur Adnan G. Köse konnte mit Hilfe des Lionsclub Dinslaken ein beeindruckendes Stück Geschichte einfangen:

(Von Caro Dai)

„Deutschland im Sommer 2012: Fred Spiegel fährt mit der Straßenbahn durch die Nacht. Eine historische Reise, die ihn in Gedanken und Vorträgen in seine Vergangenheit zurückführt. Eine Vergangenheit voll sinnloser Gewalt und Verzweiflung, die ihm in der Gegenwart Lebenssinn und neue Hoffnung gibt: Fred will nicht stehenbleiben und verdrängen.

Mit seinen beinah 82 Jahren setzt er sich immer und immer wieder von Neuem in Bewegung. Und so reist er von seiner Heimat New Jersey aus durch die Welt, um den Holocaust zu bezeugen“. , so die Einleitung auf der Film-DVD. Seit 1989 kommt Fred Spiegel regelmäßig in seine alte Heimatstadt Dinslaken und erzählt vor Schülern und Studenten seine Lebensgeschichte: Auch in Dinslaken brannte im November 1938 die Synagoge. Das jüdische Waisenhaus wurde verwüstet. Juden beschimpft und angegriffen.

Der sechsjährige Fred und seine zwei Jahre ältere Schwester Edith erlebten die Verwüstung der elterlichen Wohnung und flüchten mit dem Großvater nach Holland zu Verwandten.

Die Mutter wollte die Kinder nachholen

Seiner früh verwitweten Mutter war es schon einige Zeit vorher gelungen, in England eine Au Pair-Stelle zu bekommen. Sie wollte sobald es finanziell möglich war, die Kinder nachholen. Doch die Ereignisse überschlugen sich. Fritz (wie Fred damals noch hieß) und Edith sollten ihre Mutter erst nach dem Krieg wieder sehen.

In seinem Film besucht Regisseur Adnan Köse mit Fred Spiegel die Stationen des Leidensweges: „Verstörende Schreckensbilder von Bergen- Belsen ebenso das, was vom einstigen Konzentrationslager Westerbork in Holland übriggeblieben ist, (wo die Nazis nach der Besetzung Hollands alle Juden für den Abtransport in die Vernichtungslager sammelten).

Am Schluss hält Freds Bahn. Seine Reise endet in der Nacht. Die Bahn fährt ohne ihn weiter, aber vor der Geschichte hat er seinen Platz als ein „Zeuge der Wahrheit“.

Für solche Themen bekommt man selten Drehbuch- oder Filmfördermittel. So war das ehrenamtlich tätige kleine Team um Regisseur Köse sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung des Lionsclubs Dinslakens. Denn als Lionsmitglied Albert Wösthoff von dem Projekt hörte, war für ihn gleich klar: „Das machen wir.“

Örtliche Banken (Sparkasse und Volksbank) und der DGB halfen auch.
Wösthoffs Manpower ist auch zu verdanken, dass die filmische Klammer „Eine alte Straßenbahn aus der Zeit“ in die der heutige Fred seine Reise in die Vergangenheit antritt, als Filmkulisse zur Verfügung stand. Wösthoff besorgte eine Drehgenehmigung.

Adnan und sein Kameramann Edgar Hellwig (der auch Musik, Ton und die Postproduktion übernahm) sollten ihre filmischen Ideen auch umsetzten können.

Trotz des bescheidenen Budgets konnten so die Reisen nach Holland ins Sammellager Westerbork, nach Bergen-Belsen, nach England ins Imperial War Museum und nach New Jersey, der heutigen Heimat von Fred Spiegel finanziert werden.

Möglich wurde der Film auch u. a. durch die Mitarbeit von Gabriele Khanna (Israel AG des Theodor-Heuss Gymnasiums) und Jürgen Grafen (er hält seit Jahren den Kontakt zu Fred Spiegel und betreut ihn hier vor Ort, wenn er sich mit auf seinen Besuchen mit Schülern und Studenten trifft).

Welturaufführung im Filmmuseum Düsseldorf


Am 5. März um 18.30 Uhr kann man „Fred Spiegel - Zeuge der Wahrheit“ beim Paul Spiegel Filmfestival im Filmmuseum Düsseldorf anschauen. Am 8. Mai um 19.30 Uhr lädt der Lionsclub Dinslaken zum gemeinsamen Kinoabend mit „Fred Spiegel - Witness of Truth“ ins Dachstudio der Stadtbibliothek in Dinslaken ein.
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