Kreis-Verkehrswacht Wesel e.V.

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Kreis-Verkehrswacht Wesel: Nüchtern betrachtet: Medikamente und Autofahren Zu Risiken und Nebenwirkungen beim Autofahren….

Dass Alkohol am Steuer das Reaktionsvermögen beeinträchtigen kann, ist längst keinGeheimnis mehr. Dass aber auch Arzneimittel dazu führen können, wird häufig unterschätzt.

Die Erhöhung des Durchschnittsalters in Deutschland führt dazu, dass immer mehr ältere Menschen am Straßenverkehr teilnehmen. Neben Arzneimitteln gegen Grippe und Erkältung im Winter müssen viele Verkehrsteilnehmer regelmäßig Medikamente einnehmen. Viele davon haben Nebenwirkungen, die auch die Fahrtüchtigkeit negativ beeinflussen können.

Die von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) im Jahr 2012 durchgeführte Untersuchung - „Profile von Senioren mit Autounfällen“ (PROSA – BASt Bericht M228) - hat ergeben, dass 11,1 Prozent der Studienteilnehmer Medikamente zu sich nehmen, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können. Die Probanden waren Seniorinnen und Senioren im Alter von über 65 Jahren, die in den letzten fünf Jahren an einem Unfall als Fahrer beteiligt waren. Ein Großteil der Testteilnehmer (80,9 Prozent) schätzte ihre Fahrleistung falsch ein und beurteilt das Fahrleistungsmögen positiver, als dies tatsächlich der Fall war. Die Kreis-Verkehrswacht rät deswegen älteren Verkehrsteilnehmern, aber auch allen anderen, die unter einer Grippe oder Erkältung leiden, auf das Autofahren zu verzichten. Wie die Studie wissenschaftlich belegt, sorgt eine Reihe von Medikamenten dafür, dass das Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen im Straßenverkehr zusätzlich herabgesetzt wird.

Plötzliche Husten- oder Niesanfälle können zu gefährlichen Situationen führen, da der Autofahrer vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird, erläutert Peter Steinhoff (Dinslaken), Vorsitzender der Kreis-Verkehrswacht Wesel. Dieses Ablenkung von wenigen Sekunden kann ausschlaggebend dafür sein, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht.

Noch vorsichtiger sollte sein, wer eine Grippe oder Erkältung mit Arzneimitteln bekämpft. Dazu zählen neben verschreibungspflichtigen Erkältungsmitteln auch viele der frei verkäuflichen Medikamente.
Steinhoff: „Hustenblocker können das gesamte zentrale Nervensystem dämpfen und zu einer Beeinträchtigung des Fahrvermögens führen. Grippe- und Erkältungsmittel können zudem stark beruhigend wirken und müde machen.“ Eine Stichprobeuntersuchung des TÜV Köln, bei der die Leistungsfähigkeit von Probanden vor und nach der Einnahme von rezeptfreien Grippe- oder Hustenmitteln gemessen wurde, ergab eine Verschlechterung des Reaktionsvermögens bis 21 Prozent.

Da die Präparate sehr unterschiedlich wirken, empfiehlt die Kreis-Verkehrswacht Autofahrern unbedingt die Hinweise auf Beipackzetteln zu beachten. Im Zweifelsfall sollte die Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker Aufschluss darüber geben, in welcher Weise ein Medikament das Fahrvermögen beeinträchtigt. „Keinen Zweifel lassen aber die Warnhinweise auf den Beipackzetteln bezüglich Alkohol zu“, betonen die Bereichsleiter der Kreis-Verkehrswacht. „Die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten und Alkohol ist absolut tabu. Dabei kann es zu Wechselwirkungen kommen, die für den Autofahrer überhaupt nicht abschätzbar sind.“
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