Mr. Weihnachtsmarkt: Léon Finger, Macher des Steeler Budenzaubers, tritt jetzt auch in Dinslaken an

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Der "Herr des Weihnachtsmarktes" ist Léon Finger schon seit fast vier Jahrzehnten in Essen-Steele. Jetzt will er in Dinslaken Akzente setzen. (Foto: Julia Colmsee)
 
Familien- und vor allem kinderfreundlich sind Léon Fingers Marktideen. Davon ist auch die Politik überzeugt, zum Beispiel Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (2.v.l.). (Foto: Archiv/Janz)
von Julia Colmsee

Dinslaken/Essen. Er steht für den Steeler Weihnachtsmarkt wie kein anderer. Léon Finger, Inhaber des gleichnamigen Modegeschäftes in Steele, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Initiativkreis City Steele und Mitbegründer des Weihnachtsmarktes vor mittlerweile 40 Jahren. Wir trafen den Mann, der in Bezug auf Weihnachtsmärkte alle Fäden in der Hand hält, sprachen mit ihm über die Historie, die Entwicklung, die Veränderungen der Märkte in Steele und Velbert und nicht zuletzt über seine neuen Aufgaben beim Dinslakener Weihnachtsmarkt.
Vor 40 Jahren - das Geschäft der Familie Finger hatte sich in Steele bereits etabliert - befand sich der Stadtteil im Umbruch. „Das Warenhaus Wertheim verließ das Globus Center, der Busbahnhof zog weg vom Kaiser-Otto-Platz an seinen jetzigen Standort. Wir als Kaufmannschaft hatten den Eindruck: Wir müssen etwas tun. Veranstaltungen erschienen uns besonders geeignet, weiterhin den Standort Steele für unsere Kunden attraktiv zu gestalten. So war die Idee des ersten Weihnachtsmarktes im Jahr 1977 geboren.“ Über mangelnde Begeisterung konnte sich Léon Finger nicht beklagen. „Die Mitglieder waren durch die Bank weg begeistert! Überzeugungsarbeit? Nein, die mussten wir gar nicht leisten. Wichtig war uns von Beginn an: Der Markt sollte dem Stadtteil dienen!“
An die ersten weihnachtlichen Hütten kamen Léon Finger und seine Mitstreiter recht unkompliziert. „Die Stadt Essen hatte insgesamt 40 alte, ausgediente Hütten vom Innenstadt-Weihnachtsmarkt ‚im Keller‘. Die hat man uns angeboten… An einem Samstag wurde auf dem Kaiser-Otto-Platz abgeladen - im Prinzip jede Menge Bretter… Wir haben dann in die Hände gespuckt und aus diesen 40 Hütten 17 brauchbare gebaut. Das waren noch Zeiten… wir hatten Bier und eine Gulaschkanone… und die Gemeinschaft hat gestimmt!“, blickt Léon Finger zurück ins Jahr 1977.
Ein Anfang war gemacht, die ersten 17 Hütten konnten auf dem Kaiser-Otto-Platz an den Start gehen. Aussteller fand Finger unter anderem durch die Schausteller-Zeitung „Komet“. „Wir haben da schlicht und ergreifend inseriert. Das hat sehr gut funktioniert. Unseren Teilnehmern der ersten Stunde haben wir - so wie es üblich ist - zugesichert, dass wir in den kommenden Jahren von uns aus die Hütten nicht neu vergeben. Wer wiederkommen wollte, hatte all’ die Jahre hindurch ein Vorrecht. Damit sind wir immer gut gefahren.“ Zu Beginn fand der Steeler Weihnachtsmarkt immer parallel zum Markt in der Innenstadt statt - bis dieser seine Eröffnung um zwei Tage nach hinten verschob. „Wir haben unseren Start einfach so belassen - und haben festgestellt: Das lohnt sich!“ Mittelweile findet die Eröffnung Mitte November statt und der Markt erstreckt sich bis in die erste Januarwoche. „Auch da haben wir einfach die Erfahrung gemacht, dass die Zeit nach Weihnachten und insbesondere das erste Wochenende im Januar sehr stark besucht werden. Warum also schon schließen?“ Finger ist auch Kaufmann.
Was aber macht den Steeler Weihnachtsmarkt seit vielen Jahren so erfolgreich? Was ist das Geheimnis seines Erfolges? „Ich denke, wir haben einfach einige sehr attraktive Alleinstellungsmerkmale. Zum einen sind wir ein sehr - wenn nicht sogar der kinderfreundlichste Weihnachtsmarkt in der näheren Umgebung. Wir haben sehr viele Fahrgeschäfte speziell nur für Kinder und ein sehr kindgerechtes Bühnenprogramm mit Puppenspiel und Märchen beispielsweise. Und nicht zu vergessen unser Kindertag - an dem besondere Ermäßigungen bei den Fahrgeschäften, aber auch bei der Gastronomie die Familien erwarten. Dann ist da sicherlich unsere Bühne mit einem täglich wechselnden Programm während der ganzen Laufzeit. Da gibt es den Tag der Kirche, der Kinder, des Jazz, der Shanty-Chöre und natürlich des Schlagers. Damit haben wir die Attraktivität des Marktes noch einmal gesteigert.“ Bekannte Künstler wir Olaf Henning, Jörg Bausch, Anna-Maria Zimmermann - und in der Vergangenheit auch Heino, Jürgen Drews oder der Wendler gehören zu den Gästen auf der Schlagerbühne. „Der Olaf Henning zum Beispiel, der hatte hier bei uns seine ersten Auftritte - und er kommt bis heute gerne. Oder Michael Wendler - der hat als 14-Jähriger schon bei uns in den Pausen gesungen. Heute ziehen diese Künstler noch einmal mehr Menschen zu uns auf den Markt!“ Viele kleine Dinge entwickelten sich im Laufe der Jahre zu echten Highlights - wie beispielsweise der Nikolaus, der im Hubschrauber einfliegt, das Prinzip der „Wechselhütten“ (Hierbei können beliebig viele Hütten von Vereinen, Kitas, Schulen, soz. Einrichtungen etc. tageweise oder übers Wochenende belegt werden.) oder der stimmungsvolle Start in die Adventszeit mit der ökumenischen Lichterandacht, um nur einige zu nennen.
Der Steeler Weihnachtsmarkt - ein wahres Erfolgskonzept über so viele Jahre, der eng mit dem Namen Léon Finger verbunden ist. Kein Wunder also, dass auch andere Städte auf ihn aufmerksam wurden. „Das ist richtig. Zwei Jahre lang habe ich den Weihnachtsmarkt in Velbert begleitet. In diesem Jahr steht jetzt eine echte Premiere an: der Weihnachtsmarkt in Dinslaken.“
Angesprochen wurde Finger von der Dinslakener Baugesellschaft Walter Hellmich, die unter anderem auch für das Einkaufszentrum Neutor Galerie verantwortlich ist. „Und genau vor dem Einkaufszentrum - am Neutorplatz - soll ein Weihnachtsmarkt entstehen. Ich wurde eingeladen und habe das Konzept des Steeler Weihnachtsmarktes präsentiert - auch anhand eines Bildbandes. Es hat anscheinend gefallen!“
Finger hatte den Auftrag, stellte sein Konzept dem Bürgermeister und dem Rat der Stadt vor. „Alle waren sehr angetan. Um von Beginn an verschiedenste Institutionen an der Planung und Realisierung des Marktes zu beteiligen, wurde ein Arbeitskreis gegründet, der sich regelmäßig zusammensetzt. Wichtig und richtig“, stellt Finger fest. „Ich freue mich sehr über die gelungene Zusammenarbeit - über manches müssen wir etwas länger diskutieren. Aber viele Wege und Arbeiten kann man auch teilen und natürlich auf das Wissen und nicht zuletzt die Einschätzung der Arbeitskreis-Mitglieder zurückgreifen!“
Was bedeutet das jetzt für den Steeler Weihnachtsmarkt? Hat Léon Finger jetzt überhaupt noch Zeit? „Das behalte ich natürlich auch im Auge. Für Steele entstehen sehr positive Effekte - so kann ich einige Künstler jetzt direkt für zwei Auftrittsorte buchen - das bedeutet auch Ersparnisse - für beide Bühnen. Wenn man geschickt verhandelt…“ Und daran haben wir wirklich keinen Zweifel!
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