St. Vinzenz Hospital Dinslaken: Einsatz in Nepal

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Das St. Vinzenz-Ärzte-Team Melanie Walter, Christoph van Vlijmen und Sören Lehmann.
Der hier veröffentlichee Bericht vom Dinslakener Ärzte-Team Melanie Walter und Sören Leymann ist noch vor den neuen schweren Nachbeben bei uns angekommen. Sie waren gut gelandet und hatten mit ihrer Arbeit im Erdbebengebiet beginnen können. Halten seit dem mit Chefarzt Dr. Bernhard Uhl, vom St. Vinzenz Hospital, per Internet den Kontakt und berichten hier erstmals persönlich von ihrer Ankunft im Katastrophengebiet in Sankhu. Wo seit Jahren durch Dinslakener Ärzte im St. Vinzenz-Patenhospital Hilfe z.B. Geburtshilfe geleistet wird.


Sankhu. Hier der erste persönliche Lagebericht des Dinslakener Ärzte-Teams:

Am 1. Mai ging unser Flug von Düsseldorf über Abu Dhabi nach Kathmandu und von dort weiter mit dem Auto nach Sankhu. Insgesamt hatten wir eine Reisezeit von fast 20 Stunden. Air Berlin und Etihad haben sich freundlicherweise um den Transport unserer 800 kg schwerer Europaletten, gefüllt mit Spendengütern gekümmert. Hier noch mal ein großes Dankeschön dafür, das war uns eine große Hilfe.
Nach unserer Ankunft in Kathmandu in der Nacht verlief alles unproblematisch, wir haben sehr schnell unsere Visa bekommen und nach 4-stündiger Wartezeit auf Teile unseres Gepäcks sind wir dann endlich im Krankenhaus angekommen. Ein schnelles Abendessen und schon lagen wir in unseren Betten, um am nächsten Tag bereit zu sein.

Beim Frühstücken gab es eine Lagebesprechung mit den Kollegen vor Ort. Unsere ersten Eindrücke im Krankenhaus waren sehr positiv, gut organisiert, kompetente und hochmotivierte Pflegekräfte, sehr freundliche und dankbare ärztliche Kollegen.
Etwa 30 Patienten wurden unter Carports vor dem Krankenhaus untergebracht. Wie erwartet, waren die meisten Verletzungen Frakturen, Quetschungen und Verbrennungen. Infekte gab es so gut wie keine.

Während Melanie und Jan Christoph sich um Logistik, Medikation, Patientenübernahme/-übergabe gekümmert haben, war ich im OP mit den Kollegen vor Ort. Wir haben vier Frakturen und zwei Quetschverletzungen versorgt. Bei einem Patienten haben wir eine Korrekturreposition nach Fiyateur externe durchgeführt und viele Verbände gewechselt. Nach dem Mittagessen sind wir in die umliegenden Dörfer gefahren. Es ist kaum in Worte zu fassen, der Stadtkern ist dem Erdboden gleich. 80% der Häuser sind einfach in sich zusammen gefallen wie ein Kartenhaus.
Nepalesische und chinesische Hilfskräfte und Militär helfen dort weiterhin bei den Bergungen, zumeist nur noch tote.

Am Abend gab es wieder eine Lagebesprechung. Heute sind wir alle mit im OP tätig gewesen, zusammen mit dem orthopädisch/traumatologischen Kollegen konnten wir eine komplizierte Oberschenkelfraktur versorgen. Bei der Lagebesprechung am Mittag haben wir auf Grund der großen Kapazität an Personal und Materialien beschlossen, aus den regionalen Krankenhäusern und Lazaretten Patienten zu übernehmen und diese hier zu versorgen.

Seit dem 5. Mai sind wir auch in den umliegenden Dörfer im Einsatz und sehen, wer noch ärztliche Hilfe benötigt. Wir versuche mit der UN einen Hubschrauber zu Organisieren, um auch die abgelegenen Dörfer zu erreichen, damit auch den Bewohnern dort die nötige Hilfe zuteil werden kann.

Wir sind überwältigt von der Dynamik und der Hilfsbereitschaft, die unsere Arbeit hier trägt. Dieser Dank gilt auch den Leserinnen und Lesern des Niederrhein Anzeigers, die diesen medizinischen Einsatz aktiv durch Spenden unterstützen.
Auch die Patienten und das Krankenhaus-Personal hier im Katastrophen gebiet dankt uns und unseren Spendern für die Nothilfe-Materialien. Sie konnten als Teil unseres Gepäcks unbürkratisch direkt zu den Verletzten gelangen. In einigen Tag werden wir wieder berichten können.

Viele Grüße aus Nepal,
von Melanie,
Jan Christoph und Sören

Wer das Ärzte-Team dort unterstützen möchte:

In der St. Vinzenz Kantine in Dinslaken steht eine Spendenbox! Jeder Euro zählt.
Und hier das Spenden-Konto: Deutsch-Nepalesische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.v., Volksbank Dinslaken, Konto: 100 70 20 10, BLZ: 352 612 48, IBAN: DE68352612480100702010, BIG: GENODED1DLK, Verwendungszweck: Erdbebenopfer. Vielen Dank!
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1 Kommentar
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Regine Hövel aus Dinslaken | 19.05.2015 | 23:00  
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