Wenn Virtualität immer wichtiger wird

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Eine Informationsvorstellung zum Thema Computerspiele soll Wissenswertes liefern

Computerspiele gibt es schon sehr lange. Vor zehn Jahren waren es die Sims und Co, heute sind es Pokémon Go und andere Spiele. Gleich geblieben ist die Frage vieler Eltern: Wann ist es zu viel?
„Mein Kind schottet sich total ab und zieht sich von mir zurück. Das liegt bestimmt an diesen Computerspielen.“ So oder so ähnliche Sätze hören Stefan Sondermann, Diplom-Sozialarbeiter bei der Drogenberatung im Diakonischen Werk Dinslaken und Jan-Joscha Hegemann, Sozialarbeiter/Sozialpädagoge bei der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder des Kreises Wesel, sehr oft. Sondermann stellt aber auch direkt klar: „Wir verteufeln Computerspiele nicht. Wir gucken aber, was hinter der Lust am Computerspielen steckt.“
Es gehe also keineswegs darum, den Jugendlichen das Computer- und Handyspielen zu verbieten: „Wenn man das gerne macht, ist es nämlich nicht zwangsläufig schlimm. Fragwürdig wird es erst, wenn die Jugendlichen versuchen über das Computerspiel etwas zu kompensieren“, so Christian Weißenbruch, Leiter der Erziehungsberatungsstelle des Kreises Wesel. Es sei wichtig, genau zu schauen, welche Motivlage hinter der Spielelust liegt: „Manche suchen in den Spielen auch Erfolge, die sie in der realen Welt nicht haben“, so Sondermann. Oftmals heiße es aber auch vorschnell „die Spiele seien schuld, obwohl dahinter eigentlich ganz andere Probleme liegen.“
Ein Veränderungsprozess, der durch die Jahre stattgefunden hat, ist der, dass die Spiele kaum mehr ein Ende haben: „Es geht immer weiter und viele Spiele sind zwar erst mal kostenlos, aber das Herunterladen von zusätzlichen Produkten zum Weiterkommen kostet dann Geld“, erklärt Sondermann. Ein Ansatzpunkt wäre, dass die Eltern sich mit den Spielen der Kinder auseinandersetzen, so Hegemann: „Die Eltern sollten eine allgemeine Vorstellung davon haben, was ihre Kinder spielen.“ Das heiße natürlich nicht, dass sie jedes Spiel bis ins kleine Detail kennen müssen: „Es reicht schon, wenn sich die Eltern und Kinder gemeinsam mit der Medienwelt auseinandersetzen.“
Um über Problematiken bestens aufzuklären, geben Hegemann und Sondermann am Donnerstag, 22. September, einen Vortrag mit dem Titel „Pokémon & Go. KG - Worauf Eltern beim Spielekauf achten sollten“, von 9 bis 12 Uhr in den Räumen der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder in der Hans-Böckler-Straße 9. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Seminar soll dazu dienen, die Eltern etwas mehr in die Medienwelt einzuführen, denn wie Sondermann abschließend feststellt: „Wer Kinder hat, wird sich mit Computerspielen auseinandersetzen müssen.“ Stefan Sondermann (Diakonie), Jan-Joscha Hegemann (Kreis Wesel) und Christian Weißenbruch (Kreis Wesel- Dip. Psychologe Fachdienstleiter)


Text: Sarah Dickel
Fotos: Heike Cervellera
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