In die Jahre gekommen; Lippeverband investiert zehn Millionen Euro in Voerder Kläranlage an Frankfurter Straße

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So sieht es beim Eintritt des Abwassers in die Kläranlage aus. (Foto: Heinz Haas)
 
Im Nachklärbecken sieht das Abwasser nach zirka 24 Stunden schon ganz anders aus. (Foto: Heinz Haas)
Voerde (Niederrhein): Kläranlage | von Heinz Haas

Strahlend blauer Himmel und die Sonne lacht. Eigentlich ist es ein angenehmer Außentermin. Wenn da nicht ein erbärmlicher und stinkender Geruch in der Luft liegen würde.

Voerde. Der Lippeverband hat zur Kläranlage Frankfurter Straße in Voerde eingeladen. Durch eine Investition in Höhe von zehn Millionen Euro in die Erneuerung der Kläranlage soll mehr Effizienz und Energieeinsparung erreicht werden.
Der Verband hat die Kläranlage im Jahr 1996 von der Kommune Voerde übernommen. „Es gibt eine ganz enge Kooperation mit dem Lippeverband. Er ist ein verlässlicher Partner. Und wir arbeiten Hand in Hand. Zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger, die keine Gebührensteigerungen ins Unermessliche befürchten müssen“, sagt Dirk Haarmann, Bürgermeister von Voerde.
Erbaut wurde die Kläranlage an der Frankfurter Straße im Jahr 1956. Sie ist somit in die Jahre gekommen. Daher hat sich der Lippeverband entschlossen, die Anlage grundlegend zu modernisieren. Rund 10 Millionen Euro wird er investieren. Schritt für Schritt werden die wichtigsten Komponenten – Pumpen, Rechen, Klärbecken, Faulturm und Betriebsgebäude - erneuert.
Dirk Klingenberg ist der Projektleiter. Er hat viel Erfahrung mit Sanierungen. Seit 23 Jahren ist er schon dabei und hat in dieser Zeit nach eigener Auskunft „fünf oder sechs Sanierungen“ erfolgreich begleitet. „Wir werden für den Umbau, der bei laufendem Betrieb durchgeführt wird, ein bis anderthalb Jahre benötigen“, erklärt er. Die Sanierung umfasst die Betonsanierung, die Erneuerung der Maschinen und der Elektrotechnik. Einige Gebäude werden baulich erneuert und das Betriebsgebäude wird aufgestockt. Nach Abschluss der Sanierung wird eine deutliche Energieeinsparung durch effiziente Gebläse, Pumpen und Rührwerke zu verzeichnen sein.
Nach der Sanierung wird das Abwasser aus den Gemeinden Voerde, Mölln, Löhnen und Mehrum wieder über den Voerder Leitgraben bei Götterswickerhamm in den Rhein fließen. Und das sind dann immerhin rund 2,5 Millionen Liter täglich oder 50 bis 60 Liter pro Sekunde im Durchschnitt, die mehr als dreckig in die Kläranlage fließen und nach rund 20 bis 24 Stunden fast sauber in den Rhein geleitet werden.
Die sehr lange Reinigungsdauer, um aus dem dreckigen Abwasser wieder „sauberes Abwasser“ zu machen, geschieht in mehreren Schritten und Stufen. Betriebsleiter Andreas Zange erklärt: „In Stufe eins und zwei geschieht eine mechanische Reinigung. Das Abwasser wird von Papier sowie Sand und Steinen befreit. In Stufe drei setzt sich der Schlamm ab. Die weiteren Stufen bezeichnet man als biologische Reinigung. Dann oxydiert Stickstoff zu Nitrat, welches dann abgebaut und umgewandelt wird zu elementarem Stickstoff. In einer Nachklärung setzt sich die Bakterienmasse am Boden ab.“ Dann heißt es: Raus aus der Gefangenschaft der Kläranlage und zurück zu Mutter Natur in den Rhein. Auch diese Schneckenpumpe ist in die Jahre gekommen und muss ausgetauscht werden.

Der Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband für das Einzugsgebiet der mittleren und unteren Lippe und wurde 1926 gegründet. Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung.
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