Windräder als Vogelfallen?!

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Windrad = Vogelfalle? Die Genehmigung für drei Windräder auf der Halde Nord liegt bereits vor. Jetzt äußert sich ein Ornithologe Thomas Traill zu den angekündigten Plänen. (Foto: Heike Cervellera)

Die Genehmigung für drei Windräder auf der Halde Nord liegt bereits vor. Jetzt äußert sich ein Ornithologe zu den angekündigten Plänen.

Thomas Traill, zuständig für den Schwerpunkt Vögel der Biologischen Station im Kreis Wesel (BSKW), sieht der Baugenehmigung mit gemischten Gefühlen entgegen: „100.000 Vögel fallen im Jahr Windrädern zum Opfer“, so der Ornithologe. Eine Zahl, die nicht ganz nachweisbar ist, da „in vielen Fällen die Vögel bereits von Aasfressern weggetragen werden. Man sieht also kein Schlachtfeld“, so Traill erklärend.
Dennoch sei die Bedrohung, die durch die Windräder entstehe, nicht zu verachten, wie Traill berichtet. Es gebe zwei verschiedene Arten von Problemen, die durch Windräder entstünden: „Zum einen birgt die direkte Kollision mit dem Rotor natürlich eine enorme Gefahr.“ Besonders gefährdet seien Vogelarten, die relativ hoch und gemächlich fliegen wie zum Beispiel große Greifvögel: „Sowohl für den Rotmilan als auch für den Mäusebussard entstehen Gefährdungen durch die Windräder“, berichtet der Mitarbeiter der BSKW. „Aber auch für Fledermäuse können die Windräder zum Problem werden“, ergänzt Traill seine Ausführungen.
Neben der Bedrohung durch die direkte Kollision birgt zudem noch ein anderes Problem Gefahren für die Vögel: „Durch den Unterdruck hinter der Anlage kann bei den Vögeln ein Barotrauma ausgelöst werden. Durch diesen Unterdruck kann es zu Verletzungen und zu Orientierungslosigkeit der Vögel kommen“, erläutert Traill die Problematik.
Als Lösung nennt Traill den Bau von kleineren Rotoren: „Es gibt bereits Forschungsideen, die allerdings noch nicht umgesetzt werden, weil diese Windräder dann wesentlich leistungsschwächer sind.“ Aus Vogelschutzsicht sei der Bau von Windrädern, unter momentanen Voraussetzungen, daher eine klare Sache: „Je mehr Windräder vorhanden sind, desto mehr Vögel können Schäden tragen.“

Text: Sarah Dickel
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