Winterwehen

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Leider hat der Winter sein kurzes und oberflächliches Gastspiel hier am Niederrhein schon wieder beendet. Deshalb greife ich in meinem Gedicht auf die Eindrücke zurück, die ich vor Jahren in Norwegen gemacht habe.


Tief verschneiter Winterwald,
jeder Laut um mich verstummt,
aus der Ferne knisterts kalt,
alle Bäume sind vermummt.



Schneekristalle, leicht wie Flaum,
mogeln sich auf mein Gesicht,
und ich wandre wie im Traum
durch das fahle Nebellicht.

Einsam stapf ich Schritt für Schritt
durch den pulverweichen Schnee,
die Gedanken ziehen mit,
bis ich vor dem Bergsee steh.

Hier, wo sonst Forellen steigen,
dehnt sich kalt und starr das Eis,
alles liegt in tiefem Schweigen,
nur der See knirscht zart und leis.

Reifverzierte Halme nicken,
beugen sich und werden schwer,
bis sie überladen knicken;
und der Schnee wird immer mehr.

Ich kann kaum noch etwas sehen,
es wird Zeit, ich muss zurück,
eisgehauchte Schleier wehen,
es ist noch ein weites Stück.

Lautlos fallen schwere Flocken,
dicht an dicht in großer Zahl,
Wind lässt mir den Atem stocken,
flimmernd winkt ein Licht im Tal.

Um mich wogen Baumgespenster
wie ein Spuk aus Kinderzeit,
vage grüßen lichte Fenster,
künden von Geborgenheit.

Meine Schritte werden schneller,
hinter mir die weiße Wand.
Vor mir wird es zögernd heller,
ich seh kaum noch meine Hand.

Endlich steh ich vor der Hütte,
im Kamin tanzt Feuerschein.
Es schneit weiter und ich schütte
noch ein Glas voll Glühwein ein.
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6 Kommentare
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Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 28.01.2017 | 09:13  
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Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 28.01.2017 | 10:12  
58.691
ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 29.01.2017 | 14:52  
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Volker Rubin aus Dinslaken | 31.01.2017 | 13:52  
58.691
ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 31.01.2017 | 14:17  
67.402
Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 01.03.2017 | 16:14  
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