1. Mai in Dinslaken: DGB-Gastredner Karl-Josef Laumann "70 Jahre Frieden und Freiheit"

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Seit 40 Jahren IG-Metall-Mitglied: Karl-Josef Laumann.
Große Koalition im Burgtheater des SPD-regierten Dinslaken – ein CDU-Mitglied der Bundesregierung als Festredner für den DGB-Ortsverband am 1. Mai.

Ein Mann, für den der hiesige SPD-Bürgermeister einst im NRW-Ministerium auch Reden schrieb. Und seinen früheren Chef von der anderen Partei nun trotz Wahlkampf hierhin einladen half – die CDU-Prominenz wie Marie Luise Dött und Bürgermeister-Kandidat Heinz Wansing in der ersten Reihe wunderte das gar nicht. Amtsinhaber Michael Heidinger (SPD) begrüßte wie DGB-Chef Alexander Lazarevic als Festredner Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Mitglied des CDU-Landesvorstands NRW und Bundesvorsitzenden der CDA. Der hielt als christlich engagiertes IG-Metall-Mitglied in freier Rede einen engagierten Appell zu sozialem und gewerkschaftlichem Engagement in der Einheitsgewerkschaft des DGB.

Laumann, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, bekannte sich als CDU-Mitglied unter dem DGB-Motto „Gutes Geld. Soziales Europa“ zum Mindestlohn und hob hervor, dies sei der letzte 1. Mai vor Einführung dieser gesetzlichen Regelung. Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft gehöre für ihn zum Arbeitsmarkt und Arbeitsleben wie Tarifverträge, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, das Arbeitsrecht und immer wichtiger: Die Sicherheit am Arbeitsplatz.

Wahlaufruf zur Kommunal- und Europawahl

Auch die Arbeitsunfähigkeitsrente müsse wieder Thema werden, so Laumann als Übergang zu seiner neuen Aufgabe als Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege: „2,4 Millionen Pflegebdürftige haben wir schon heute. Tendenz steigend. Zu einer menschlichen Gesellschaft gehört auch der Einsatz für die, die keine Lobby haben: Es kann nicht angehen, dass ein examinierter Pfleger, der sich um Menschen kümmert, weniger verdient als ein Metaller, der Maschinen pflegt“.

Laumann brachte auch starke persönliche Argumente für eine hohe Wahlbeteiligung in Sachen Europawahl: „Mein Opa hatte zwei Brüder, die beide im 1. Weltkrieg gefallen sind. Mein Vater verlor zwei Brüder im 2. Weltkrieg. Meine Brüder und ich sind die ersten, die nicht in den Krieg mussten. Die Brüder meines Opas und die Brüder meines Vaters hätten alles gegeben, um es so zu haben, wie wir es heute haben. Wir leben seit 70 Jahren in Frieden und Freiheit.“ Auf Einladung des DGB präsentierten sich im Bühnenbereich der Freilichtarena

Dinslakens politische Parteien, die SPD neben dem gewerkschaftlichen Automobilclub rechts, links einträchtig die CDU neben Linken und Grünen, im Hintergrund „das leibliche Wohl“ und die roten Sträußchen zum Anstecken.
Erstmals seit Jahren: Das Rednerpult wieder in der Mitte und nicht am seitlichen Rand im Rücken des Publikums.
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2 Kommentare
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Regine Hövel aus Dinslaken | 07.05.2014 | 23:36  
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Petra Tollkoetter aus Dinslaken | 08.05.2014 | 19:24  
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