Dinslaken Agen Städtepartnerschaft: "Nationen können nicht miteinander befreundet sein, das können nur Menschen!"

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Die französische Delegation Bürgermeister mit Jean Dionis du Séjour wird von Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und weiteren Vertretern der Stadt empfangen. Foto: Heinz Kunkel.
 
Zu Ehren des 40-jährigen Freundschafts-Jubiläums gibt es nun einen Saal Agen im Rathaus. Foto: Heinz Kunkel.
Agens Bürgermeister Jean Dionis du Séjour zitierte aus der Rede Gerhard Schröders zum 40. Jahrestag des Deutsch-Französischen Elysée-Vertrages: Aus Feinden sollten Freunde werden - das war das Ziel des Élysée-Vertrags von 1963.

Keine Selbstverständlichkeit nur 18 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs: Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle im Pariser Élysée-Palast eine „Gemeinsame Erklärung“ und den „Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit“ – kurz Élysée-Vertrag genannt. 1975 unterschrieb Bürgermeister Karl-Heinz Klingen die deutsch-französische Städtepartnerschaft mit seinem Amtskollegen Dr. Pierre Esquirol. Beide erlebten als Soldaten die Hölle des 2. Weltkrieges.

Bei der Unterzeichnung hatten beide Tränen in den Augen. 40 Jahre später können Agen und Dinslaken auf viele schöne Erinnerungen zurückblicken, aber auch der Toten zweier fürchterlicher Kriege gedenken. Gemeinsam legten die beiden Bürgermeister einen Kranz am Weltkriegs-Mahnmal nieder.

Während des viertägigen Besuchs der französischen Delegation ging´s zu außer-gewöhnlichen Orte in Dinslaken: Mühlenmuseum, Lohberg mit Kreativ.Quartier, Diyanet Moschee und Bergpark. Einkehr im neuen Lohberger Restaurant „Altes Casino“ und -viel länger als geplant - ein erfrischender Stopp im Brauprojekt 777 in Spellen. (Hier zum Besuchsprogramm und weitere Infos auf www.staedtepartnerschaften-dinslaken.de).

Neuer Saal im Rathaus

Zu Ehren der Partnerstadt wurde der ehemalige Empfangsraum im Rathaus schick renoviert und in „Saal Agen“ umbenannt. Für die noch leeren Wände brachten die französischen Freunde ein Gemälde mit: Es zeigt den Fluss Garonne, an dessen Ufern Agen liegt. Beim Festakt Montag-Abend in der Kathrin-Türks-Halle bedankte sich Bürgermeister Dionis du Séjour für die herzliche Aufnahme. Seine Rede, vorab übersetzt, wurde zum Mitlesen projiziert. Wenn sich jedoch der Dolmetscher dezent zurück ziehen wollte, hielt ihn der Bürgermeister aus Agen zum großen Amüsement der Gäste einfach fest. Die vom abgesprochenen Text abweichenden Passagen sollten schließlich auch übersetzt werden. So war z.B. in Agen der Krieg schon 1944 beendet. Deswegen fällt es Dionis de Sejéjour schwer zu begreifen, warum die Alliierten 1945 (kurz vor Ende des Krieges) eine Mittelstadt wie Dinslaken so schwer bombardiert haben. 700 Dinslakener kamen dabei um.

Die vierzigjährige Städtefreundschaft habe auf vielen Ebenen Früchte getragen. Trotzdem wird jede Generation sie ganz persönlich für sich erneuern müssen. Dies konnte Bürgermeister Heidinger nur bestätigen: „Wo liegt der Wert einer solchen Partnerschaft - für die ja auch Steuergelder ausgegeben werden? Sie muss immer neu entzündet werden! Dazu will auch der frisch gegründete Städtepartnerschaftsverein beitragen. Angeführt von „Mr. Kultur“ Klaus-Dieter Graf und Renate Seidl, die bei den Jubiläums-Vorbereitungen und der Betreuung der Gäste schon segensreich mitgewirkt haben. Der Verein sucht übrigens noch Mitglieder. Kontakt: E-Mail: graf.staedtepartnerschaften-dinslaken.de .Vive Lámitié!
(Text: Caro Dai).
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