Finanzielle Ängste geschürt: Straßenbauarbeiten in Voerde verärgern Anwohner

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von Sarah Dickel

In Friedrichsfeld-Ost fühlen sich einige Anwohner von der Stadt verschaukelt. Grund dafür sind Straßenbauarbeiten, deren Kosten mittlerweile das Budget der Anwohner sprengen.

Voerde. Peter Richter ist sauer. Der Bewohner der Südstraße fühlt sich von der Stadt nicht ernst genommen, mehr sogar: allein gelassen. Und das mit Kosten, die sich, so der derzeitige Stand, auf rund 14.000 Euro belaufen.
Angefangen hat alles im August 2015, wie sich Richter erinnert: „Es sollten die Straßen in Friedrichsfeld- Ost, Ginsterweg, Birkenweg, Grenzweg, Föhrenweg, Gartenstraße und Südstraße den jetzigen Vorschriften zur Niederschlagswasserbeseitigung angepasst werden.“ So weit, so gut. Tatsächlich begann der erste Bauabschnitt auch im November letzten Jahres. Richter und die anderen Anwohner waren zu diesem Zeitpunkt vor allem froh, „da nur ein Kanal für die Verlegung des Abwasserrohrs erstellt werden sollte.“ Die Tragschicht der Straße sei hingegen ausreichend, teilte man den Anwohner mit. Die Kosten beliefen sich zu diesem Zeitpunkt für die Richters auf 3.700 Euro.

Peter Richter: „Dann kam alles knüppeldick anders.“

Im Laufe des ersten Bauabschnittes kam es jedoch zu Änderungen: „Dann kam alles knüppeldick anders“, bringt es Richter auf den Punkt. Die Straße musste komplett aufgerissen werden, da die Tragschicht sich als nicht ausreichend herausstellte. Richter bemängelt, dass diese Maßnahme ohne Abstimmung der Bewohner erfolgte. Durch diese Änderung stiegen die Kosten in die Höhe: „Die Kosten würden sich jetzt für mich und meine Frau, wenn im zweiten Bauabschnitt so weiter gemacht wird, auf 13.800 Euro erhöhen, also eine Vervierfachung“, so der Bewohner entsetzt. Nicht nur für ihn, sondern auch für viele seiner Nachbarn stellt diese Summe ein großes Problem dar: „Viele Nachbarn fahren vorläufig nicht in Urlaub und versuchen zu sparen. Reparaturen am Haus werden zurückgestellt“, weiß Richter zu berichten.

Stadt plant neue Ausschreibung mit Ziel, die Kosten zu minimieren

Simone Kaspar, Beigeordnete und Stadtkämmerin, ist mit den Nöten der Anwohner vertraut. Deshalb habe man auch zeitnah versucht, alle Bewohner mit in das Vorhaben einzubinden: „Am 8. Juni gab es eine Info-Veranstaltung und vor Kurzem haben wir zudem ein Beteiligungsverfahren ausgeschrieben“, so die Kämmerin. Zusätzlich dazu werde es am 5. September eine Anhörung geben, bei der die Bewohner sich zu Wort äußern können. All diese Informationen werden dann in die Tagung des Bau- und Betriebsausschusses am 28. September einfließen. Klar ist, dass es für den zweiten Bauabschnitt eine neue Ausschreibung geben wird. Das vorrangige Ziel sei dann, „die Kosten zu minimieren“, so Kaspar, „ohne aber auf die Qualität zu verzichten.“
Bis Ende September müssen die Anwohner also noch abwarten, wie sich die weiteren Kosten entwickeln werden. Eine Situation, die für viele nicht einfach ist, wie Richter abschließend anmerkt: „Einige Nachbarn stehen vorm finanziellen Ruin.“
von Sarah Dickel
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