Gesundheitsminister aus Kobané besuchte Dinslaken

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Auf Einladung des Stadtverbandes DIE LINKE Dinslaken, referierte der Gesundheitsminister des Kantons Kobané über die aktuelle Situation, seine Hoffnungen und Forderungen zum Wiederaufbau Kobanés.
Vor über 50 Gästen begann die Veranstaltung mit Grußworten unseres Ratsherrn, Herrn Daniel Luther. Dieser bedankte sich im Namen der Fraktion für die zahlreich gekommenen Gäste und insbesondere bei unserem Referenten dafür, dass er die Strapazen auf sich genommen hat, um die Menschen in Europa über die Situation in Kobané zu unterrichten.
Als Vertreter der Stadt begrüßten wir den stv. Bürgermeister Eyup Yildiz. Dieser richtete in seiner Ansprache den Fokus darauf, dass gerade in Dinslaken ein enger Bezug zu Kobané entstanden ist und zwar aus der Betroffenheit heraus, dass ein junger Mann aus Dinslaken, als IS-Kämpfer zu trauriger Berühmtheit gelangte, als er sich mit einem abgetrennten Kopf ablichten ließ.
Im Anschluss daran ergriff der Gesundheitsminister das Wort und begann von Kobane aus dem Jahr 2012 zu erzählen. Zu dieser Zeit herrschte in Syrien Bürgerkrieg und die Bevölkerung Kobanés wollte diesen Zustand nicht tatenlos hinnehmen. Stattdessen gründete Sie eine Selbstverwaltungszone - nach schweizerischem Vorbild. Das Kanton Kobané war geboren. Der zarte Keimling wuchs zu einer Gesellschaft, die sich durch demokratische Partizipation, Pluralismus und Hoffnung kennzeichnete.
Und genau dieser Zustand war dem IS ein Dorn im Auge. Da Kobané über keine militärischen Möglichkeiten verfügte, eroberte der IS die Stadt im Sturm. Nach und nach gelang es der Bevölkerung von Kobane die Stadt zurückzuerobern. Ahmad berichtete von dramatischen Szenen, die man kaum in Worte fassen kann.
Der IS ist mittlerweile zu großen Teilen aus dem Kanton vertrieben, der Schaden ist geblieben. 80% der Stadt sind zerstört, viele Leichen können nicht geborgen werden, weil Sie unter Schutt liegen und die Infrastruktur ist nicht mehr existent. Keine Schulen, kein Krankenhaus, kein Strom und dennoch ist zumindest die Hoffnung wieder da. Die Hoffnung auf einen Wiederaufbau der Stadt.
Und genau daran wird deutlich, woran es hapert. Die Türkei blockiert die Grenze nach Syrien und verhindert dadurch die Lieferung von Gütern nach Kobané. Ohne diese Korridore wird der Wiederaufbau unmöglich sein.
Für Dinslaken stellt sich die Frage, ob eine Resolution des Stadtrates erfolgt, um die türkische Regierung zum Umdenken zu bewegen.
Die Veranstaltung war in jeder Hinsicht ein Erfolg. Gekrönt wurde sie dadurch, dass ca. 250€ für das yezidische Kulturzentrum und Medico International gespendet wurden.
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