Kandidat privat 2014: "Geben Sie ihr bitte meine Nummer!"

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Landrats-Kandidat Sascha Wagner (Linke) mit Parteifreund Gerd Baßfeld (Bürgermeisterkandidat in Dinslaken) im Biergarten.
  In der NA-Reihe „Kandidat privat“ stellen wir bis zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014 die Bürgermeister-Kandidaten und Landrats-Kandidaten der hiesigen Wahlkreise vor:

Kreis Wesel. Lieblingsort von Sascha Wagner (*1980) in Dinslaken ist ein Biergarten der Altstadt. Und wo verabredet man sich am besten mit einem Politiker, auch einem der Linken, um ein Kandidat-Privat-Interview mitten im Wahlkampf zu führen? Natürlich dort, wo sich die Kandidaten wohlfühlen. Wenn dann auch noch der eigene Bürgermeister-Kandidat  lauschend im lauschigen Garten in der Nähe sitzt, kann gar nichts mehr schief gehen.  

Seit 2005 lebt dieser Sascha Wagner in Dinslaken. Und wird hier durchaus auch bei politisch anders Orientierten wirklich geschätzt.

Einer von den „Linken“?

Durch langjährige Arbeit als Vorsitzender des Stadtjugendrings hat er auch die Schwarz-Gelben und Halb-Roten für sich eingenommen.

Ursprünglich stammt Wagner aus einer Essener Arbeiterfamilie, Vater Textilarbeiter, Mutter Verkäuferin. Sascha Wagner lernte auch erstmal Textil-Maschinen-Führer, wie die Weber heute heißen. Auch der Weber-Aufstand, einst Beginn der Arbeiterbewegung auf deutschem Boden, wäre ja wohl heute so umbenannt.
Sascha Wagner machte eine Ausbildung zum Krankenpfleger, in den Kruppschen Krankenanstalten. Kriegsdienstverweigerer: Zivil-dienst im Altenheim. Und da seinerzeit die Ausdünnung angebotener „Soz.-Vers.-Jobs“ begann, griff der junge Sascha zu, als eine der schönsten Jugendherbergen, „Haus am Turm“ in Essen-Werden einen „Herbergsvater“ suchte. Als Mitglied der hundertjährigen „Wandervogel“- Bewegung war er schon als Jugendlicher mit solchen Unterkünften europaweit vertraut. Und auch ansonsten der qualifizierteste Bewerber, der JH-Verband achtet auch auf die menschliche Stärke.

Wagners Weg in die Politik

Zum Niederrhein kam Sascha Wagner als Integrationshelfer der Waldschule Hünxe und arbeitete mit geistig behinderten Kindern und Jugendlichen.

Papa und Mama Wagner, die ganze Familie hat übrigens traditionell SPD gewählt, über hundert Jahre, den Sascha verlor die gewandelte Partei. Er engagierte sich zunächst bei ATTAC, wie Heiner Geißler, auch mit den Grünen hat er geliebäugelt, der Wagner. Doch erst bei der „Linken“ politische Heimat gefunden. Und schnell Karriere gemacht:

Nach ein paar Funktionen in der neuen Gruppierung wurde er 2012 (auch für ihn überraschend) mit großer Mehrheit zum Geschäftsführer der Linken von ganz NRW gewählt. Und hatte 2013 dann auch gleich den Bundestagswahlkampf in NRW vor der Brust, ist seitdem enger Düsseldorfer Mitarbeiter von Sarah Wagenknecht. Er selbst kandidierte in Voerde und Hünxe für den Bundestag, quasi als direkte Überprüfung der eigenen Wahlkampf-Theorie in die Praxis vor Ort.

Politischer Einsatz kostet Privatleben

Doppelter politischer Einsatz kostet Privatleben. Seiner „Fern“-Beziehung hat das den Rest gegeben: „Ein Schicksal, das viele politisch Aktive teilen, nicht nur bei uns.“, antwortet er auf die privateste aller privaten Fragen.


Und fügt in einem überraschenden Anfall an Spontaneität hinzu: „Wenn Sie eine junge Frau kennen, der Politik und Wahlkampf in einer Beziehung nichts ausmachen, die auch mit meiner Partei keine Berührungsängste hat, dann geben Sie ihr bitte meine Nummer!“. Es war zwar ein Biergarten-Gespräch, der Mann war aber nüchtern. Und die Ironie klang nur halb-herzig.

Und wie sieht er seine Chancen bei der Landratswahl?

Sascha Wagner: „Ich bin Realist. Aber - wer gar nicht erst antritt, der darf sich auch nicht wundern, wenn er nicht gewählt wird. Wir sind die einzige Partei, die die SPD noch an ihre Wurzeln erinnert. Ohne unsere Existenz hätte die heutige SPD sich nie für einen festen Mindestlohn eingesetzt, jetzt hat sogar die CDU dafür gestimmt. Es geht um soziale Gerechtigkeit: Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Wir Linke wollen, dass ein Mensch von seinem Arbeitslohn leben kann. Steuergerechtigkeit auch für Reiche! Das rot-grüne Harz IV hat viel Elend angerichtet. Und: wir sind als einzige Partei schon immer gegen jede Form von Krieg, ob in der Ukraine oder anderswo. Sind das nicht Gründe genug, hier und in Europa für uns zu stimmen?“.

Aha, den  Europa-Wahlkampf organisiert der Herr Landrats-Kandidat der Partei „Die Linke“ also auch noch.
Ob das seine persönlichen Chancen bei den Ladies erhöht? Sarah hat ja schon einen.

Hier erfahren Sie mehr über Sascha Wagner.
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